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Schweizer investieren mehr Geld in Medien

10.07.2008
Werbung vermehrt an Zielgruppen, als an Reichweiten interessiert

Der Medienkonsum ist in der Schweiz weiterhin ein Wachstumsmarkt. Dies zeigen die Resultate der zum vierten Mal vom Verband Schweizer Presse durchgeführten Studie zu den Medienbudgets. Die Ausgaben stiegen 2007 um 6,6 Prozent auf 11,3 Mrd. Franken (6,9 Mrd. Euro), das sind 3.276 Franken (2.016 Euro) je Haushalt.

2006 waren es noch 1.930 Euro. "Das zeigt, dass die Schweizer bereit sind für gute Informationen auch viel Geld zu bezahlen", meint Thérèse Ruedin, die im Auftrag des Verbandes Schweizer Presse die Medienbudgetbefragung durchführte, im Gespräch mit pressetext.

Den größten Teil, 6,2 Mrd. Franken (3,8 Mrd. Euro), gaben die Schweizer dabei für den Einkauf von Inhalten aus, was einem Plus von 3,5 Prozent entspricht. Einen Umsatzanstieg von 13,5 Prozent konnte die Medienbranche beim Verkauf von Geräten zur Mediennutzung verbuchen. "Die Leute wollen gute Fernseher, schnelle Internetverbindungen und rauschfreie Radios, dafür geben sie gerne ein paar Franken mehr aus", so Ruedin weiter. Mehr Geld ausgegeben wurde dabei für mobilen Content und für Downloads von Medienservices. Vor allem der Internethandel mit Tonträgern, der um 86 Prozent zulegte, konnte davon profitieren. Der Buchmarkt schloss mit einem kleinen Plus von 2,5 Prozent das Jahr 2007 ab. Als Grund hierfür wird die am 2. Mai 2007 aufgehobene Buchpreisbindung genannt, die zu einem starken Preiskampf führte.

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Ein hingegen schlechtes Jahr hat der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt durchlebt. Zwar habe jeder Haushalt im Durchschnitt noch 1,3 Abos, doch sank deren Gesamtzahl um 4,4 Prozent auf 2,7 Mio. "Der Schweizer Medienmarkt ist wie kaum ein zweiter in Europa durch die Stärke der Gratiszeitungen und durch die Kleinteiligkeit an Zeitungstiteln geprägt", erklärt Ruedin. "Durch die Dreisprachigkeit der Schweiz gibt es viele kleine Titel, die regelmäßig ums Überleben kämpfen müssen." In der Schweiz buhlen neben den käuflich zu erwerbenden Zeitungen- und Zeitschriften sechs große Gratiszeitungen um die Gunst der Leser.

Neben den Abbozeitungen mussten auch die Straßenverkaufstitel Absatzrückgänge hinnehmen. Das führt man beim Schweizer Presseverband darauf zurück, dass weniger Kunden die Läden frequentierten. "Früher wurden Lottoscheine beim Kiosk abgegeben, heute wird im Internet gespielt. Dadurch ist der Mitnahmeeffekt von Printartikeln gesunken", so der Verband. Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich sind drei von fünf Titeln, die am Kiosk verkauft werden, ausländische Publikationen. "Denn Schweizer Zeitungen werden schon aus Gewohnheit abboniert", meint Ruedin.

Als zunehmenden Trend in der Schweizer Medienbranche macht Ruedin aus, dass sich Werbung immer weniger an Reichweiten orientiere, sondern vermehrt an den Zielgruppen, die damit erreicht werden können. "Werbetreibende interessiert immer stärker, in welchem Umfeld sie ihre Werbung schalten und für Qualität ist man dort auch bereit, mehr Geld zu bezahlen." Zudem sei Werbung aufgrund der Vielsprachlichkeit in der Schweiz ohnehin schon teuer. "Wenn Jugendliche in Deutschland erreicht werden sollen, dann muss man in zwei oder drei Titeln inserieren. Hier sind es je Sprache drei und das macht Werbung teuer", so Ruedin.

Erik Staschöfsky | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.schweizerpresse.ch

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