Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was kommt nach Fernsehen und Internet?

22.08.2007
3-D-Fernsehen ohne Stereobrille, Bildschirme bedienen, ohne sie zu berühren, Videos laden ohne Qualitätsverlust: Das wird in Zukunft zum Standard in der Medientechologie. Wie, zeigt das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI, auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin (31.8. - 5.9.2007) im Technisch-Wissenschaftlichen Forum TWF (Halle 5.3, Stand 17).

Dreidimensional sehen kann der Mensch schon bald nach der Geburt. Das Gehirn wandelt die zweidimensionalen Bilder, die ihm jedes Auge liefert, zu einem räumlichen Bild um. Um einen Film in 3-D zu sehen, braucht der Zuschauer bislang eine spezielle Brille. Das akzeptiert vielleicht noch ein Kinobesucher, zuhause möchte aber niemand mit 3-D-Brille vor dem Fernseher oder PC sitzen.

Das Multi-User 3-D Television Display des europäischen Konsortiums MUTED macht die lästige Stereobrille überflüssig: Es reproduziert das natürliche Sehen für drei bis vier Personen. "Das Display muss immer genau wissen, wo die Augen der Zuschauer sind", erklärt Klaus Schenke vom HHI, der für den Messeauftritt auf der IFA verantwortlich ist. "Die Position der Augen entspricht den beiden Ansichten, aus denen das dreidimensionale Bild aufgenommen oder errechnet wird. Auf der IFA zeigen wir unser Head-Tracking-System. Das ist ein wesentlicher Beitrag zum 3-D Tele-vision Display. Denn es ersetzt jegliche Hilfsmittel."

Ausgerichtet wird das Display bislang auf maximal sechs Augen, also drei Zuschauer. Die Hauptanwendung zielt auf die private Nutzung, "vor allem auf das
... mehr zu:
»3-D »Display »HHI »IFA

3-D-Fernsehen", so Schenke. "Zukünftig wird das Display aber auch im medizinischen Bereich einsetzbar sein, bei minimal-invasiven Operationen." Es erfasst dann beispielsweise die unterschiedlichen Positionen von Chirurg, Assistenzarzt und einer Krankenschwester, so dass alle drei die Operation gleichzeitig in dreidimensionalen Bildern am selben Bildschirm verfolgen können.

Neben dem 3-D-Sehen ohne Brille stellt das HHI auf der IFA einen "Touchscreen" vor, der nicht berührt wird. "Herkömmliche Touch-screens sind nur bei kleiner Präsentationsfläche geeignet. Der Betrachter muss alle Informationen aus kurzer Entfernung komplett erfassen können, damit er den Screen mit dem Arm erreicht, wie bei den Fahrkartenautomaten in Bahnhöfen", beschreibt Schenke. Das HHI aber denkt weiter und will Reisenden mehr Informationen wie Lagepläne und Sehenswürdigkeiten auf größerer Fläche zur Verfügung stellen. Dazu hat das Institut einen "virtuellen" Touchscreen entwickelt, den iPoint Explorer. Das "i" im Namen steht für "information", diese wird per Fingerzeig abgerufen. Erfasst werden die Gesten von Kameras am Display. "Dadurch kann der Nutzer bis zu 1,5 Metern entfernt stehen und auch Flächen mit einer Diagonale von 62 Zoll betrachten", sagt Schenke. Zusätzlicher Vorteil: Der iPoint Explorer ist hygienischer, da er nicht von Tausenden berührt wird.

Ein weiteres Forschungsthema des HHI auf der IFA ist die Videokodierung. Videos aus dem Internet zu laden, ist heute nichts Neues mehr, eine technische Herausforderung sind allerdings die vielen digitalen Übertragungswege und Geräte, auf die audiovisuelle Daten übertragen werden können. Vor allem drahtlose Heimnetzwerke werden immer leistungsfähiger und bedeutender. Aber nicht jeder Inhalt lässt sich so einfach sowohl für den Großbildschirm als auch für das Taschenformat verwenden. Für eine optimale Bildqualität muss das Bildmaterial entsprechend angepasst sein. Bei den bisherigen Kodierungsstandards sind alle Parameter wie Bildauflösung oder -größe von vorneherein genau festgelegt und müssen komplett heruntergeladen werden. Das HHI macht die Kodierung nun skalierbar: "Innerhalb desselben Bitstroms stehen mehrere Auflösungen, unterschiedliche Bildfrequenzen und eine variable Bildqualität zur Auswahl", erzählt Karsten Grüneberg, Wissenschaftler am HHI und Mitarbeiter des EU-Forschungsprojekts ASTRALS. "Der Nutzer entscheidet selbst je nach Übertragungsweg oder Endgerät, welche Teile des Bitstroms er übertragen will."

Was sonst noch in der zukünftigen Medienwelt möglich ist, zeigt das HHI zum Beispiel mit einem virtuellen Spiegel für Augmented Reality, oder dem Pocket PC Photobrowser.

Um diese und andere Entwicklungen der Next Generation Media kennenzulernen, laden wir sie herzlich ein zum
Presse-Gespräch im Technisch-Wissenschaftlichen-Forum TWF
am Sonntag, 2. September 2007 um 11.00 Uhr.
Treffpunkt: Forum "Talk-im-TWF" Halle 5.3
Ansprechpartner:
Klaus Schenke
Telefon: 0 30 / 3 10 02-6 75
Fax: 0 30 / 3 92 72 00
klaus.schenke@hhi.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI
Einsteinufer 37
10587 Berlin

Beate Koch | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: 3-D Display HHI IFA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften