Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Rostock startete Interdisziplinäres Projekt „ExCell“

20.04.2009
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Transformation wissenschaftlichen Wissens in den Lebenswissenschaften: Das Verständnis der lebenden Zelle im Wandel“ wurde mit einem Kick-Off-Meeting am 30. März im Lichtmikroskopie-Zentrum Rostock gestartet.

Unter der Koordination des Zentrums für Logik, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte (ZLWWG) werden Geistes-, Ingenieur-, Kultur- und Naturwissenschaftler aus vier Fakultäten der Universität Rostock gemeinsam mit einer Reihe von Forschern externer nationaler und internationaler wissenschaftlicher Einrichtungen die Prozesse bei der Umstrukturierung und Neugestaltung unseres Wissens über komplexe lebende Systeme, aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren, beurteilen und dokumentieren.

„Ein Schwerpunkt des Projektes ist die Frage, welchen Einfluss die dramatischen Verbesserungen der Lichtmikroskopie hatten, die seit den 1980er Jahren u.a. durch computergestützte Bild gebende Verfahren in der Lichtmikroskopie und Computersimulationen von Zellprozessen ausgelöst worden sind“, sagte Prof. Dr. Dieter G. Weiss von der Universität Rostock (Institut für Biowissenschaften, Zellbiologie und Biosystemtechnik). Unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, insbesondere der Abteilung von Prof. Dr. Jürgen Renn, die sich mit langfristigen Prozessen des Strukturwandels von Wissenssystemen beschäftigt, wird nun erstmals umfassend und fächerübergreifend der Wandel unseres Verständnisses von lebenden Zellen als paradigmatischer Fall für die Transformation wissenschaftlichen Wissens in den Lebenswissenschaften untersucht werden. Das Verbundvorhaben ist dem universitären Profilelement „Wissenskulturen“ zugeordnet. Es steht im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Universität Rostock und dem Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, die seit dem Jahre 2006 mit einer Reihe von erfolgreichen wissenschaftlichen Projekten und Veranstaltungen umgesetzt wird.

Als Gesamtziel des Forschungsverbundes, der im Rahmen der Exzellenzinitiative Mecklenburg Vorpommern gefördert wird, soll ein wissenschaftstheoretischer Neuansatz erarbeitet werden, der sowohl die Entwicklung und Veränderung unseres Wissens über die lebende Zelle als auch die erkenntnistheoretischen, bildtheoretischen, praktischen und ontologischen Probleme der Modelle, Abbildungen und Repräsentationen komplexer lebender Systeme berücksichtigt. Die sechs Teilprojekte des Verbundes beschäftigen sich mit wissenschaftstheoretischen Ansätzen zu Transformationsprozessen von Wissenssystemen in den Lebenswissenschaften, mit dem Verhältnis von Theorie und Beobachtung unter den Gesichtspunkten der Theoriebeladenheit und den Grenzen des Beobachtbaren, mit ontologiebasierten, mathematischen, graphischen und computergestützten Modellen der Zelle sowie mit dem Paradigmenwechsel im Verständnis der lebenden Zelle, der durch die die digitale Lichtmikroskopie und die Simulation der molekularen Prozesse des Lebens ausgelöst wurde. Als Projektleiter sind an dem Forschungsverbund beteiligt: Prof. Dr. Hans Jürgen Wendel, Sprecher des Forschungsverbundes (Institut für Philosophie), Prof. Dr. Philipp Stoellger (Institut für Bildtheorie), Prof. Dr. Olaf Wolkenhauer (Institut für Informatik, Systembiologie und Bioinformatik), Prof. Dr. Bertram Kienzle (Institut für Philosophie), Prof. Dr. Dieter G. Weiss (Institut für Biowissenschaften, Zellbiologie und Biosystemtechnik) und PD. Dr. Sergei A. Kuznetsov (Lichtmikroskopie-Zentrum Rostock, Institut für Biowissenschaften).

Kontakt:
Universität Rostock
Zentrum für Logik, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte
Dr. Olaf Engler
Tel.: ++49 0381 498 - 2810
email to zlwwg@uni-rostock.de

Dr. Ulrich Vetter | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de
http://www.iph.uni-rostock.de/Exzellenzprojekt-MV.171.0.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie