Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschickt vernetzt

17.03.2011
Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine bedeutende Größe in den drei Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Einen wesentlichen Anteil an dessen positiver Entwicklung haben zahlreiche Bildungsstätten und eine stabile Forschungslandschaft. Deren Engagement und das der Unternehmen in den einzelnen Netzwerken unterstützt die Branche und führt sie nach vorn.

Wachstumsmotor Nummer Eins ist der Maschinen- und Anlagenbau in Ostdeutschland – und die Branche bekommt Rückenwind. In den vergangenen Monaten verzeichneten die Unternehmen steigende Kapazitätsauslastungen und Umsatzrenditen.

Stellenabbau und Kurzarbeit spielten kaum noch eine Rolle. Das meldet der VDMA Ost nach Abschluss der Konjunkturumfrage für das 4. Quartal 2010 unter den 350 Mitgliedern des Landesverbandes in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dennoch ist die wirtschaftliche Entwicklung in den genannten Bundesländern sehr unterschiedlich. Es gibt zwei grundverschiedene Trends: Das erfolgreiche Mitteldeutschland mit boomenden Standorten und den Norden. Zwar gibt es hier auch Ausnahmen, aber nicht in dem Maße wie in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ein Grund ist, dass die Zusammenarbeit in Netzwerken mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung hilft, Lösungen für die verschiedenen Themenstellungen zu finden. Zahlreiche Verbundinitiativen, Cluster und die staatlichen Einrichtungen tragen dazu bei, dass diese Netzwerkarbeit einer der vielen Schlüssel zum Erfolg der Unternehmen Mitteldeutschlands ist.

Die Agenturen der einzelnen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die erste Anlaufstelle für Unternehmen. Als ein Instrument der Wirtschaftsförderung möchte die Wirtschaftsförderung Sachsen zur nachhaltig positiven Entwicklung der sächsischen Wirtschaft beitragen. Die Ansiedlung von innovativen wettbewerbsfähigen Unternehmen in Sachsen und die damit verbundene Erhaltung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stärkung der ansässigen Unternehmen durch Absatzförderung und Kooperationsvermittlung und ein wirksames Standortmarketing stellen die Hauptaufgabenfelder dar. Diese Ziele haben sich auch die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG) und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen gesetzt. „Mit Investitionen in Forschung und Entwicklung sichern die Unternehmen die Innovationsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft. Die breit aufgestellte Forschungslandschaft im Freistaat ist der Wirtschaft dabei ein wichtiger und zuverlässiger Partner“, betont Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer, in deren Ressort auch die Technologieförderung angesiedelt ist. 374 Projekte wurden 2010 im Rahmen der sächsischen Technologieförderung unterstützt. Das bewilligte Gesamtvolumen betrug 109,7 Millionen Euro und lag damit über dem langjährigen Durchschnitt. Der deutliche Aufschwung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt sich auch in der Investitionsförderung des Landes Sachsen-Anhalt.

So wurden im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt für insgesamt 336 Investitionsvorhaben von Unternehmen rund 327 Millionen Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) bewilligt. „Dahinter steht ein Investitionsvolumen von knapp 1,58 Milliarden Euro und damit das höchste seit vier Jahren. Für das erste Jahr nach der Krise ist das ein exzellentes Ergebnis. Es zeigt, dass die heimischen Unternehmen die Krise in der Tat gut überstanden haben“, schätzt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff ein.

Brötchengeber Maschinenbau
Neben den staatlichen Agenturen gibt es zahlreiche Vereine und Organisationen, deren erklärtes Ziel es ist, den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland national und international zu repräsentieren und dessen Weiterentwicklung zu fördern. Beispielhaft ist hier die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland zu nennen, deren Ziel es ist, sich selbst tragende, international wettbewerbsfähige Cluster aufzubauen. In diesem Verein engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel „einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschaftsregion Mitteldeutschland“. Dazu gehört auch die Stärkung der Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, die Erhöhung der Standortattraktivität für Investoren und Kreativkräfte, die einheitliche Vermarktung des Wirtschaftsstandortes und die Entwicklung einheitlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Hinzu kommen in den drei Bundesländern noch weitere Initiativen, wie zum Beispiel die Vemas, deren Träger das Fraunhofer Institut ist, und deren Arbeit wir Ihnen in diesem Heft auf Seite 65 vorstellen, und verschiedene branchenspezifische Cluster.

Laut Branchenspiegel des VDMA Ost ist in keinem der ostdeutschen Bundesländer der Anteil der Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten so groß wie in Sachsen-Anhalt. Der Maschinenbau bietet 12.000 Menschen ein sicheres Einkommen. Seine Unternehmen haben sich vor allem einen Namen in der Teile- und Komponentenfertigung erworben und besonders in Maschinen und Anlagen für die Großteilfertigung investiert: Sachsen-Anhalt bezeichnet sich daher als den Standort Deutschlands für die Herstellung der Anlagen für die alternative Energiegewinnung. Darüber hinaus haben sich die Teilbranchen Baumaschinen, Werkzeugmaschinen Hebe- und Förderzeuge entwickelt.In Thüringen ist der Maschinenbau mit über 15.000 Beschäftigten der drittgrößte Arbeitgeber. Die umsatzträchtigste Teilbranche ist die Werkzeugmaschinenindustrie, gefolgt von den Bergwerksausrüstungen und der Bau- und Baustoffmaschinenindustrie. Aber auch in den Bereichen Lasertechnologie, Rapid Tooling und Robotik ist das Bundesland stark. Nach Baden-Württemberg ist der Freistaat stärkster Standort in der Bildverarbeitungsindustrie.

Fast die Hälfte des ostdeutschen Branchenumsatzes erwirtschaftet der Maschinenbau Sachsens mit seinen rund 34.000 Beschäftigten. Einen wesentlichen Anteil an der guten Entwicklung in Sachsen haben die traditionsreichen Bildungsstätten für den Maschinenbau. Hinzu kommt, wie in den zwei anderen Bundesländern auch, eine gute Forschungslandschaft.
Betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Bundesländer so verzeichnet der Maschinenbau in den neuen Ländern in den letzten Jahren insgesamt eine deutlich höhere Zuwachsrate als in den westlichen Bundesländern.

Evelin Eitelmann

| SCOPE
Weitere Informationen:
http://www.scope-online.de/Special-Maschinen-und-Werkzeugbau-in-Mitteldeutschland/Special---Sachsen-Anhalt.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht eldec-Technologie im Maschinenbau: Standardisierte Hochleistungsgeneratoren für exzellente Maschinenbaulösungen
15.12.2016 | EMAG eldec Induction GmbH

nachricht Neuer Fräser arbeitet schneller und spart Energie
12.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie