Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Honda entwickelt Roboter-Gedankensteuerung

31.03.2009
Neuer Ansatz kombiniert EEG und Nahinfrarot-Spektroskopie

Das Honda Research Institute Japan, eine Tochter des Honda-Konzerns, hat ein System zur Gedanken-Steuerung von Robotern vorgestellt, das zusammen mit dem Advanced Telecommunications Research Institute International (ATR) und der Shimadzu Corporation entwickelt wurde.

Laut Honda handelt es sich um das erste "Brain Machine Interface" (BMI) der Welt, das EEG und Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) mit einer speziellen Technologie zur Informationsverarbeitung kombiniert, um die Kontrolle eines Roboters allein mittels Gedanken zu ermöglichen. Die Lösung verspricht dabei hohe Genauigkeit und könnte langfristig für anwenderfreundlichere Technik-Produkte sorgen.

Auf dem Kopf des Anwenders werden EEG- und NIRS-Sensoren angebracht. Damit können sowohl die leichten Änderungen in den Stromflüssen als auch der Durchblutung im Gehirn gemessen werden, die sich aus Denkprozessen ergeben. Die Messungen der Sensoren werden mit einer eigens entwickelten Verarbeitungstechnologie statistisch ausgewertet, um die gewünschte Aktion zu erkennen. In Tests konnte der Nutzer sich für einen von vier Körperteilen entscheiden und sich vorstellen, dass er diesen bewegt. Ein humanoider ASIMO-Roboter hat dann aufgrund der Echtzeit-Auswertung der Sensor-Daten etwa ein Bein gehoben oder den Arm bewegt. Laut Honda wurde bei der Bestimmung der gewünschten Bewegung eine Genauigkeit von mehr als 90 Prozent erzielt, was einen Weltrekord darstelle. Dabei kommt das System ohne Implantate aus und erfordert keine physische Bewegung des Anwenders.

Die aktuelle Entwicklung ist ein Ergebnis von BMI-Forschungsbemühungen von Honda und ATR, die 2005 ihren Anfang genommen haben. Schon vor rund drei Jahren hat Honda einen Durchbruch bei der Gedankensteuerung gemeldet. Damals kam allerdings funktionelle Magnetresonanztomographie zur Messung der Gehirnaktivität zum Einsatz und damit ein sehr großes Gerät, betont Honda nun. Im Vergleich dazu sei das EEG-NIRS-System deutlich portabler. Außerdem biete es den Vorteil, kein starkes Magnetfeld zu erzeugen und somit auch in Sachen Nutzungsumgebung weniger Einschränkungen zu unterliegen. Nun will Honda prüfen, ob die Entwicklung in Kombination mit anderen intelligenten oder robotischen Technologien für ein besonders menschengerechtes User-Interface genutzt werden kann.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.honda-ri.com
http://world.honda.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie