Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller Wechsel

01.12.2009
Mehrere Produkttypen auf einer Montagelinie
Eine komplexe Montagelinie mit 50 Bearbeitungsstationen in wenigen Stunden zwischen einzelnen Produktvarianten umrüsten - ohne zusätzliche Investitionen? Das ist keine Wunschvorstellung. IMA Automation hat es bei einem Zulieferer der deutschen Automobilindustrie in die Tat

umgesetzt.

Aufgabe war es, viele Varianten einer Getriebesteuerung für moderne, energiesparende Doppelkupplungs-Getriebe automatisch zu montieren. Mehr als 70 Bearbeitungsschritte sind zu verketten, rückverfolgbar zu prüfen und zu dokumentieren. Ein komplexes Vorhaben - immerhin sind für alle Prozesse mehr als 50 Einzelmodule sinnvoll anzuordnen und auf Anlagenverfügbarkeit zu optimieren. Unter der Gegebenheit einer stark eingeschränkten Produktionsfläche war innerhalb von sechs Monaten nach Anfrage ein optimales Anlagenlayout und das zugehörige Lastenheft zu erarbeiten.

Für einen Aushärtungsprozess notwendige Trockenöfen mussten in einer Halle beim Kunden untergebracht werden - die musste jedoch erst gebaut werden; auch die Koordination aller beteiligten Gewerke hat die IMA-Projektleitung übernommen. Wichtige Prozessschritte bei der Herstellung der Getriebesteuerung sind neben dem Zuführen und Zusammensetzen einer Vielzahl variabler Komponenten das Laserbeschriften, Löten, Verschrauben, Kleberdosieren, Dichtigkeitsprüfen, Bonden, diverse elektrische Prüfungen während und am Ende des Montageprozesses sowie ein Vakuumtest.

Die durchgängige Verkettung der einzelnen Prozessmodule hat ein Werkstückträger-Transportsystem (WTS) über mehrere Ebenen ermöglicht. 80 Meter Überflurstrecken mit zwölf WTS-Liften von mehr als 2.500 Millimeter Hub sind verbaut worden. Vier WTS-Lifte verbinden über zwei Stockwerke und Deckendurchbrüche die verteilt aufgestellten Trockenöfen und Automatikmodule mit dem Transfersystem, das insgesamt rund 0,6 Kilometer lang ist.

Auf dieser 1.000 Quadratemeter umfassenden Montagelinie werden inzwischen für alle wichtigen nationalen und internationalen Automarken insgesamt sieben unterschiedliche Getriebesteuerungstypen montiert. Das wurde möglich mit einem von IMA entwickelten, auf schnelle Umrüstbarkeit optimierten Modulsystem, mit dem nicht nur die mechanischen Bearbeitungsschritte variabel gestaltbar sind, sondern bei dem über standardisierte Software-Tools auch entsprechende Umstellungen im Ablauf- und Steuerungsprogramm der Anlage schnell umgesetzt werden können.

Für die verschiedenen Produkttypen stehen drei Sätze à 780 Zwischenträger als Bauteilaufnahme zur Verfügung. Im Durchschnitt werden derzeit pro Woche drei verschiedene Produkte gefertigt. Das bedingt drei Umrüstvorgänge, bei denen je nach gewählter Variante auch die 780 Zwischenträger auf dem Grundträger ausgetauscht werden müssen. Durch eine optimale Umrüststrategie kann nach weniger als 30 Minuten am Anfang der Linie bereits mit einem neuen Produkt begonnen werden, während am Ende der Anlage noch das vorhergehende Produkt gefertigt wird.

An der letzten Station der Montagelinie wird alle 30 Sekunden eine fertige Einbaueinheit in die Transportpalette abgelegt, die nicht nur montiert und beschriftet, sondern auch elektrisch und pneumatisch geprüft ist - eine Leistung, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern in der betrieblichen Praxis erreicht wird. In Zusammenarbeit mit dem Kunden gibt es schrittweise weitere Veränderungen an diversen Stationen bis hin zur Integration neuer Module an der Anlage, um die Ausbringung zu erhöhen, Teileänderungen des Kunden zu kompensieren und neue Technologien zur Steigerung der Qualität und Prozesssicherheit einzuführen.

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/xist4c/web/Schneller-Wechsel_id_882__dId_472800_.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flüssiger Wasserstoff im freien Fall
05.12.2016 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie