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Videos im Netzwerk beschleunigen Logistik-Abläufe

09.03.2009
Moderne Logistik bedeutet heute vor allem: optimierte Prozesse in Warenumschlag, Kommissionierung und Lagerung. Das Aldinger Speditionsunternehmen Hugger setzt dabei auf automatisierte Fördertechnik, leistungsfähige Software-Lösungen und auf ein digitales Videosystem.

„Zeit ist Geld“ — für die Logistik-Branche gilt dieses Sprichwort gerade in Zeiten weltwirtschaftlicher Herausforderungen mehr denn je. Als inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen mit rund 170 Mitarbeitern ist die Spedition Hugger in Aldingen bei Rottweil gut auf diese Herausforderungen eingestellt: Europaweite Stückgut- und Ladungsverkehre gehören genauso zum Portfolio wie Lager- und Automotive-Logistik.

Termintreue im Systemverkehr hat oberste Priorität

In der Praxis bedeutet das: Tag für Tag liefern 60 bis 70 Lkw etwa 2500 Packstücke an, die die Spedition in der Regel noch am selben Abend wieder verlassen. Die Voraussetzungen dafür bietet seit einigen Jahren ein neuer, großzügiger Standort mit rund 40000 m2 Gesamtnutzfläche; über die Hälfte davon ist überdacht.

Termintreue hat im internationalen Systemverkehr oberste Priorität. Automatisierte Förder- und Lagertechnik sowie eine konsequente Softwareunterstützung gewährleisten die zuverlässige Abwicklung aller Prozesse.

Darüber hinaus setzt Hugger seit Sommer 2008 auch ein netzwerkbasiertes Videosystem ein. Für Harald Armbruster, als Prokurist verantwortlich für die Technik bei Hugger, ist Stückgutverkehr als besondere Anforderung sowohl ein Schnell-Umschlag-Geschäft als auch ein großer Gemischtwarenladen. Prozesssicherheit war deshalb auch bei der Realisierung der Videoanlage das Hauptinteresse für Armbruster.

Jedes Packstück lässt sich mit Videobildern verfolgen

Anhand von Videobildern lässt sich bei Hugger der Weg eines jeden Packstücks nachverfolgen. Kommt es trotz der hoch automatisierten Abläufe einmal zu Abweichungen, lassen sich diese schnell korrigieren. Und auch eventuelle Beschädigungen können so nachvollzogen werden.

Kern der Lösung ist das netzwerkbasierte Videosystem Si-NVR (Siemens Network Video Recording) von Siemens, eine leistungsfähige Software zur Übertragung und Aufzeichnung von digitalen Videobildern.

Videosystem bietet vielfältige Möglichkeiten

Sie ermöglicht eine vielseitige Darstellung von Videobildern und unterstützt vielfältige Recherchemöglichkeiten. Bei Hugger stehen dafür zwei 26-Zoll-Monitore im Büro von Prokurist Harald Armbruster zur Verfügung. Die beiden Server sind im benachbarten Technikraum untergebracht.

Si-NVR ist eine Client-Server-basierte Lösung. Sie zeichnet sich durch eine benutzerfreundliche Bedieneroberfläche und die hohe Flexibilität eines IT-Systems aus. So lassen sich verschiedenste Einstellungen und Anwendungsprofile durch intuitive Menüführung für den Anwender einfach konfigurieren.

Die Aufzeichnung und Übertragung von Live-Bildern ist ebenso möglich. Eine Speicherung der Bilder kann lokal, auf Netzlaufwerken oder Raid-Systemen erfolgen.

Durch die zeitliche Synchronisierung der Videoaufnahmen aus verschiedenen Kamerapositionen untereinander kann der Nutzer problemlos zwischen einzelnen Ansichten und Kamerapositionen (gleichzeitige Live-Betrachtung, Aufzeichnung und Alarmverwaltung) wechseln. Die Einbindung von Lageplänen und die Anbindung an Ortungssysteme erfolgt optional über eine offene OPC-Schnittstelle.

69 Kameras zeichnen bewegungsgesteuert auf

Si-NVR ist hardwareseitig herstellerneutral und harmonisiert mit den Netzwerkkameras aller marktführenden Hersteller. Auf dem Speditionsgelände in Aldingen arbeiten insgesamt 69 IP-Megapixel-Kameras. Hauptsächlich zeichnen sie bewegungsgesteuert auf, um eine Aufzeichnungskapazität des Systems von rund drei Wochen zu ermöglichen.

Die Innenbereiche werden über 36 Farb-Fixkameras und zwei Schwenk-Neige-Domekameras überwacht. Die 29 Außenkameras decken Rampen und Zugänge ab. Sie zeichnen tagsüber farbig auf und schalten bei einbrechender Dunkelheit automatisch in den Schwarz-Weiß-Modus um. Die Tankstelle auf dem Werksgelände wird zusätzlich mit einer hochauflösenden Kamera gesichert. Diese erlaubt auch die Erkennung von Nummernschildern.

Standbilder wie auch Bewegtbilder lassen sich direkt weiterverarbeiten

Mit der Lösung zeigt sich Harald Armbruster „sehr zufrieden“. Denn über den Bedienkomfort hinaus kann er sowohl Stand- als auch Bewegtbilder direkt weiterverarbeiten, also zum Beispiel in Standardformaten abspeichern oder per E-Mail versenden.

Ein weiteres Argument für eine rein IP-basierte Videolösung war der wesentlich geringere Verkabelungsaufwand. Denn die Signale mehrerer Kameras werden in Switches gebündelt und über eine gemeinsame Leitung übertragen. Dafür wurde ein eigenes Glasfasernetzwerk aufgesetzt. Angesichts von immer noch knapp 6 km Leitungswegen war das — im Vergleich zu einer viel aufwändigeren Analog-Verkabelung — nach Aussage von Prokurist Armbruster der deutlich schmerzfreiere Weg.

Videosystem wird in Ortungssystem für die Barcodescanner integriert

Für die Zukunft plant Hugger die Integration des Systems in ein Ortungssystem für die eingesetzten Barcodescanner. Über die Bildrecherche anhand von Barcodes werden sich Sendungen dann lückenlos von der Entladung im Speditionsgebäude bis zur erneuten Verladung nachverfolgen lassen.

Nicht zuletzt sprach die bisherige Zusammenarbeit mit Siemens für ein Videosystem dieses Herstellers: Verschiedene sicherheitstechnische Siemens-Systeme von Brand- und Einbruchmeldetechnik bis hin zu Zeiterfassung und Zutrittskontrolle sorgen bei Hugger schon seit Jahren für zuverlässigen Schutz und hohe Effizienz.

Prozessoptimierung steht im Vordergrund

Die Optimierung und Sicherung von Prozessen steht für das Speditionsunternehmen Hugger im Mittelpunkt. Seit Sommer 2008 ergänzt deshalb eine Videoanlage mit 69 Kameras die technische Ausstattung. Zahlreiche Argumente sprachen dabei für eine digitale, netzwerkbasierte Lösung.

Siemens Building Technologies erfüllt diese Anforderung mit dem besonders flexiblen und leistungsfähigen System Si-NVR. Für Prokurist Harald Armbruster hat sich die Investition als „entscheidender Mehrwert“ bereits gelohnt.

Ralph Brecht ist Vertriebsbeauftragter bei Siemens Building Technologies GmbH & Co. OHG in 60388 Frankfurt.

Ralph Brecht | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/betriebstechnik/facilitymanagement/articles/173785/

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