Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter machen Blechbearbeitung flexibler

17.12.2008
Mit Arbeitslängen von 2160 mm oder 2560 mm sowie für Blechdicken von 2 mm bei Stahlblech und 203 mm bei der Werkzeughöhe zählen moderne Biegezentren zu den Besonderheiten in der flexiblen Blechbearbeitung. Eine intelligente Roboterbeladung verschafft der Biegeanlage Multibend-Center noch ein Höchstmaß an Flexibilität.

Schon wegen der hochsteifen und spielfreien Servomotoren gelten Biegezentren als hochdynamisch und sehr schnell. Damit verpassten die Entwickler von RAS in Sindelfingen dem Biegezentrum mit dem Namen Multibend-Center einen 30-prozentigen Geschwindigkeitsschub bei jedem Biegezyklus.

In das Antriebskonzept flossen bewährte Elemente, wie die raffinierte Kinematik des Oberwangenantriebs und der spielfreie Direktantrieb der Biegewange ein. Sie stehen für die bekannt hohe Zuverlässigkeit und Dauergenauigkeit der RAS-Biegezentren.

Mit automatischen Werkzeugklemmsystemen in der Oberwange und der Biegewange, Drehfuß-Eckstücken, Lappenwerkzeugen und den einzigartigen und patentierten Up-Down-Tools fertigt das Multibend-Center die Biegeteile mit noch nie dagewesener Gestaltungsfreiheit und Präzision. So entstehen Werkstücke mit schrägwinkligen Formen, Biegungen im Innenbereich oder mit versetzten Biegungen. Funktionsmerkmale, die Kundenprodukte noch vielseitiger und unverwechselbarer machen.

Automatisierte Fertigungen gehen häufig mit kleinen Losgrößen einher. Dabei können die Maschinen entweder an Hochregallager angebunden sein oder die Materialversorgung erfolgt über Europaletten.

Handhabungssysteme stapeln Blechzuschnitte auf Regalpaletten

Bei einer Regalanbindung erhalten die Bleche ihre ebene Kontur auf Stanz- oder Lasermaschinen. Danach stapeln Handhabungssysteme die Zuschnitte auf Regalpaletten.

Um den Platz auf den Paletten möglichst gut auszunutzen, sollen Stapel mit unterschiedlichen Blechteilen auf einer Palette abgelegt werden können. Dieser Wunsch wirft beim nachfolgende Biegen und speziell beim Beladesystem vor dem Biegezentrum viele Fragestellungen auf.

Wie können die Bleche von verschiedenen Positionen auf der Palette aufgenommen werden? Wie gelangt das Beladesystem an die oberste Platine, wenn verschieden hohe Stapel nebeneinander auf der Regalpalette liegen? Was geschieht mit Blechen, die aufgrund von Schachteloptimierungen beim Stanzen lageverkehrt auf der Palette liegen? Wie können solche Platinen um 90° gedreht werden, ehe sie dem Biegezentrum zugeführt werden? Mit welchen Methoden lässt sich zuverlässig feststellen, ob das Beladesystem ein einzelnes Blech gegriffen hat, oder Doppelblech angesaugt hat?

RAS bindet Kuka-Beladeroboter an

Fragen über Fragen. Als flexible Lösung für alle diese Aufgabenstellungen präsentiert RAS einen KUKA-Beladeroboter mit 150 kg Traglast und großem Aktionsbereich. Die Regalpalette kann mit bis zu vier Stapeln gleicher oder unterschiedlicher Platinen belegt sein.

Die Größe des Saugrahmens ist so dimensioniert, dass der Roboter bei seiner Aufnahmeroutine immer nur auf einen Blechstapel trifft. Nachdem Vorsauger die oberste Platine abgeschält haben, hebt der Roboter das Blech an. Eine Gewichts-Sensorik, die im Saugrahmen integriert ist, überprüft, ob am Roboter ein einzelnes Blech hängt, oder ob er versehentlich mehrere Bleche angehoben hat. Im Falle von Doppelblech unternimmt der Saugrahmen automatisierte Abschälversuche.

Roboter kann Blech rechtzeitig wenden

Hängt nur ein Blech am Saugrahmen, bewegt sich der Roboter in Richtung Biegezentrum. Auf dem Weg dorthin kann er das Blech wenden, oder es auf einem Shuttletisch ablegen, der automatisch in Position fährt.

Das Wenden bringt den Stanzgrad ins Innere des Biegeteils beziehungsweise die Farbe bei beschichteten Blechen auf die richtige Seite. Liegen die Bleche um 90° verdreht auf der Palette, bringt der Roboter die Bleche zudem in die richtige Zuführlage für das Multibend-Center.

Die Greiferzangen des Biegezentrums ziehen die Platine auf die Messstation. Dort bestimmt der Magic-Eye Scanner des Biegezentrums die Position des Blechs, ehe der Biegeprozess startet.

Aushebemimik verhindert Schäden an Saugnäpfen durch scharfe Blechkanten

Damit die empfindlichen Lippen der Saugnäpfe beim Einziehen nicht durch scharfe Blechkanten beschädigt werden, wartet der Roboter-Saugrahmen mit einer pneumatisch gesteuerte Aushebemimik auf. Sie senkt die Sauger ab, so dass die Bleche über den Gleitbelag auf dem Saugrahmen ins Biegezentrum gezogen werden.

Wer nun die Befürchtung hat, all diese Abläufe seien mit einem enormen Programmieraufwand verbunden, der die gesamte Systemflexibilität gleich wieder zunichte macht, der irrt. Über eine Schnittstelle werden die Koordinaten der Blechstapel, die Blechdicke und die Stückzahl der gestapelten Platinen vom Regalsystem an die Robotersteuerung übermittelt.

Roboter berechnet Fahrtroute automatisch

Der Roboter berechnet sich aus diesen Daten automatisch seine Fahrtroute. Ohne ein zeitraubendes Teachen des Roboters kann der sechsachsige Gehilfe die Platinen von den Stapeln entnehmen, wenden und dem Platineneinzug des Biegezentrums zuführen.

Mit der Roboterbeladung hat RAS ein Flexibilitätsniveau geschaffen, das nicht bei der Hardware endet. Erst durch die Komplettintegration und die Eigenintelligenz der Systeme ist diese Beladelösung innerhalb einer flexiblen Fertigung mit kleinen Losgrößen sinnvoll nutzbar.

Willy Stahl | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/umformtechnik/articles/162894/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Untersuchung klimatischer Einflüsse in der Klimazelle - Werkzeugmaschinen im Check-Up
01.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

nachricht 3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten
23.01.2018 | Universität Kassel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Designvielfalt für OLED-Beleuchtung leicht gemacht

21.02.2018 | Messenachrichten

Fraunhofer ISE unterstützt Marktentwicklung solarthermischer Kraftwerke in der MENA Region

21.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Wie Drohnen die Unterwelt erkunden

21.02.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics