Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Schwapp! - Kunststoffmuttern prozesssicher verschrauben

29.08.2011
Schwallschutzplatten dämpfen die Bewegungen des Kraftstoffs im Tank von Fahrzeugen. Damit sie selbst sicher halten, setzt Magna Steyr Fuel-Tec Kunststoffmuttern und einen 16-fach-Tensor-DL-Schrauber von Atlas Copco Tools ein.

Um Schwappgeräusche des Kraftstoffs beim Beschleunigen und Bremsen zu unterdrücken, verbaut Fuel-Tec, eine Zweigniederlassung der Magna Steyr Fuel Systems, sogenannte Schwallschutzplatten. Im österreichischen Sinabelkirchen nahe Graz werden diese mit Kunststoffmuttern auf Bolzen in der Tankschale verschraubt.

Diese Muttern müssen ein Autoleben lang fest sitzen und dürfen sich nicht lösen. Um sicherzustellen, dass alle Muttern korrekt angezogen sind, schied deswegen eine manuelle Montage aus – auch wegen der mit 135 Sekunden vorgegebenen kurzen Taktzeit. In dieser Zeit müssen zudem Tankschale und Schwallschutzplatte positioniert, mit pneumatischen Spannern fixiert und nach der Montage das Bauteil entnommen werden.

Ein 16-fach-Tensor-DL-Schrauber von Atlas Copco Tools montiert heute 16 von insgesamt 18 Kunststoffmuttern prozesssicher in einem Rutsch.

Drehmomentgesteuert und drehwinkelüberwacht kann Fuel-Tec auf diese Weise dokumentieren, dass wirklich alle Muttern korrekt angezogen sind. Für die restlichen beiden Muttern verwendet man ebenfalls einen Tensor DL, der mit einem Pistolengriff ausgestattet und griffgünstig in der Station positioniert ist; aufgrund der geometrischen Anordnung ließ sich kein 18-fach-Schrauber einsetzen.

Für eine manuelle Montage wären bei der geforderten Taktzeit zwei Werker und zusätzlich eine Lösung für die Prozessüberwachung nötig gewesen. Die Schrauber-Station lässt sich dagegen von einer Person bedienen und liefert den Prozessstatus gleich mit. Um das Gewinde des Bolzens sicher zu finden, wurde zudem ein zweistufiges Vorgehen programmiert. Vor dem Anzug wird die Mutter zunächst in einem eigenen Parameter-Satz (Findeprogramm) ein Stück nach links gedreht und rastet dabei sinngemäß ein, bevor der Endanzug auf 1,2 Newtonmeter Drehmoment mit dem tatsächlichen Anzugprogramm prozessüberwacht erfolgt.

Bei der Auslegung des Mehrfachschraubers mussten sich die Konstrukteure einer schwierigen Aufgabe stellen: Aufgrund der Tankform besitzen nicht alle Stehbolzen die gleiche axiale Ausrichtung. Jeder der 16 Tensor-Schrauber lässt sich deswegen über eine kugelige Aufhängung in allen Richtungen justieren. Gesteuert wird die komplette Station von einer eigenen SPS; sie überwacht den Ablauf vom Einlegen der Komponenten bis zur Entnahme. Sobald die Montage beginnen kann, erhalten die 16 Steuerungen der Tensoren das Startsignal und beginnen mit dem Findeprogramm. Nach dem Endanzug melden sie der SPS, ob die Muttern korrekt verschraubt wurden. Fehlt ein iO-Signal, schaltet die SPS nicht weiter und verlangt zunächst eine Nacharbeit.

Der Werker kann sowohl auf der SPS-Anzeige als auch an den Schraubern (grünes oder rotes Signal) erkennen, an welcher Stelle ein Problem auftrat und per Handschrauber eine neue Mutter montieren. Auf diese Weise verlassen nur korrekt montierte Bauteile die Station. Einmal im Jahr werden alle Schrauber durch Atlas Copco gewartet und mittels Maschinenfähigkeitsuntersuchung überprüft und abgestimmt. In regelmäßigen Abständen kontrollieren Fuel-Tec-Techniker zudem, ob alle Tensoren korrekt anziehen. pb

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/Montagetechnik/Montagetechnik---Schwallschutzplatten--Tensor-DL-Schrauber.htm

Weitere Berichte zu: Atlas Bolzen Endanzug Fuel-Tec Kunststoffmuttern Montage Muttern SPS Schwapp Taktzeit Tankschale Tensor Werker

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE