Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medienbranche mit guten Perspektiven bis 2010: Digitalisierung schafft robustes Wachstum

21.06.2006
Weltweiter Umsatz der Unterhaltungs- und Medienindustrie steigt bis 2010 auf 1,8 Billionen US-Dollar / PwC-Studie prognostiziert deutliches Wachstum in Asien / Deutschland bleibt zweitwichtigster europäischer Markt

Die Entwicklung der globalen Unterhaltungs- und Medienindustrie wird in den kommenden Jahren maßgeblich durch die fortschreitende Digitalisierung von Inhalten und Vertriebskanälen geprägt. Neue Erlösquellen sowie geringere Umsatzeinbußen durch Produktpiraterie sollten den weltweiten Branchenumsatz zwischen 2006 und 2010 im Jahresdurchschnitt um rund 6,6 Prozent auf 1,8 Billionen US-Dollar steigen lassen, prognostiziert der "Global Entertainment and Media Outlook: 2006-2010" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Frank Mackenroth, Partner und Leiter der Branchengruppe Entertainment & Media bei PwC: "Die Verbreitung von Raubkopien und der illegale Zugang zu kostenpflichtigen TV-Angeboten bleibt zwar ein Problem. Allerdings sorgen attraktivere Angebote der Industrie, beispielsweise für den Musik- und Filmdownload sowie verschärfte Sanktionen der Behörden dafür, dass die Verluste durch Produktpiraterie bezogen auf den Gesamtumsatz tendenziell sinken."

Besonders dynamisch dürfte sich die Region Asien-Pazifik entwickeln, für die ein Umsatzwachstum im knapp zweistelligen Bereich erwartet wird. Der deutsche Medienmarkt wird der Studie zufolge um jahresdurchschnittlich rund vier Prozent wachsen und damit bis zum Ende des Jahrzehnts seine Position als zweitgrößter Absatzmarkt Europas verteidigen.

Digitale Technologien als Wachstumstreiber

Die Verbreitung von Breitband-Internetanschlüssen und schnellen Mobilfunkverbindungen ermöglicht immer mehr Verbrauchern, digitalisierte Inhalte direkt auf ihren Computer oder ihr Mobiltelefon zu laden. Verfügten im Jahr 2001 weltweit erst 30 Millionen Haushalte über einen schnellen Internetzugang, waren es 2005 bereits 187 Millionen. Diese Zahl wird der Studie zufolge bis 2010 auf 433 Millionen steigen. Im gleichen Zeitraum dürfte zu den 1,8 Milliarden Menschen mit Mobilfunkanschluss eine weitere Milliarde hinzu kommen. Für Online-Abonnements (beispielsweise für Filme), Musikdownloads, Online-Spiele, E-Books und Glücksspiele gaben die Verbraucher im Jahr 2005 rund 19 Milliarden US-Dollar aus, 2010 werden es voraussichtlich rund 67 Milliarden US-Dollar sein. "In nahezu jedem Bereich der Branche gewinnt der Kauf digitalisierter Inhalte über das Internet und andere virtuelle Vertriebskanäle an Bedeutung, während die Umsätze mit herkömmlichen, physischen Datenträgern wie CDs, DVDs oder auch Büchern sinken werden", so die Einschätzung von Mackenroth.

Werbung bleibt wichtige Einnahmequelle

Obwohl die Werbeausgaben im Prognosezeitraum durchschnittlich um 6,2 Prozent und damit etwas langsamer wachsen sollten als der Branchenumsatz insgesamt, bleibt Werbung eine wesentliche Erlösquelle für die Medien- und Unterhaltungsindustrie. Bis 2010 steigt der weltweite Werbeumsatz nach Berechnungen der PwC-Experten auf 521 Milliarden US-Dollar (2005: 385 Milliarden US-Dollar). Dabei gewinnt das Internet als Werbemedium voraussichtlich erheblich an Bedeutung. Mit Steigerungsraten von über 18 Prozent pro Jahr dürften 2010 rund 52 Milliarden US-Dollar oder annähernd zehn Prozent der gesamten Werbeerlöse im Internet erwirtschaftet werden. Im Jahr 2001 lag der Marktanteil der Online-Werbung noch bei unter drei Prozent.

Zwar fallen auch hierzulande die Zuwachsraten voraussichtlich zweistellig aus, für 2010 prognostiziert die Studie dennoch nur einen Online-Werbeumsatz von knapp 660 Millionen US-Dollar, verglichen mit gut 3,9 Milliarden US-Dollar in Frankreich und sogar über 7,4 Milliarden US-Dollar in Großbritannien.

Asien holt auf

Für den asiatischen Markt prognostiziert die Studie dank des weiteren Bevölkerungswachstums und der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung ein Umsatzwachstum von jährlich 9,2 Prozent bis auf 425 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010. Die USA dürften zwar mit einem Volumen von 726 Milliarden US-Dollar auch 2010 der weltweit größte Markt sein, allerdings auch der am langsamsten wachsende mit einer jährlichen Umsatzsteigerung von geschätzt 5,6 Prozent. Die Marktregion Europa/Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) sollte vor allem von der Entwicklung in Osteuropa und Russland profitieren und um jährlich 6,1 Prozent auf 580 Milliarden US-Dollar bis 2010 zulegen. Der deutsche Markt für die Medien- und Unterhaltungsindustrie wird der Studie zufolge von rund 78 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 um jahresdurchschnittlich rund vier Prozent auf knapp 95 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 wachsen. Allein für 2006 erwarten die Experten unter anderem wegen der Fußball-Weltmeisterschaft ein Umsatzplus von rund vier Milliarden US-Dollar.

Internet- und Spiele-Industrie wachsen am schnellsten

Wachstumsraten von über zehn Prozent jährlich prognostiziert die Studie für das Internet-Segment (Werbung und Zugangsentgelte) sowie die Video- und Glücksspielindustrie. Ebenfalls überdurchschnittlich dürften sich die Umsätze der TV-Netzanbieter und Sender, der Filmindustrie und der Musikbranche entwickeln.

Internet

Die Entwicklung immer schnellerer Internetverbindungen erschließt der Branche neue Geschäftsfelder. Moderne Breitbandverbindungen über das Telefon- oder Fernsehkabelnetz ermöglichen die Kombination von Internetzugang, Online-Telefonie und Online-TV ("Triple Play"). Allein die Erlöse aus dem Netzzugang werden der Studie zufolge von 2006 bis 2010 um jährlich 11,9 Prozent auf 214 Milliarden US-Dollar steigen. In Deutschland lag der Umsatz mit Zugangsentgelten für das Breitband-Internet im Jahr 2005 bei geschätzt 4,1 Milliarden US-Dollar. Bis 2010 dürfte der Umsatz wegen der aggressiven Expansion von Seiten der Telefon- und Kabelnetzgesellschaften auf 11,4 Milliarden US-Dollar steigen. Damit wäre Deutschland der größte Markt innerhalb der EMEA-Region vor dem Vereinigten Königreich.

Video- und Computerspiele

Das weltweite Marktvolumen für Video- und Computerspiele wird jährlich um durchschnittlich 11,4 Prozent auf 46 Milliarden US-Dollar zunehmen. Besonders dynamisch dürften sich die Verkäufe von Download-Spielen für Mobiltelefone, von Online-Spielen sowie die Umsätze mit Spielkonsolen entwickeln, während der PC-Bereich eher stagniert. Für Deutschland ist ein überdurchschnittliches Wachstum von jährlich 12,7 Prozent auf 3,1 Milliarden US-Dollar zu erwarten. Damit bleibt Deutschland der zweitwichtigste Markt der Region EMEA hinter Großbritannien (Umsatz 2010: 4,5 Milliarden US-Dollar).

Glücksspiel

Die Casino- und Glücksspielbranche wird ihren Umsatz von 2006 bis 2010 um jährlich 8,8 Prozent auf 125 Milliarden US-Dollar steigern. Vor allem in der Region Asien-Pazifik sind deutliche Zuwächse zu erwarten, da die Volksrepublik China den Stadtstaat Macao zu einem bedeutenden Casinostandort ausbaut. In Europa dürfte vor allem das Online-Glücksspiel zulegen. Für den deutschen Markt werden in diesem Segment Zuwächse von 17 Prozent pro Jahr erwartet, allerdings bleibt das absolute Umsatzniveau mit geschätzt 764 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 vergleichsweise gering. In Großbritannien wird der Umsatz mit Online- und TV-Glücksspielen demgegenüber bei 3,8 Milliarden US-Dollar liegen.

TV-Netzbetreiber und TV-Sender

Der Umsatz der TV-Netzbetreiber wird im Prognosezeitraum um jährlich 8,3 Prozent auf gut 230 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 steigen. Dabei müssen sich die Kabelgesellschaften zunehmend mit der Konkurrenz durch das frei empfangbare Digital-Terrestrische-Fernsehen und das digitale Satellitenfernsehen auseinander setzen. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung der Telefongesellschaften als Anbieter von Internet-Fernsehen (IPTV) vor allem für "Video on Demand" zu. Die TV-Sender profitieren von der technologischen Entwicklung. Neue Kanäle ermöglichen die Mehrfachverwertung von Inhalten und schaffen neue Werbeplätze. Bis 2010 prognostiziert die Studie einen jährlichen Umsatzzuwachs um 6,6 Prozent auf 227 Milliarden US-Dollar.

Film und Musik

Für die Filmindustrie erwarten die Experten bis 2010 ein Umsatzplus von jährlich 5,3 Prozent auf 104 Milliarden US-Dollar. Dabei dürften die zuletzt rückläufigen Erlöse an den Kinokassen durch den Bau neuer, attraktiverer Kinos mit digitaler Leinwand-technik wieder aufgefangen werden. Gleichzeitig profitiert der Heimkino-Markt voraussichtlich von der Einführung der High-Definition-DVD.

Die Musikindustrie wird die herben Umsatzeinbußen der vergangenen Jahre bis 2010 wenigstens zum Teil wieder ausgleichen. Für den Zeitraum ab 2006 prognostiziert die Studie ein jährliches Wachstum von 5,2 Prozent auf 47,9 Milliarden US-Dollar zum Ende des Jahrzehnts. Während der Umsatz aus dem Verkauf von CDs und anderen Tonträgern weiter sinken dürfte, sind beim Musik-Download auf Computer und Mobiltelefon deutliche Zuwächse zu erwarten.

Der Entertainment & Media Outlook ist kostenpflichtig und kann über folgende Website bestellt werden: http://www.materialogic.com

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dr. Reinhard Müller
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Technology, Information, Entertainment & Media
Tel.: (069 ) 95 85 - 11 70
E-Mail: reinhard.mueller@de.pwc.com
Frank Mackenroth
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Technology, Information, Entertainment & Media
Tel.: (040) 63 78 - 13 09
E-Mail: frank.mackenroth@de.pwc.com

Karim Schäfer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com
http://www.materialogic.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Design Thinking für Nachhaltigkeitsinnovationen – Toolbox zum Einsatz in Unternehmen jetzt online
15.06.2018 | Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

nachricht Messewand PIXLIP GO LED
13.06.2018 | NORD DISPLAY GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Nierentumor: Genetischer Auslöser entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Schnell, günstig, tragbar: Testgerät PIDcheck prüft Solarmodule im Feld auf PID

18.06.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics