Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die drahtlose Fabrik

16.01.2013
Neue Kommunikationsmöglichkeiten für die flexible Produktion: Das Web als Pate neuer Steuerungsmethoden industrieller Fertigung
Während sich Wireless-LAN in Privathaushalten und auch an öffentlichen Orten durchgesetzt hat, ist die Industrie bei der Nutzung entsprechender Technologien bislang noch zurückhaltend. Mit der Entwicklung einer robusten Wireless-Technologie zur Steuerung und Überwachung industrieller Produktionsabläufe befördern Wissenschaftler der HSU neuartige Automatisierungskonzepte, die die Produktion nicht nur flexibler machen, sondern auch Energie einsparen.

Zentrale Leitrechner zur Steuerung und Überwachung von Produktionsabläufen finden sich in allen industriellen Fertigungsanlagen. Die zentrale Steuerung und Verkabelung der Anlagen führt zunehmend zu Energiekosten und einem Koordinierungsaufwand, den sich die Industrie bei steigenden Energiepreisen im internationalen Wettbewerb nicht mehr leisten kann. Veränderungen kosten Zeit und Geld, die Produktion muss noch flexibler werden.
Besondere Anforderungen an die Übertragungssicherheit verhinderten bislang die Einführung drahtloser Technologien zur Steuerung- und Überwachung der Produktionsabläufe. Bereits kleinste Störungen könnten zu verheerenden Produktionsproblemen führen.

Die Zukunft der Industrie ist kabellos
„Themen wie Energieeinsparung, Energiemanagement und der Einsatz drahtloser Kommunikationssysteme sind in Zukunft die Basis für innovative Steuerungskonzepte; darüber ist sich die Forschung und auch die Industrie einig“, sagt Prof. Dr.-Ing. Gerd Scholl, Leiter der Professur für Elektrische Messtechnik an der Helmut-Schmidt-Universität. Unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ formulierte die Bundesregierung daher jüngst ihre neue Hitech-Strategie mit dem Anspruch, das Internet für die Industrie nutzbar zu machen.
Das Forschungsprojekt MIKOA (Miniaturisierte energieautarke Komponenten mit verlässlicher drahtloser Kommunikation für die Automatisierungstechnik) verspricht Lösungen für autonom arbeitende Sensoren, die energieautark betrieben werden können und kaum störanfällig sind. Zur Steuerung und Diagnose von Produktionsprozessen können diese direkt an den Produktionsanlagen angebracht werden. Zentrale Leitrechner werden somit von eigenständigen Produktionseinheiten abgelöst. Unter Wissenschaftlern kurz „dezentrale Intelligenz“ genannt.

Flexiblere Produktionsplanung, weniger Energieverbrauch
Die kabellose Lösung macht nicht nur die Produktion flexibel. Auch kosten- und zeitintensive Umbaumaßnahmen der Produktionsanlagen können zunehmend vermieden werden. Nebenbei ergeben sich Einsparmöglichkeiten im Energieverbrauch, wie Prof. Dr. Gerd Scholl erläutert: „Mit den Ergebnissen des Projektes wird es möglich sein, ein differenziertes Bild des Energieverbrauches zu bekommen. Auf dieser Informationsbasis können dann Methoden zur Verbesserung der Energieeffizienz aufsetzen“.

Zum Projekt
MIKOA ist ein Verbundprojekt, in dem unter dem Projektkoodinator Festo neben der Helmut-Schmidt-Universität die EnOcean GmbH, die HSG-IMIT- Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., das ifak - Institut für Automation und Kommunikation e.V. Magdeburg, die Siemens AG, die Universität Paderborn und die Zollner Elektronik AG forschten. Das Projekt lief seit Januar 2009 bis September 2012.

Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Gerd Scholl, Tel. 040 6541 3341, E-Mail gerd.scholl@hsu-hh.de

Dietmar Strey | idw
Weitere Informationen:
http://www.hsu-hh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Sturmfeder bekämpft Orkanschäden
23.10.2017 | Westfälische Hochschule

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie