Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlässliche Lebensader

01.01.2009
Robotrax-Energieführung für volle Roboter-Beweglichkeit

Total mobil und alles im Blick: Mit Bilderkennung und Laserscanner belegt ein Sechsachs-Knickarmroboter selbständig das Kaltwalzlager eines belgischen Stahlproduzenten. Für seine freie Beweglichkeit sorgt eine Energieführung von Kabelschlepp.

Mächtige graue Stahlcoils stapeln sich, so weit das Auge reicht. Fast 1.000 dieser aufgerollten Stahlbänder mit einem Gewicht von jeweils maximal 35 Tonnen lagern auf einem Gelände von der Größe zweier Fußballfelder. Dieses Umschlaglager mit einer Kapazität von 25.000 Tonnen Stahl ist Dreh- und Angelpunkt zwischen der Warm- und der Kaltwalzstraße von ArcelorMittal Gent. Bis zu drei Tage lang kühlen die mit 500 Grad Celsius vom Warmwalzen kommenden Stahlcoils hier aus, bevor sie in der Kaltwalzanlage weiterverarbeitet werden oder zum Weitertransport auf Waggons verladen werden. Vom Boden aus ist kaum eine Lücke zu sehen. Nur vom großen gelben Portalkran aus, der das Lager überspannt, behält man den Überblick - aber niemand ist drin. Der Kran bewegt sich mannlos, nimmt Coil für Coil selbständig auf und lädt sie punktgenau zwischen anderen Stahlrollen oder auf bereitstehenden Eisenbahnwaggons ab. Zielsicher findet er ihre genaue Position oder freie Lagerplätze - eine Herausforderung, denn der Abstand zwischen den einzelnen Bahnwagen ist nicht immer gleich. Das zielgenaue Aufnehmen und Absetzen der Coils funktioniert automatisch: Aus einer Abstandsmessung per Laser, einem Bilderkennungssystem und der Bewegung des Roboters fertigt ein Sensor ein 3D-Bild der Umgebung, erkennt fragliche Positionen und leitet diese Informationen an die Kransteuerung weiter. Ein Fanuc Robotics M 16IB/10L Knickarmroboter, etwa zwei Meter vor dem Greifer des Brückenkrans montiert und mit dessen Horizontalbewegungen synchronisiert, trägt den Sensor. Sechs Freiheitsgrade sorgen dabei für die volle Beweglichkeit des Roboters und damit für den vollen Überblick.

Beweglich und zuverlässig

Für die Mobilität des Roboters sorgt eine flexible Energieführung: Robotrax, die als offenes System ausgelegte 3D-Energieführung aus Spezialkunststoff vom Siegener Unternehmen Kabelschlepp. Der Hersteller konzipierte Robotrax speziell für dreidimensionale Arbeitsprozesse wie Schwenk- und Drehbewegungen von Industrierobotern und Handlingsystemen. Zuverlässigkeit ist auch bei dieser Anwendung oberstes Gebot: Würde das Kransystem ausfallen und das Coillager für einen Tag lahmgelegt, kostete das den Stahlproduzenten riesige Summen. Deshalb ist die Verlässlichkeit sowohl der gesamten Anlage als auch der Einzelkomponenten entscheidend. Robotrax ist sozusagen die Lebensader des Systems und entscheidend für die Beweglichkeit des Roboters; sie versorgt sowohl seine Energieversorgung als auch die Datenübertragung und gibt höchstmöglichen Freiraum.

Einzelne ringförmige Kettenglieder aus langlebigem Spezialkunststoff können - auf beiden Seiten mit kugelförmigen Schnappverbindungen versehen - zu einer beliebig langen Energieführung verbunden werden. Der Innenraum ist in drei gleich große Kammern aufgeteilt; somit können verschiedene Leitungen separiert und sicher geführt werden, auch wenn die Durchmesser der einzelnen Leitungen unterschiedlich sind. Integrierte Krümmungsradiusanschläge sorgen dafür, dass die Roboterbewegung den Krümmungsradius in keiner Richtung unterschreitet. Das schont die mitgeführten Daten- und Energieleitungen. Deren Einlegen in die Robotrax-Führungen ist einfach und anwenderfreundlich: Der Ring der Kettenglieder ist an drei Stellen jeweils über den einzelnen Kammern mit einem Durchbruch versehen. Der Anwender kann ganz einfach die Energie- oder Datenkabel durch den Schlitz in die Führung drücken oder herausziehen - das erspart zeitaufwändiges Einfädeln und Spezialwerkzeuge. Leitungen können schnell und kostengünstig ausgetauscht oder hinzugefügt werden. Selbst einbaufertig konfektionierte Leitungen mit Steckverbindungen lassen sich durch die besondere Konstruktion der Kettenglieder problemlos verlegen. In dem offenen System sind sie außerdem gut sichtbar. Das erleichtert die präventive Kontrolle der Leitungen und Steckverbindungen. Darüber hinaus ist das gesamte Robotrax-Energieführungssystem rasch auswechselbar: einfach die zum System gehörenden Schnellspanner öffnen, das alte System entnehmen und ein neues einlegen, fertig.

Preisgekrönt und belastbar

Robotrax ist gut an schnelle Bewegungen, hohe Beschleunigungen und dadurch entstehende große Zugkräfte eines Knickarmroboters anpassbar: Durch die Mittelbohrung der einzelnen Kettenglieder zieht sich ein Stahlseil, das jeweils an den Enden der Energieführung fixiert ist und die Kraftübertragung übernimmt. Damit sind nicht nur Beschleunigungen mit mehr als zehn g realisierbar: Die Stahlseele verhindert auch ein Ausleiern der Schnappverbindungen zwischen den einzelnen Kettengliedern. Das erhöht die Lebensdauer der Robotrax-Energieführung nahezu unbegrenzt - selbst nach Millionen von Bewegungszyklen ermüden sie nicht. Je nach Leitungsdurchmesser und -belegung macht Robotrax radiale Verdrehungen bis zu plus/minus 450 Grad pro Meter mit. Der Spezialkunststoff behält seine Eigenschaften in einem Temperaturbereich von minus 20 bis plus 70 Grad Celsius und ist damit für die Anwendung im Freien oder in unklimatisierten Hallen geeignet. Der Hersteller bietet das System in fünf unterschiedlichen Größen mit Außendurchmessern von 40 bis 100 Millimetern für Kabeldurchmesser von drei bis 27 Millimeter an. Ein umfangreiches Zubehörsortiment aus Schnellspannern, Hitzeschutzhüllen, Anschlagschutz und vielem mehr rundet das Produktprogramm ab. Robotrax überzeugte auch die Experten des International Forum Design aus Hannover: Sie verliehen der 3D-Energieführung den iF Design product award 2006.

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/xist4c/web/Verlaessliche-Lebensader_id_882__dId_405410_.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht LZH optimiert laserbasierte CFK-Nachbearbeitung für die Luftfahrtindustrie
24.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie