Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwerpunkt Infektionsforschung weiter ausgebaut

16.11.2009
Offizielle Eröffnung des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin

Am Mittwoch, dem 18. November, feiert das neue Interfakultäre Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Eberhard Karls Universität seine offizielle Eröffnung. Zu diesem Anlass findet ab 13 Uhr im Hörsaal B 210 der CRONA-Kliniken, Hoppe-Seyler-Str. 1, ein Inaugurationssymposium statt. Dabei sprechen prominente Redner wie Ministerialdirektor Klaus Tappeser und Ernst Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft.

Mit dem neugegründeten Institut schafft die Universität Tübingen eine innovative fakultäts-übergreifende Einrichtung, in der sich Mediziner und Biologen im interdisziplinären Verbund der Erforschung von Mikroorganismen und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt widmen. Schwerpunkte liegen dabei auf der Infektionsbiologie, der mikrobiellen Physiologie sowie antimikrobiellen Wirkstoffen.

Ohne interdisziplinären Austausch ist die moderne Infektionsforschung nicht mehr vorstellbar. Als einer der ersten Standorte seiner Art bringt das Tübinger Institut die Expertise der Biologen über die Erreger mit dem Know-how der Mediziner über Infektionen zusammen. "Mit sieben Professoren, davon vier in der Biologie und drei in der Medizin, ist das Interfakultäre Institut sehr gut aufgestellt - und bietet mit der Zusammenführung besonderer Kompetenzen ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland," so Universitätsrektor Bernd Engler.

Bereits jetzt ist Tübingen der deutschlandweit stärkste Standort für die Erforschung krankheitserregender Bakterien. So sind hier zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) tätig, der SFB 766 "Die bakterielle Zellhülle: Struktur, Funktion und Schnittstelle bei der Infektion" sowie der SFB-Transregio "Pathophysiologie von Staphylokokken in der Post-Genom-Ära". Insgesamt zehn Nachwuchsgruppen zu einzelnen Aspekten der Mikrobiologie und Infektionsmedizin, ein Graduiertenkolleg Infektionsbiologie und derzeit zwei Humboldt-Stipendiaten ergänzen die Forschungsleistung des interdisziplinären Verbunds. Das Interfakultäre Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin verstärkt nun diesen Forschungsschwerpunkt der Eberhard Karls Universität in den Lebenswissenschaften und erhöht die internationale Sichtbarkeit der Tübinger Infektionsforschung. Es setzt die Integration von Grundlagenforschung und translationaler Forschung in idealer Weise um und bietet Impulse für die Anwendung bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe. Neben der Forschung will das Institut auch die Ausbildung der Studierenden in Mikrobiologie und Infektionsmedizin stärken. Dazu ist unter anderem die Einrichtung einer internationalen Graduiertenschule für Mikrobiologie und Infektionsbiologie geplant. "Durch die noch stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit und durch die gezielte Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftler möchte das neue Interfakultäre Institut künftig einen Platz innerhalb der weltweit führenden Institute der Infektionsforschung erreichen", erklärt der Infektionsmediziner Ingo B. Autenrieth, Vorstand des neuen Instituts.

Infektionen sind weltweit die häufigste Krankheits- und die zweithäufigste Todesursache. Allein in Deutschland sterben jährlich etwa 60.000 Menschen an Blutvergiftung, einer der schwersten Komplikationen einer Infektion. Hinzu kommen mehrere Tausend Todesfälle durch andere Infektionen wie etwa Lungenentzündung oder die Grippe. Schätzungen zufolge haben zudem etwa 20% aller Krebserkrankungen ihren Ursprung in Infektionen. Infektionen bringen daher eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem mit sich. Neue Epidemien und zunehmende Resistenzen der Erreger gegen bekannte Wirkstoffe stellen die Wissenschaft vor große Herausforderungen. Ein schnelles Wachstum und ständige Mutationen von Erregern erfordern zudem schnelle Reaktionen in der Forschung. Andererseits haben viele Mikroben ein enormes Potential, pharmazeutisch und biotechnologisch wertvolle Produkte zu synthetisieren. Diese Möglichkeiten auszuschöpfen und zugleich effektive Wirkstoffe gegen mikrobielle Krankheitserreger zu entwickeln, ist das Ziel des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin.

Die Vertreter der Medien sind zum Inaugurationssymposium herzlich eingeladen.

Kontakt:

Prof. Dr. Ingo B. Autenrieth
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsklinikum Tübingen
Elfriede-Aulhorn-Str. 6
72076 Tübingen
Tel.: (07071) 29-82351
Fax: (07071) 29-5440
E-Mail: ingo.autenrieth[at]med.uni-tuebingen.de
Prof. Dr. Karl Forchhammer
Lehrstuhl für Mikrobiologie/
Organismische Interaktionen
Auf der Morgenstelle 28
72076 Tübingen
Tel.: (07071) 29-72096
Fax: (07071) 29-5843
E-Mail: karl.forchhammer[at]uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt
25.05.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics