Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Verpackungsmaschinen erlauben Verpacken mit Köpfchen

07.04.2009
Sichere Verpackungslinien, an deren Ende Produkte in gleichbleibend hoher Qualität stehen, haben viele Funktionen zu erfüllen. Um dies zu gewährleisten, spielen die Hersteller von Verpackungsmaschinen, die am Anfang der logistischen Kette stehen, eine entscheidende Rolle. Mit automatisierten und integrierten Lösungen steigern sie die Leistungsfähigkeit von Verpackungsanlagen.

Bereits vor Jahren hat der deutsche Verpackungsmaschinenbau die USA als wichtigstes Herstellerland von Verpackungsmaschinen abgelöst. 2008 konnten die Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen als ein weiteres Rekordjahr verbuchen. Doch Feierlaune besteht nicht, wie der Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen des VDMA meldet. Der Grund ist das schwache vierte Quartal beim Auftragseingang. Dieses dreht den Auftragseingang noch ins Minus.

Verpackungsmaschinen-Hersteller mit Auftragsminus

So steht dem nominalen Umsatzplus von 5% ein Rückgang im Auftragseingang in gleicher Höhe gegenüber. „Ein Quartalsrückgang von mehr als 20% ist für unsere an sich vergleichsweise wenig zyklische Branche untypisch“, erklärt Richard Clemens, Geschäftsführer des Fachverbands.

Dies zeige die derzeitige Verunsicherung der Märkte. Vor allem auf dem wichtigen Exportmarkt Russland sei es derzeit für Kunden schwierig, Projekte zu finanzieren. „Wir sollten die Situation aber nicht dramatisieren. Der hohe Rückgang ist auch ein Spiegel der für die Branche ungewöhnlich hohen Zuwächse in den beiden zurückliegenden Jahren“, meint Clemens.

Verband erwartet gleichbleibenden Umsatz bei Verpackungsmaschinen

Für 2009 hat der Fachverband eine Null beim Umsatzwachstum prognostiziert. Voraussetzung dafür war allerdings eine Beruhigung der Märkte im ersten Quartal. Angesichts der Entwicklungen wird dies wohl nicht mehr möglich sein.

Antizyklisch zum internationalen Branchentrend entwickelt sich das Unternehmen Beck Packautomaten mit Sitz in Frickenhausen bei Nürtingen. Trotz hohen Exportanteils und Weltwirtschaftskrise wird das Frickenhauser Unternehmen eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr keine Beschäftigungsprobleme haben.

Der Weltmarktführer bei Folienverpackungsmaschinen und Thermoschrumpfanlagen hat auf der diesjährigen Logimat erstmals eines seiner Produkte vorgestellt. Dabei handelte es sich um eine neue Formschultermaschine zum Verpacken von Spiele-Schachteln.

Folienverpackungsmaschine braucht wenig Platz und bietet kurze Rüstzeiten

Die Folienverpackungsmaschine für Standardanwendungen mit der Bezeichnung Multiplex Pico benötigt, wie der Name vermuten lässt, wenig Platz. Kurze Rüstzeiten machen sie ideal für häufige Produktwechsel. Wie alle Maschinen des Unternehmen ist sie modular aufgebaut, so dass sie den kundenspezifischen Anforderungen entsprechend und produktbezogen konfiguriert werden kann.

Aber nicht nur Spiele müssen verpackt werden, sondern auch Lebensmittel. Das Unternehmen Multivac verfolgt dabei einen ganzheitlichen, systemischen Ansatz.

Der Weltmarktführer bei Tiefzieh-Verpackungsmaschinen stellt auch Traysealer und Kammermaschinen her. Zudem bietet er komplette Verpackungslinien, in die auch hauseigene Handlingmodule, optische Inspektionssysteme und Präzisionssteuerungen integriert sind. Im Geschäftsbereich Systeme und dem kürzlich etablierten Anwendungszentrum bündelt das Unternehmen seine Verpackungs-, Produkt- und Anwendungskompetenz.

Neuer Geschäftsbereich für durchgängig automatisierte Verpackungslinien

Der neue Geschäftsbereich kümmert sich zum einen um innovative Produkte im Rahmen von durchgängigen Automatisierungslösungen für Verpackungen, zum anderen begleiten Spezialisten des Geschäftsbereichs für einen Kunden auch ein komplettes Verpackungsprojekt. Marketingleiterin Valeska Haux dazu: „Auf Wunsch übernimmt Multivac auch die Gesamtverantwortung für ein solches Projekt, so dass der Kunde in diesem Fall eine schlüsselfertige, komplette Automatisierungslösung für sein Verpackungsproblem bekommt.“

Denn angesichts der hohen Systemkomplexität vieler heutiger Verpackungslösungen könne eine Automatisierungslinie für Verpackung nicht per Plug und Play eingeführt werden. Schließlich soll das Gesamtsystem genau auf den Bedarf des Anwenderunternehmens abgestimmt sein.

Verpackungslinie muss genau zum Bedarf passen

Aber gerade dieser Bedarf sei zunächst zu ermitteln und dann in eine Verpackungslinie umzusetzen. „Bei dieser Umsetzung helfen keine vorgefertigten Tabellen, sondern in erster Linie umfassende Erfahrungen in der Implementierung von Verpackungslösungen“, sagt die Marketingleiterin.

„Eine Verpackungslösung ist also zunächst einmal ein Entwicklungsprojekt, bei dem der Anwender, der Packstoffhersteller und der Anbieter von Verpackungslösungen möglichst eng zusammenwirken sollten“, fährt sie fort. Das Anwendungszentrum am Unternehmensstammsitz in Wolfertschwenden bildet eine Schnittstelle für dieses Zusammenspiel. Dort werden zum einen Verpackungsmuster für die Kunden erstellt, zum anderen werden die Kunden zu Verpackungsmaterialien beraten und bei der Entwicklung von Verpackungskonzepten unterstützt.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Entwicklungsarbeit spielt das Thema Nachhaltigkeit. Es geht dabei um die Verbindung von sparsamem Energie- und Materialverbrauch und der Gewährleistung einer optimalen Verpackungslösung.

Denn trotz erfreulicher Fortschritte bei der Entwicklung biologisch abbaubarer Folienmaterialien sind Kunststoff-Folien heute in weiten Verpackungsbereichen noch ohne Alternative. „Gerade das gibt den Verpackungslösungen von Multivac ein besonderes Gewicht in puncto Nachhaltigkeit“, erklärt Haux. „Durch die präzise und flexible Einstellung der Verarbeitungsparameter an allen Verpackungsmaschinen des Unternehmens kann das Folienmaterial besonders schonend und sparsam verarbeitet werden“, sagt sie. So sei es beispielsweise ohne Maschinenumbauten möglich, eine wesentlich dünnere Folie als bislang einzusetzen und damit das Verpackungsvolumen zu reduzieren, ohne Qualitätseinbußen beim Endprodukt hinnehmen zu müssen.

Mit Folie verpacken und dabei an die Umwelt denken

Doch auch bei den Verpackungsmaterialien selbst gibt es immer wieder Verbesserungen. Ein Beispiel dafür ist die neue Folie Tigerstretch von Packsynergy, dem größte Marketing- und Einkaufsverbund europäischer Verpackungsgroßhändler.

Die Folie aus hochstrapazierfähigem Polyethylen weist durch ihre extrem hohe Dehnung zwischen 130 und 300% einen geringen Verbrauch auf. Der Hersteller bietet die Folie in 20 verschiedenen Qualitäten mit einer Stärke zwischen 17 und 23 μ an. Je nach Dehnung und Stärke ist die Folie ideal geeignet für die Maschinenverarbeitung oder die Verarbeitung per Hand.

Folie mit Stärke, Verschweißbarkeit und Steifigkeit nach Kundenwunsch

Wie das Unternehmen angibt, wird das Produkt ausschließlich in Deutschland im kostensparenden Gießverfahren als fünfschichtige Coexfolie hergestellt. Durch dieses Produktionsverfahren sind spezifische Eigenschaften wie Folienstärke, Verschweißbarkeit, Steifigkeit, Schutzschichten und optische Merkmale individuell nach Kundenwunsch variierbar.

Dazu Packsynergy-Geschäftsführer Robert Ehlert: „Auf diese Weise garantieren wir Folienflexibilität verbunden mit der qualitativ hochwertigen, kontinuierlich gleichbleibenden Qualität ‚made in Germany‘.“ Auf Wunsch berät der Hersteller, gemeinsam mit seinen Produzenten, Kunden auch bei der Prozessoptimierung von Tigerstretch.

Rollenkern der Folie mit geringerem Gewicht

Zudem hat das Unternehmen bei dem Rollenkerngewicht eine neue Richtung eingeschlagen. So wiegt der Rollenkern bei der neuen Stretchfolie nur 1,2 statt bisher 1,6 kg. „Jede Tigerstretch-Rolle hat damit 400 g mehr Folie aufgewickelt als übliche Rollen auf dem Markt “, rechnet Ehlert nach. „Bei Packsynergy kaufen Kunden eben Folie statt Pappe.“ Ebenfalls im Sinne der Nachhaltigkeit hat sich das Unternehmen freiwillig verpflichtet, für jede verkaufte Folienrolle 1,5 bis 3%, abhängig vom Jahresumsatz, für den Tier- und Naturschutz zu spenden.

Wie die Beispiele zeigen, ist die Verpackungsindustrie ständig auf der Suche nach Verbesserungen. Was die Zukunft der Branche angeht, ist zunächst festzuhalten, dass sich die hohen Investitionen in den vergangenen Jahren gelohnt haben. Die Ausrichtung von Entwicklung und Vertrieb auf Kundenanforderungen sowie der Einsatz moderner Technik haben dazu beigetragen, dass die Verpackungsmaschinenbauer Marktanteile gewonnen haben. Um den Erfolg der Branche fortzuschreiben, empfiehlt der VDMA, weiterhin auf Innovationen zu setzen.

Claudia Otto | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/mmlogistik/verpackungstechnik/verpackungsmaschinen/articles/181073/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

22.01.2018 | Physik Astronomie