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Exakt dosieren, regeln, messen: Weltweit einzigartige Dosier- und Druckregelanlage aus der RUB

25.06.2009
Transferpreis: Technologievorsprung made in Bochum
Weltweit einzigartige Dosier- und Druckregelanlage aus der RUB

Für die Entwicklung einer weltweit einzigartigen Gasdosier- und Druckregelanlage erhält der Bochumer Maschinenbauer Dr. Tobias Fieback den Transferpreis 2008 der rubitec GmbH, dotiert mit 10.000 Euro.

In seiner Dissertation an der Fakultät für Maschinenbau der RUB entwickelte er ein Gerät, mit dem sich mehrere Gase exakt mischen und dosieren lassen. Zudem regelt es die Zudosierung und Verdampfung von Flüssigkeiten. Erstmals ist es damit möglich, mit höchster Präzision in einem Temperaturbereich bis zu 200 Grad Celsius und bei Drücken bis zu 400 bar strömende Gas- und Dampfgemische zu erzeugen und deren Eigenschaften zu messen.

Den modular aufgebauten Prototyp hat die Firma Rubotherm, ein Spin-Off der RUB, inzwischen zur Marktreife ausgebaut und in ihre Produktpalette aufgenommen.

Riesige Nachfrage jetzt und in Zukunft

Der Temperaturbereich von bis zu 200 Grad ist für solche Dosier- und Regelanlagen bis heute weltweit unerreicht. Zum Einsatz kommt die Anlage bei so genannten Sorptionsprozessen, bei denen sich Gas- oder Flüssigkeitsteilchen an eine feste oder flüssige Oberfläche anlagern. Vor allem bei der Reinigung von Gasen und Flüssigkeiten wird die Schadstoffsorption bereits seit Jahrzehnten angewandt. Die Anforderungen an diese Prozesse steigen momentan durch das stetig wachsende Interesse an zentraler und dezentraler, alternativer Energieversorgung - und somit ist auch die Nachfrage auf dem Markt riesig. Die Gas-, Dampfdosier- und Druckregelanlage aus Bochum eignet sich zum Beispiel für Messungen, um Biogas so aufzubereiten, dass es in Gasversorgungsnetze eingespeist werden kann, oder um Wasserstoff für Brennstoffzellen als alternative Kraftfahrzeugantriebe hochrein zu erzeugen und zu speichern.

Einsatz in den "grünen" Technologien

Um diese Technologien zu optimieren, braucht man Anlagen, die Sorption unter hohen Drücken messen können. Mit der Entwicklung von Dr. Fieback lässt sich auch bei Hochdruck und Gemischen aus vielen Komponenten genau bestimmen, welche Teilchen in welchem Maße sorbieren. So können in Zukunft "grüne" Technologien, z. B. alternative Energiequellen, sowie nicht-toxische Lösungsmittel noch besser untersucht und gezielter eingesetzt werden. Durch den modularen Aufbau der Anlage ist es dem Anbieter Rubotherm zudem möglich, Mess- und Regelapparaturen zu entwickeln, die auf spezielle Anforderungen von Kunden zugeschnitten sind. Neben der seit 25 Jahren erfolgreich vertriebenen, ebenfalls an der RUB entwickelten, Magnetschwebewaage erweitert sich damit das Portfolio von Rubotherm und sichert dem Bochumer Unternehmen einen weltweiten Technologievorsprung.

Der Transferpreis der RUB

Der Transferpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, gestiftet von der Gesellschaft der Freunde der RUB und der rubitec GmbH. Damit würdigt die Ruhr-Universität die erfolgreiche Umsetzung von Know-how aus der Hochschule in marktreife Produkte und Verfahren. Auch in diesem Jahr ist der Transferpreis wieder ausgeschrieben.

Weitere Informationen

Dr.-Ing. Tobias Fieback, Tel.: 0234/32-22832, E-Mail: t.fieback@thermo.rub.de

Dr. Karl Grosse, rubitec GmbH, Tel. 0234/32-11950, E-Mail: rubitec@rub.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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