Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verzeichnis aller bekannten marinen Lebewesen geht online

26.06.2008
Beschreibung der Arten ist Grundstein für Meeresschutz

Die Organisation Census of Marine Life (CoML) hat es sich zum Ziel gesetzt, die derzeit rund 230.000 bekannten Arten von Meereslebewesen zu erfassen und Wissenschaftlern wie Laien zugänglich zu machen.

Dazu hat das internationale Forscher-Netzwerk das Online-Verzeichnis World Register of Marine Species eingerichtet. Die Übersicht umfasst derzeit 122.500 verifizierte Arten, über 50.000 Parallelbezeichnungen konnten die Experten schon aussondieren. Die Datenbank umfasst neben Informationen über die Artensystematik und exakte Namen auch Beschreibungen von Lebensweise und Lebensraum.

Einige tausend Photos illustrieren das Werk, das bis zum Jahr 2010 komplettiert sein soll. "Wollen wir die Meere schützen, müssen wir abschätzen können., wie widerstandsfähig ein System ist, wenn Arten verloren gehen oder herausgefischt werden", sagt Brigitte Ebbe vom Projekt CeDAMar, das am CoML beteiligt ist, gegenüber pressetext. "Die Taxonomie, die Beschreibung der Arten, ist da die Basis, von der wir ausgehen können."

... mehr zu:
»Lebewesen »Meereslebewesen »Spezie

Während bisherige Verzeichnisse in Anbetracht der Fokussierung auf bestimme Spezies oder Regionen nicht vollständig waren, soll das World Register ein umfassendes Kompendium der bekannten Arten werden, dass Wissenschaftlern und Normalsterblichen per Mausklick zur Verfügung steht. "Überzeugende Warnungen über abnehmende Bestände von Fischen oder anderen Meereslebewesen müssen auf einer validen Erfassung basieren", sagt Mark Costello, Miturheber des World Register. "Dieses Projekt wird die Informationen für Forscher verbessern, die Fischerei, invasive und bedrohte Arten sowie marine Ökosysteme untersuchen." Auch der Fehlinterpretation von Namen, Verwirrung über die lateinische Schreibweise und Mehrfachbenennungen soll das Verzeichnis entgegentreten. "Denn solche Verwirrung streuenden Probleme verlangsamen den Forschungsprozess", fügt Costello an. Bisheriger Spitzenreiter bei den Mehrfachbenennungen sei der Schwamm Halichondria panicea, der seit seiner Entdeckung mit über 50 lateinischen Synonymen beschrieben wurde.

Zudem übersteige die Geschwindigkeit, mit der neue Meereslebewesen entdeckt werden, die Kapazitäten der Wissenschaft, sie zu beschreiben, zu verifizieren und zu benennen. Das weltweite Netzwerk des World Register könne da einen hilfreichen Beitrag leisten, meint Initiator Edward Vanden Berghe von der Rutgers University http://www.rutgers.edu : "Moderne Technologien erlauben eine beispiellose globale Zusammenarbeit, um mehr als 250 Jahre Forschung bezüglich der Meereslebewesen zu überprüfen und weiter voranzubringen." Um die Liste zusammenzutragen bedient sich die Organisation bereits publizierter Aufzeichnungen über marine Spezies wie dem European Register of Marine Species (ERMS), die von Experten überprüft und zusammengetragen werden.

Bis zum Ende dieses Jahres wollen die Forscher 200.000 Arten katalogisiert haben, im Jahr 2010 soll das erste vollständige Kompendium der bekannten Meereslebewesen herausgebracht werden. Allerdings dürfte die Arbeit damit bei Weitem noch nicht abgeschlossen sein. "Es herrscht noch immer ein Missverhältnis zwischen den bekannten Arten auf dem Land und zu Wasser. Immerhin wird unser Planet zu zwei Drittel von Wasser bedeckt, es beherbergt aber nur einen geringen Teil der bekannten Arten", erklärt Ebbe. Die Taxonomen gehen davon aus, dass mindestens eine Mio. mariner Arten existieren, die obere Grenze können sie aber nicht beziffern. "Die küstennahen Gebiete sind zwar relativ gut erforscht, die Tiefsee unter 2.000 Meter ist es aber nicht. Von einer hier entnommenen Probe sind fast 100 Prozent Organismen, die noch nie ein Mensch gesehen hat."

Claudia Misch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.coml.org
http://www.marinespecies.org
http://www.cedamar.org

Weitere Berichte zu: Lebewesen Meereslebewesen Spezie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie