Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboterbasierte Anlage prüft vollautomatisch Härte von Motorblöcken

04.11.2009
Die Hegewald & Peschke GmbH automatisiert die Qualitätssicherung. Dafür hat das Nossener Messtechnik-Unternehmen eine roboterbasierte Anlage entwickelt, mit der die Härte von Bauteilen und Fertigerzeugnissen vollautomatisch geprüft werden kann. Eine dieser Anlagen wurde jetzt bei einem baden-württembergischen Automobilzulieferer installiert, und bestimmt dort die Härte von Motorblöcken.

Das von Hegewald & Peschke entwickelte Härteprüfzentrum zeichnet sich durch hohe Prüfgeschwindigkeiten bei einer bedienerunabhängigen Auswertung und automatischen Registrierung der Prüfergebnisse aus. Bei Bedarf lassen sich mit den Anlage gesamte Produktserien lückenlos prüfen, ohne dass eine Person die Ergebnisse einzeln oder gar manuell auswerten muss.

Modularer Anlagenaufbau ermöglicht kundenspezifische Härteprüfung

Die Härteprüfanlage ist modular (Baukastensystem) aufgebaut und lässt sich je nach Bedarf durch Probenbearbeitungsmodule oder zusätzliche Prüfsysteme (etwa zur geometrischen Vermessung und zur Bestimmung der Rauhigkeit) ergänzen. Dadurch erschließen sich vielfältige Anwendungsfelder im Bereich der Qualitätssicherung. Neben Motorblöcken, Felgen aus Stahl oder Aluminium und Gehäuseteilen kann das Härteprüfzentrum an die speziellen Anforderungen jedes einzelnen Kunden angepasst werden.

Eine beispielhafte Anlage zur Prüfung der Brinellhärte an Motorblöcken besteht aus folgenden Komponenten:

-Einem Brinell-Härteprüfer mit einem integrierten, vollautomatischen optischen System zur Vermessung der Brinell-Eindrücke. Der Härteprüfer bringt eine Last von bis zu 3000 kp stufenlos und servomotorisch auf. Bei anderen Produkten bzw. Materialien könnte dieses System durch einen Vickers- oder Rockwell-Härteprüfer ersetzt werden.

-Einem ABB-Roboter, der Prüflinge mit einem Gewicht von bis zu 120 kg punktgenau bewegt.

-Einer Probenvorbereitungsstation, mit der die Produktoberfläche für den Prüfvorgang vorbereitet wird. In diesem Fall eine Fräs-/ Schleifmaschine)

-Einer Identifikationsstation zur Erfassung von Bauteilkennzeichnungen über ein Kamerasystem.

-Einer Signierstation zur Kennzeichnung der Bauteile. Alternativ könnte hier eine Rauhigkeitsmessung eingefügt werden.

-Einer Zuführ- und Magaziniereinrichtung, deren Ausführung durch das Bauteil und den erforderlichen Probendurchsatz bestimmt wird.

Beispielablauf im automatischen Härteprüfzentrum

Ein Linearband transportiert die zu prüfenden Bauteile in das Härteprüfzentrum, wo sie zuerst von einer Identifikationsstation erfasst werden. Diese scannt die Seriennummer jedes einzelnen Bauteils, das unmittelbar danach von dem Roboter aufgenommen und im Härteprüfer positioniert wird. Hier findet nun eine vollautomatische Brinell-Härteprüfung statt.

Der Motorblock kann über einen motorisch betriebenen X-Y-Kreuztisch automatisch in vorher definierte Prüfpositionen verfahren werden. Unmittelbar danach finden eine Gut-Schlecht-Trennung sowie eine Kennzeichnung der Bauteile entsprechend ihrer Güte in der Identifikationsstation statt. Das Handling wird dabei komplett vom zentral positionierten Roboter übernommen. Im Anschluss daran nimmt der Roboter den Motorblock wieder auf, um ihn auf ein zweites Linearband abzulegen, das ihn zur weiteren Bearbeitung oder zur Verpackung befördert.

Robotereinsatz reduziert Zykluszeit und eliminiert Fehler

Mit Hilfe des automatischen Härteprüfzentrums aus dem Hause Hegewald & Peschke GmbH lässt sich eine lückenlose Qualitätssicherung an Bauteilen, Fertigerzeugnissen oder Halbzeugen mit hoher Präzision durchführen. Der Roboter übernimmt in diesem Zusammenhang die zentralen Handling-Aufgaben zwischen den einzelnen Prüfstationen. Vorher konnte diese Aufgabe nur mit hohem Zeit- und Mannaufwand realisiert werden. Zudem werden durch den Roboterinsatz mögliche Fehler, die sich im Rahmen der manuellen Prüfung ergeben, eliminiert.

Je nach Bedarf arbeitet das automatische Härteprüfzentrum der Hegewald & Peschke GmbH mit Hilfe der Vickers-Methode, des Rockwell- oder des Brinell-Verfahrens, was eine zuverlässige Härteprüfung der verschiedesten Materialien erlaubt. Auf Grund des realisierten Baukastensystems lässt sich das Modul „Härteprüfer“ auch durch eine Universalprüfmaschine ersetzen oder ergänzen. In diesem Fall können vollautomatische Zug-Druck-und Biegeversuche realisiert werden.

Jürgen Schreier | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/messundprueftechnik/articles/236124/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Schuler-MSC2000-Dual-Servopresse am Fraunhofer IPT für Werkzeugtests und Entwicklungsprojekte
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie