Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Synthetische Materialien für Hochleistungsanwendungen

01.09.2008
Wissenschaftler der TU Chemnitz haben im Projekt „Innozug“ an der Konzeption von leistungsfähigen und leichten Seilen aus Kunststoff-Fasern geforscht.

Im Projekt „Innotrans“ gilt das Interesse der Forscher Seilen aus Synthesefasern. „Für Gebäude, die mehrere hundert Meter hoch sind, braucht man riesige Kräne und lange Aufzüge. Stahlseile kommen aufgrund ihres Eigengewichts kaum in Frage. Irgendwann würde das schwere Seil infolge seines Eigengewichts zerreißen beziehungsweise sich aufschwingen“, sagt Innozug-Projektleiter Markus Michael von der Professur Fördertechnik der TU Chemnitz.

Kunststoff schlägt Stahl

„Seile aus Kunststoff-Fasern bringen nur ein Achtel des Gewichts von Stahlseilen auf die Waage, besitzen aber die gleiche Festigkeit“, so Michael. Was die Forscher am meisten interessiert, sind die Möglichkeiten dieser neuartigen Seile, die bisher in ähnlicher Form in der Schifffahrt verwendet wurden, etwa um Ozeanriesen im Hafen zu vertäuen oder Ölplattformen zu befestigen.

„Wir möchten die Materialien auch in der Fördertechnik anwenden. Der Unterschied zum klassischem Faserseil besteht darin, dass die Seile nicht nur hohe statische Belastungen ertragen, sondern kontinuierlich gebogen und umgelenkt werden“, erklärt Michael. Es werden hochmodulare Faserwerkstoffe mit gestreckten Molekülketten verwendet, die nach dem Strecken thermisch fixiert werden. „Diese sind teilweise deutlich fester als Stahl und haben viele positive Eigenschaften“, erklärt Projektmitarbeiter Ingo Berbig.

Seilprüfmaschine kontrolliert Seile

Der große Vorteil der Chemnitzer Forscher sind ihre vieöfältigen Prüfmöglichkeiten für die Faserseile. „Mit der Entwicklung hochmodularer Faserwerkstoffe Ende des 20. Jahrhunderts eröffnen sich viele neue Anwendungsmöglichkeiten, denen jedoch aufgrund des Neuheitsgrades ein großes Forschungsdefizit gegenübersteht“, meint Michael. Da es keine geeignete Prüftechnik zu kaufen gebe, mussten die Techniker das meiste selbst konstruieren.

Eigentlicher Schwerpunkt der Arbeit ist die Herstellung von eigenen Seilen. „Nur wenn wir selbst Seile produzieren, wissen wir genau, was wir untersuchen“, erklärt Michael. Neben zwei Flechtmaschinen in einer kompletten Herstellungslinie stehen in den Laboren Kriechprüfstände, ein Treibscheibenprüfstand und eine statische Zugprüfmaschine. Mit dieser Ausstattung könne man alle wesentlichen Eigenschaften von Faserseilen untersuchen, so Michael.

Juliana Schulze | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1611&pk=142479

Weitere Berichte zu: Faserseil Faserwerkstoffe Fördertechnik Kunststoff-Fasern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine blühende Sternentstehungsregion

14.12.2017 | Physik Astronomie

Wasserstoffproduktion: Proteinumfeld macht Katalysator effizient

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie die Niere bei Wassermangel hochkonzentrierten Urin herstellt

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie