Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GRACE bringt mehr Qualität in die Fertigung

04.04.2013
Softwareexperten der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology (CT) haben in einem internationalen Projekt ein Modell erarbeitet, das die Entwicklung von Produkten mit den später dafür nötigen Produktionsanlagen verzahnt. Damit soll die Qualität von Produkten steigen - so das Ziel des jetzt abgeschlossenen Förderprojekts GRACE.

Vorgabe war, lediglich die bestehende Fertigung zu verändern, ohne hochwertigere und damit teurere Materialien oder neue Prozesse zu verwenden. Dies gelang den CT-Experten, indem sie analysierten, wie alle einzelnen Aspekte der Fabrikautomation die Qualität des fertigen Produkts beeinflussen. Mit Hilfe sogenannter Multi-Agenten-Systeme erarbeiteten sie dann neue Ansätze für die Produktentwicklung. Die Methodik ist für die Praxis einsatzreif.



Das kontinuierliche Messen der Produktqualität bereits während der Fertigung gibt konkrete Hinweise, wie Ausschuss reduziert und Durchlaufzeiten gesenkt werden können. In traditionellen Fabrikautomatisierungssystemen ist das aber meist nicht möglich, weil die einzelnen Schritte nicht übergreifend betrachtet werden. Das neue Modell erfasst nun wichtige Einflussfaktoren auf die Produktqualität und deren Abhängigkeiten.

Im Projekt GRACE (das steht für (inteGration of pRocess and quAlity Control using multi-AgEnt technology) betrachteten die sechs Partner die Fertigung einer Waschmaschine. Mit ihrem Modell fanden die Siemens-Forscher heraus, wie die Art der Fertigung einer Welle, die in der Waschmaschine die Schleuder zum Trocknen antreibt, die Qualität der Welle beeinflusst.

Sie erkannten, dass ein bestimmter Schritt während der mehrstufigen Fertigung die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Welle maßgeblich erhöht. Bereits kleine Änderungen - von dem Modell vorgeschlagen - können signifikante Verbesserungen bringen: An einem weiteren Bauteil der Waschmaschine modellierten die Forscher nur fünf von mehr als 100 Einzelbauteilen und zwei von mehr als 200 Produktfunktionen. Allein diese vom Modell vorgeschlagene Optimierung reduzierte den Ausschuss dieses Bauteils von sieben Prozent auf unter zwei Prozent.

Beim industriellen Praxistest ergaben sich weitere Optimierungen für eine bereits existierende Fertigungsstrecke: Zwei Qualitätskontrollstationen wurden nach den Ergebnissen des Modells überflüssig. Stattdessen wurden zwei neue Kontrollstationen eingeführt, die nun an anderer Stelle zusätzlich die Qualität prüfen. Das Ergebnis: Die Zeit für den Funktionstest der Waschmaschine sank um 30 Prozent. (IN 2013.04.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht HEIDENHAIN LIP 6000: genau, kompakt und zuverlässig
12.10.2017 | DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH

nachricht Prüfstände modernisiert: Fraunhofer LBF testet Bauteile in brennbaren Medien unter zyklischer Belastung
11.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise