Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicher an die Kette

01.01.2009
Individual-Zuführtechnik in der Sägeketten-Montage
Automatische Zuführtechnik wird in der Produktions- und Montageautomation zunehmend wichtiger. Schnelligkeit und Präzision ist angesagt, damit Hochleistungs-Produktionsanlagen effizient und sicher arbeiten können. Zugleich müssen Kosten für Rationalisierungs-Maßnahmen im Rahmen bleiben.

Ob manuelles oder automatisches Beschicken einer Bearbeitungs-/Produktionsmaschine oder einer Montageanlage, ob Kleinteile oder Baugruppen, ob Metall- oder Kunststoffteile - in jedem Fall ist es für die Produktionseffizienz wichtig, dass Zuführung und Abführung der fertigen Teile und Baugruppen lückenlos und ohne Störungen erfolgen. Nur dann können Produktions- und Montageeinrichtungen ihre Leistungen erbringen und den geforderten Ausstoß bringen. Das gilt auch für die Firma Stihl in Waiblingen. Produktions- und montagetechnisches Know-how gibt es zwar dort im eigenen Haus, beim Thema Produktions-/Montage-Rationalisierung hat sich das Unternehmen aber kompetente Technologie-Partner aus der Industrie gesucht. Speziell bei der neu konzipierten Montage von Sägeketten im Werk der Stihl-Gruppe im schweizerischen Wil ging es darum, die verschiedenen Verbindungsglieder künftig vollautomatisch zuzuführen. Für die Zuführtechnik wurde deshalb ein geeigneter Lieferpartner gesucht. Nach eingehender Evaluation, Versuchen und Erprobungen unter realen Produktionsbedingungen erhielt Afag den Zuschlag für die Entwicklung, Herstellung und Lieferung einer großen Anzahl von kompletten Zuführsystemen. Stihl integriert sie selbst in die Montageanlagen, und Afag hat anschlussfertige Subsysteme mit definierten Schnittstellen geliefert.

Die Aufgabe war Mitte 2006 an die Spezialisten in Huttwil herangetragen worden und stellte sich als größere Herausforderung dar: Die Zuführ-Subsysteme müssen die kleinen und leichten Sägeketten-Verbindungsglieder aus besonderem Metall je nach Anlage ein-, zwei- oder dreibahnig zuführen. Die als Schüttgut angelieferten Kleinteile müssen dabei zunächst orientiert, oftmals gewendet und am Ende lagerichtig positioniert werden. Problem dabei ist, dass die Teile mit einem Korrosionsöl behaftet sind und dadurch Beweglichkeit und Laufeigenschaften der Teile beeinträchtigt werden können. Deshalb wählte Afag keine konventionelle Vibrations-Fördertechnik auf Basis von Fördertöpfen aus Stahl- oder Edelstahlblech, sondern setzte auf die aus dem Vollen gefrästen Fördertöpfe aus Polyamid. Hier konnte der Hersteller seine CAD-/CAM-Technologie für Konstruktion und Fräsbearbeitung der Fördertöpfe einbringen. Sie bestehen je nach zu förderndem Produkt und jeweiliger Anforderung wahlweise aus Kunststoff (PA), Aluminium oder Edelstahl. Die Fördertöpfe werden zunächst mit einem CAD-System konstruiert, dann im CAM-System CNC-programmiert und dann im Fünf-Achsen-Bearbeitungszentrum hochpräzise gefertigt. Die gefrästen Fördertöpfe erhalten außerdem eine spezifische Ausrüstung mit Schikanen und Leitelementen zum Orientieren und Sortieren sowie eine oder mehrere Förderschienen zum positionierten Austragen der Montageteile an die Entnahme-/Übergabestelle.

Die Fördertöpfe sind auf einem Vibrationsgerät installiert, das mit einem so genannten Schwingkräfteausgleich versehen ist. Das schont wegen der geringeren mechanischen Belastung das Zuführtechniksubsystem und die zu fördernden Produkte. Zudem werden auftretende Störungsschwingungen minimiert, die sich sonst negativ auf Prozesssicherheit, Zuführeffizienz und Zuführkontinuität auswirken. Die Zuführsysteme bestehen aus der Grundplatte, dem Antrieb mit Schwingkräfteausgleich, dem Fördertopf und dem Auslauf zur Entnahme-Position. Dank der Fördertopf-Ausführung aus Polyamid werden keine zusätzlichen Lärmschutzhauben benötigt - daraus ergibt sich eine gute Zugänglichkeit für Reinigungs- und Wartungsarbeiten an den einzelnen Systemkomponenten. Nach der Erprobung der Mustergeräte und der Abnahme durch Stihl wurden Fördertöpfe und weitere Bauteile quasi standardisiert, so dass im Austauschfall und für die Ersatzteilversorgung stets auf absolut kompatible Komponenten und Fördertöpfe zurückgegriffen werden kann. Die technische Verfügbarkeit der Montageanlagen seitens Afag ist auf Dauer gesichert. Denn die CAD-/CAM- gesteuerte Herstellung der Fördertöpfe bewirkt eine hohe Reproduzierbarkeit, die mit Fördertöpfen aus Blechen nicht möglich wäre. Außerdem haben die mit den Montageteilen in Berührung kommenden Laufflächen den Vorteil, dass sie kaum Verschleiß oder Einlaufspuren aufweisen - auch dann, wenn nicht jede Bahn die gleiche Teilemenge fördert. Die Zuführsysteme arbeiten störungsarm und fördern eine konstante Produktmenge.

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/xist4c/web/Sicher-an-die-Kette_id_882__dId_405000_.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme
20.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

nachricht VL- und VSC-Drehmaschinen von EMAG: Die Bremsscheiben-Produktion auf ein neues Level heben
16.11.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie