Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Mediendienste kommen aus dem Grid

05.10.2010
Im Projekt »MediaGrid« entwickeln Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft neue Verfahren zur verteilten Analyse und Nutzung von Multimediadaten. Auf den Medientagen in München vom 13. bis 15. Oktober 2010 stellt das Projektteam erste Ergebnisse vor.

Die Medienbranche boomt und die Mediennutzung der Menschen wird immer vielseitiger. Kultureinrichtungen digitalisieren ihre Inhalte und stellen sie im Internet zur Verfügung. Heutzutage ist es wichtig, dass Medienunternehmen ständig aktuelle und originelle Angebote für ihre Nutzer entwickeln.

Dazu sind nicht nur innovative Technologien notwendig, sondern auch jede Menge Rechenressourcen. Ziel des Projektes MediaGrid ist es, eine dezentrale Recheninfrastruktur aufzubauen, um Dienste für die Medien-Community gemeinsam verfügbar zu machen und die Erschließung durch verteilte, automatische Analysen effizienter zu gestalten.

Auf Basis einer Grid-Plattform sollen neue Nutzerangebote für die Medienindustrie entstehen, die über verteilte Server auf Technologien und Inhalte zugreifen. Dazu werden die verschiedenen Verarbeitungsalgorithmen im Audio- und Videobereich mit Hilfe der Grid-Technologie auf mehrere Server verteilt und zur Verfügung gestellt. Jeder Content-Pro­vider kann seine Daten an die MediaGrid-Diensteplatt­form übergeben und sie anschließend modular analysieren und verarbeiten lassen. Die Analyse- und Verarbeitungsschritte reichen dabei von Audio-/Videosegmen­tierung über Sprach- und Schnitterkennung bis hin zu Audio-/Videotranskodie­rung und Videoschnittrendering.

Ein Beispiel: Für die Mediensuche müssen relevante Metadaten aus den Multimediadaten extrahiert werden. Dazu sind komplexe und rechenintensive Analyseverfahren aus den Bereichen der Audio- und Videoerkennung nötig. »Diese aufwändigen Verarbeitungsprozesse der Mediendaten werden in die MediaGrid-Infrastruktur verlegt, so dass die Medienunternehmen und Kultureinrichtungen keine eigenen Rechenressourcen vorhalten müssen«, erklärt Benjamin Ihle, Leiter des Projektes MediaGrid am Fraunhofer IAIS. So lassen sich neuartige Mediendienste effizienter bereitstellen und wirtschaftlich erfolgreich betreiben.

Bestehende und neue Anwendungen müssen so konzipiert werden, dass sie problemlos auf die von MediaGrid zur Verfügung gestellten Dienste zugreifen können. Es wird verschiedene Endanwendungen mit unterschiedlichen Features geben, um möglichst viele Branchen in der Medienindustrie sowie im Kultur- und Wissenschaftsbereich zu erreichen. Im Rahmen des Projektes werden zwei Pilotanwendungen für Endanwender entwickelt, die auf die dezentrale MediaGrid-Infrastruktur zugreifen. Die verschiedenen Verarbeitungsalgorithmen im Audio- und Videobereich werden über eine zusätzliche Diensteplattform bereitgestellt. Eine erste Version dieser Diensteplattform ist bereits seit Ende August 2010 verfügbar, ein zweiter Prototyp wird im November betriebsbereit sein.

Neben der Projektkoordination und der Entwicklung eines grid-basierten Media Explorers (DiVEGrid) bringen die Wissenschaftler des Fraunhofer IAIS insbesondere ihre Expertise aus dem Bereich der Audioanalyse in das Projekt ein, um diese Verfahren zu optimieren und grid-fähig zu machen. Projektpartner des Fraunhofer IAIS sind die Universität Marburg, ArchivInForm GmbH, Grid-TV GmbH, Science-TV GmbH und Detecon International GmbH. MediaGrid wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Gemeinsam mit seinen Partnern stellt das Fraunhofer IAIS Informationen rund um MediaGrid und erste Ergebnisse auf den 24. Medientagen München im Internationalen Congress Center München am Stand F4 (Foyer) vor.

Katrin Berkler | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mediagrid-community.de
http://www.iais.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie