Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Charité: Dünndarmtransplantation mit innovativem Ernährungskonzept

29.01.2001


In der "Klinik für Abdominal- und Transplantationschirurgie" der Charité ist am Montag, dem 8. Januar dieses Jahres, einem 38 Jahre alten, in Berlin lebenden Mann der Dünndarm eines durch Unfall in Eberswalde
gestorbenen jungen Spenders erfolgreich transplantiert worden. Der Empfänger, vierfacher Vater und von Beruf Koch, stammt aus Bosnien, arbeitet aber seit Jahren in der Hauptstadt. Bei einem Besuch in seiner Heimat im Juli 1999 ist er wegen heftiger Bauchschmerzen in ein dortiges Krankenhaus eingeliefert worden. Ursache seiner Beschwerden war ein seltenes Ereignis, ein plötzlicher Verschluss eines großen Blutgefäßes im Bauch (Arteria mesenterica), das Teile des Darms mit Blut versorgt. Der Gefäßverschluss machte den Darm funktionsunfähig, sodass dem Patienten schließlich der Dünndarm bis auf einen oberen Rest von 30 cm und außerdem zwei Drittel des Dickdarmes entfernt werden mussten. Zurück in Berlin wurde ihm nach Zwischenaufenthalt in einem kleineren Krankenhaus, in der Charité ein dauerhafter Zugang zum Gefäßsystem, ein sogenannter Port gelegt, über den Nährlösung infundiert werden konnte, denn eine normale Ernährung war nicht mehr möglich. Wegen mehrerer Komplikationen musste er wiederholt stationär behandelt werden. Im November 1999 wurde er schließlich auf die Warteliste für ein Dünndarmtransplantat gesetzt, das er schließlich 14 Monate später erhielt.
Dem Patienten geht es jetzt sehr gut. Er hat weder Abstoßungsreaktionen noch Infektionsattacke gehabt. Frau Dr. Andrea Müller, Oberärztin der Klinik, die die Transplantation durchführte, erklärt die komplikationslose Entwicklung vor allem auch durch ein von ihr entwickeltes Ernährungskonzept, das sie nach Tierversuchen auch bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und nach Darmoperationen erfolgreich eingesetzt hat: Während in anderen Transplantationszentren ein verpflanzter Dünndarm mehrere Tage leer bleibt, in der Vorstellung, die Nahtstellen am Darm schonend heilen zu lassen, weicht Frau Dr. Müllers Konzept bewusst hiervon ab. Ihr hat sich die sofortige Belastung des Darms mit einer speziellen Sondennahrung bewährt, die reich an Amino- und Fettsäuren ist. Jetzt, rund zwei Wochen nach der Verpflanzung, geht es dem Manne gut, die Sondennahrung konnte zugunsten normaler Kost aufgegeben werden und die Entlassung steht bevor.

Dieser zweiten Dünndarmtransplantation in der Charité war die erste im Juni 2000 vorausgegangen. Damals erhielt eine junge Frau ein Dünndarmtransplantat. Ihr geht es auch sehr gut, sie studiert inzwischen Medizin und bereitet sich auf ihr "Physikum" vor (http://www.charite.de/mediamed/00/25_00.htm).

Silvia Schattenfroh

(Anmerkung: Der Patient ist auch bereit, sich den Medien gegenüber zu äußern)
____________________________________________________________

Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-70 400
FAX: (030) 450-70-940

E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw

Weitere Berichte zu: Darm Dünndarm Dünndarmtransplantation Sondennahrung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

nachricht Sehr prominente Produktplatzierungen können von 3D-Filmen profitieren, wenig prominente verlieren
07.07.2016 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik