Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz-Wissensplattform Erde und Umwelt

15.05.2012
Die Helmholtz-Gemeinschaft baut mit der Earth System Knowledge Platform (ESKP) eine umfassende Wissensplattform zu Risiken und Chancen globaler Veränderungen der Umwelt auf.

Acht Helmholtz-Zentren sowie weitere Partner beteiligen sich an der Aufgabe, gesichertes Wissen zu Themen wie Wasser, Boden, Klima oder Naturkatastrophen aufzubereiten, um Gesellschaft, Politik und Wirtschaft eine fundierte Zukunftsvorsorge zu ermöglichen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft investiert von 2012 bis 2016 zusätzlich 13 Mio. Euro in dieses Portfoliothema. Dabei sollen zunächst die Themenfelder Extremereignisse und Anpassung an den Klimawandel im Fokus stehen.

Die mit Industrialisierung und Bevölkerungswachstum einhergehenden anthropogenen Einflüsse haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verstärkt. Zum einen richten Naturkatastrophen in dicht besiedelten Regionen dramatischere Schäden an, zum anderen bedrohen auch eine Reihe schleichender Veränderungen die Produktivität der Erde. So breiten sich Wüsten aus, Böden verarmen, Gewässer verschmutzen, Wälder werden gerodet, das Klima verändert sich und der Meeresspiegel steigt. Solche Risiken stellen die Menschheit vor völlig neue Herausforderungen. Dennoch ergeben sich auch Chancen, die erkannt werden müssen.

„Die Helmholtz-Gemeinschaft wird nun eine Wissensplattform aufbauen, um Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auf die globalen Veränderungen, deren Auswirkungen und Risiken hinzuweisen, mögliche Anpassungsstrategien zu kommunizieren und die einzelnen wirtschaftlichen Sektoren und gesellschaftlichen Gruppen zu beraten“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Der Aufbau einer solchen "Earth System Knowledge Platform (ESKP)" wird als Portfoliothema von 2012 bis 2016 mit zusätzlichen 13 Mio. Euro gefördert und bindet acht Helmholtz-Zentren ein, die in den Forschungsbereichen Erde und Umwelt und Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr forschen. Darüber hinaus sind sechs Universitäten und der Geoverbund Aachen/Bonn/Köln/Jülich als externe Partner beteiligt.

Der Portfolioantrag stellt den ersten Schritt zu einer umfassenden ESKP dar, der Ausbau wird auch nach dieser Anstoßförderung fortgesetzt. Im vollen Ausbaustadium wird die ESKP Informationen zu einer Vielzahl relevanter Themen bereitstellen, zum Beispiel zu Klimawandel, Extremereignissen wie Erdbeben und Vulkanausbrüchen, Stürmen und Hochwasser, Biodiversität, Wasser, Megacities, fragilen Landschaften und fragilen Ökosystemen. Die ESKP soll das bereits vorliegende Wissen bündeln und aufbereiten, zu Anpassungsstrategien beraten und offene Fragen als Impulse zurück in die Forschung geben, um so gezielt Wissenslücken zu schließen.

Im Katastrophenfall soll die ESKP rasch Informationen bereitstellen, wobei sie sich auf bereits vorhandene Strukturen in den verschiedenen Helmholtz-Zentren stützen kann, zum Beispiel auf das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM), das gemeinsam vom Karlsruher Institut für Technologie und dem Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam betrieben wird. Auch beim Thema Anpassung an den Klimawandel kann die ESKP auf existierende Informationssysteme zurückgreifen, insbesondere auf das Climate Service Center des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und die vier Regionalen Klimabüros an Helmholtzzentren.

Koordinierende Helmholtz Zentren:

Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ)
Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG)
Beteiligte Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – ohne Finanzierung
Forschungszentrum Jülich (FZJ)
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR)
Koordinierende Sprecher:
Prof. Dr. Reinhard F. Hüttl, GFZ
Prof. Dr. Wolfgang Kaysser, HZG
Beteiligte externe Partner:
Universität Potsdam
Geoverbund Aachen/Bonn/Köln/Jülich
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – Universitätsbereich
Universität Bremen / Marum
Technische Universität Dresden
Universität Oldenburg
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Zum Hintergrund: Der Portfolioprozess in der Helmholtz-Gemeinschaft
Die Bundesregierung hat den Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung und Innovation einen jährlichen Aufwuchs zugestanden, um Zukunftsthemen aufzugreifen, den Nachwuchs zu fördern und das Wissenschaftssystem in Deutschland noch leistungsfähiger zu machen. Aus einem Teil dieses Aufwuchses fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nun eine Reihe von Portfolio-Themen, die Expertinnen und Experten aus allen Helmholtz-Zentren in einem groß angelegten Prozess als besonders zukunftsträchtig identifiziert hatten. Von dieser Förderung profitieren auch die universitä¬ren Forschungspartner. Ab der nächsten Förderperiode werden die Portfolio-Themen als Teil der Forschungsprogramme weitergeführt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

Thomas Gazlig
Leiter Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel./Fax: 030 206 329-57/60
presse@helmholtz.de
Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel.: 030 206 329-38
antonia.roetger@helmholtz.de

Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften