Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiesparen mit System

01.01.2009
Antriebslösung für die Intralogistik

Die Entwicklung der Energiepreise brachte das Thema Energiesparen bei vielen Unternehmen auf die Tagesordnung. Nicht nur der Strompreis verdoppelte sich in den letzten sechs Jahren, auch der Gesamtverbrauch stieg deutlich an. Alle Tendenzen zusammen erhöhen den Druck auf die Anlagenbetreiber zum sparsameren Umgang mit dem Rohstoff Energie. Dr.-Ing. Meinhard Schumacher, Produktmanager bei SEW Eurodrive, erläutert anhand eine Beispiels aus der Intralogistik, welche Maßnahmen der Bruchsaler Antriebsspezialist zur Senkung des Enervierbrauchs anbietet.

Gemessen an der Gesamtinvestition einer Anlage in der Intralogistik sind die Investitionskosten für elektrische Antriebe gering. Jedoch beeinflusst die eingesetzte Antriebstechnik durch ihren Energieverbrauch die Folgekosten. Folglich steht bei Energiesparmaßnahmen häufig der Einsatz effizienter Komponenten an erster Stelle - getreu dem Motto: Komponenten mit einem hohen Wirkungsgrad senken den Energieverbrauch. Das ist in vielen Fällen richtig, der pauschale Ansatz führt aber nicht immer zu optimalen Lösungen. In einigen Fällen kann es sogar vorkommen, dass der Einsatz von vermeintlich energieeffizienten Komponenten sogar zu einem insgesamt höheren Energieverbrauch führen kann. (Zum Beispiel bedingen Effizienzmotoren in Fahrantrieben bei häufigem Beschleunigen und Verzögern durch ihr größeres Massenträgheitsmoment auch einen höheren Verbrauch.)

Die Art der Anwendung und die Einsatzbedingungen verlangen angepasste Lösungen; eine Pauschallösung zum Energiesparen in der Antriebstechnik gibt es nicht. Die besten Ergebnisse erzielt die Kombination sinnvoller Einzelbausteine zu einem effizienten Gesamtsystem. SEW-Eurodrive nutzt dazu seinen Energiesparbaukasten, dessen Einzelkomponenten hinsichtlich ihres Energieverbrauchs optimiert sind. Zur Auswahl der optimalen Komponenten (Motoren, Umrichter, Getriebe) werden für die Applikation das Lastkollektiv und Drehzahl- oder Geschwindigkeitsprofil ermittelt. Aus diesen Anforderungen ergeben sich vorgefertigte Lösungen; hinsichtlich ihres Energieverbrauchs werden sie untersucht, und die bestmögliche Lösung wird ermittelt.

Angepasste Lösungen

Entscheidend für eine optimale Lösung ist die Analyse der Applikation, also wie die Energie im Prozess umgesetzt wird. Aus dieser Kenntnis ergeben sich meist erheblich größere Einsparpotenziale. Ein Beispiel ist die energieoptimale Ansteuerung von Fahr- und Hubachse bei Regalbediengeräten (RBG). Hier kann die beim Bremsen und Senken freiwerdende Energie direkt genutzt werden. Bei herkömmlicher RBG-Technik wird die überschüssige Energie bei Abwärtsfahrt und beim Verzögern des Fahrwerks in einem Bremswiderstand in Wärme umgewandelt. Jedoch lässt sich diese freiwerdende Energie durch geeignete Maßnahmen auch effizient wiederverwenden. Dazu werden die Gleichspannungs-Zwischenkreise der Umrichter von Fahr- und Hubachse zusammengeschaltet. So kann freiwerdende elektrische Energie direkt von der zweiten Achse verwendet werden. Der Gesamtenergieverbrauch wird dadurch (je nach Regalgeometrie und Geräteparametern) durch Anpassung des Ablaufs an den Energieverbrauch des Prozess um maximal 25 Prozent reduziert - ohne zusätzlichen Hardwareaufwand. Das Verfahren lässt sich auch gut beim Umbau von Altanlagen einsetzen.

Optimal an die Anwendung angepasste und in sich optimierte Systeme wie das mechatronische Antriebssystem Movigear - als Produktinnovation des Jahres mit dem Frost and Sullivan Award 2007 ausgezeichnet - können im Vergleich zu konventionellen Antriebstechniken entscheidende Potenziale erschließen. Die größten Energiespareffekte werden nicht primär durch Einzelkomponenten bewirkt, sondern durch sinnvolles Kombinieren effizienter Komponenten zu einem Gesamtsystem, das auf die Applikation abgestimmt ist. Energiesparen mit System aus dem Baukasten führt somit zu wesentlich besseren Ergebnissen als nur die Optimierung von Einzelwirkungsgraden.

Meinhard Schumacher | Hoppenstedt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Schuler-MSC2000-Dual-Servopresse am Fraunhofer IPT für Werkzeugtests und Entwicklungsprojekte
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise