Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nie mehr Langeweile an der Fußgängerampel: HAWK-Studenten erfinden Streetpong

07.09.2012
Mehr als 300.000 Klicks in einer Woche für Seminararbeit im Bereich „Interaktive Medien“ der HAWK-Fakultät Gestaltung in Hildesheim

Stumpfes Warten an der Fußgängerampel könnte bald ein Ende haben. Zwei Studenten der Fakultät Gestaltung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim haben mit Streetpong eine Lösung entworfen, die das Warten an Ampeln zum echten Vergnügen machen könnte.


Streetpong: Simulation an der Ampel Almstorstraße in Hildesheim
HAWK

Schon jetzt bescheinigt das Internet, dass sie mit ihrer Idee genau richtig liegen. Seit dem 30. August ist das Video online, auf dem Holger Michel und Sandro Engel an einer Hildesheimer Ampel ihre Idee in der Praxis präsentieren. Mehr als 300.000 Klicks innerhalb einer Woche und die dazugehörigen positiven Resonanzen sprechen da eine mehr als deutliche Sprache.

„Nein, mit solch einer Reaktion haben wir absolut nicht gerechnet“, berichtet Michel. Im Video ist ein Display zu sehen, das an jeweils zwei gegenüberliegenden Ampelmasten befestigt ist. Angelehnt an das Kult-Computer-Spiel Pong stehen sich darauf zwei Skateboarder gegenüber, die sich einen Ball zuschießen. Es gibt einen Punkt, wenn der andere den Ball nicht erwischt hat. Ein Klassiker also in einem neuem Gewand und vor allem in einer untypischen Umgebung. Man soll sich also die Wartezeit an der Ampel vertreiben, indem man spontan mit einem fremden Menschen eine Runde Streetpong spielt.

Entstanden ist das Spiel im Seminar „Interaktive Medien II“ von Prof. Stefan Wölwer. Mehrere Themen standen zur Auswahl. Michel und Engel entschieden sich für das Gebiet Urban Interfaces, in dem nach Schnittstellen zwischen Design, Technik und öffentlichem Raum gesucht wird. Erste Idee waren Apps zum Finden von schönen Grünflächen oder idyllischen Parkbänken. Doch das gab es alles schon. „Ich fragte Freunde, Familie und Kommilitonen nach möglichen Ideen zu der Auf¬gabenstellung und bekam viele Denkansätze, aber nur ein Einfall überzeugte mich“, erinnert sich Michel. Auf die Frage, was in der Stadt verbessert werden müsse, antwortete Engel nämlich, dass ihn die Wartezeiten an Ampeln sehr störten. Von da an arbeiteten die beiden Hand in Hand als Team und entwickelten das Spiel und vor allem das Video dazu.

„Witzig ist, dass viele wirklich denken, das wäre alles echt“, lacht Michel. Tatsächlich ist die Video-Präsentation eine perfekt gemachte Synthese von Animati¬on und Realbild. Nichtsdestoweniger haben die beiden an alles gedacht. Denn mit Streetpong wollen sie den Straßenverkehr sicherer machen. „Der Punkt der Verkehrssicherheit war natürlich ein ständiger Begleiter, schließlich sollte das Spiel nicht ablenken. Deswegen haben wir versucht, mit allen Elementen, gerade mit der ablaufenden Rot-und Grünphase, eine klare Sprache zu sprechen. Während die Fußgängerampel auf Rot geschaltet ist, haben wir also klar kommuniziert, wie lange diese Phase noch anhält. Das Spiel hält ja ohnehin schon davon ab, bei Rot über die Straße zu gehen.“ Denn während die Fußgängerampel auf Grün geschaltet ist, lässt sich das Touchdisplay nicht bedienen.

„Das Spiel selbst ließe sich relativ einfach programmieren. Aber die Genehmigung, eine Ampelanlage umzufunktionieren, hätten wir natürlich nie bekommen. Aus diesem Grunde entschieden sich die beiden – die sattelfest im Motion Design sind – dazu, ein Video zu erstellen, welches die Idee möglichst gut erklärt. Gedreht wurde also in der Stadt, nachgearbeitet am Computer“, erklärt Prof. Wölwer, der voll und ganz hinter der Idee der beiden Studenten steht.

Schön wäre es also, so ein echtes Streetpong an der Ampel. Ob es das wirklich geben wird, ist noch unklar. „Bisher gibt es noch keine Anfragen, Streetpong auch wirklich umzusetzen, aber jede Menge Zuspruch und wer weiß, vielleicht hilft uns ja das große Feedback im Netz dabei, die Stadt Hildesheim doch noch zu überzeugen“, hofft Prof. Wölwer. Bis dahin muss er sich an der Ampel wohl noch langweilen.

Sabine zu Klampen | idw
Weitere Informationen:
http://www.hawk-hhg.de/
http://vimeo.com/48514003

Weitere Berichte zu: Ampel Fußgängerampel HAWK-Studenten Klicks Langeweile Streetpong Wartezeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik