Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drohne aus 3D-Drucker soll Küsten überwachen

03.07.2013
Unbemannte Kontrollflüge für Ärmelkanal und Nordsee geplant

Luftfahrtingenieure der University of Southampton http://www.southampton.ac.uk haben ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) für Überwachungszwecke entwickelt, das die Schifffahrt auf den Gewässern des Ärmelkanals und der Nordsee künftig deutlich sicherer gestalten soll.


Fliegendes Auge: Die ''2Seas'' in Aktion
(Foto: 2seas-uav.com)

Wesentliche Bauteile von "2Seas" http://www.2seas-uav.com , so der Name des Fluggeräts, werden dabei vollständig per 3D-Druckverfahren produziert, nur die Flügel und die Heckflosse werden aus Kohlenstofffasern gefertigt.

Die Drohne, deren Herstellung unter anderem von der Europäischen Union mitfinanziert wird, könnte schon bald die Küstenbereiche Großbritanniens und Skandinaviens kontrollieren, um Risiken für die Schifffahrt zu minimieren, aber auch um illegale Fischerei oder sogar Drogenschmugglerei einzudämmen.

"Bei dem überregionalen europäischen '2Seas'-Projekt geht es vor allem darum, den Einsatz von UAV-Flugobjekten im Bereich des maritimen Umfelds zu simulieren und zu erproben", heißt es auf der offiziellen Projekt-Webseite. Als die beiden federführenden Wissenschaftler des Projekts werden Jim Scanlan, Direktor des Computational Engineering Design Centre (CEDC), und Andy Keane, Leiter des Sothampton e-Science Centre http://www.e-science.soton.ac.uk , genannt, zwei erfahrene Experten der Luftfahrttechnologie. Im Forschungsteam befinden sich aber auch Kollegen aus England, Frankreich und den Niederlanden.

Nachfolger von SULSA

Dass gerade Scanlan und Keane als Leiter des Projekts fungieren, kommt nicht von ungefähr. Die beiden Forscher haben schließlich bereits im Vorjahr mit dem 2Seas-Vorgänger "SULSA" (Southampton University Laser Sintered Aircraft) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110730004/ ). Das per Katapult startbare Flugobjekt, das eine Flügelspannweite von zwei Metern besitzt, seine Energie aus einem integrierten Elektromotor bezieht und zur Gänze per 3D-Druck hergestellt werden kann, hatte schon im Juni 2011 mit seinem ersten erfolgreich absolvierten Testflug für Schlagzeilen gesorgt.

Bei ihrem aktuellen Modell, das wesentlich größer ausgefallen ist als sein Vorgänger, waren die Flügel allerdings zu lang, um sie von einem 3D-Drucker produzieren zu lassen. Lediglich der zentrale Körper, der Treibstofftank und die Motorhalterung entstammen dem kostengünstigen dreidimensionalen Druckverfahren. Dank des Benzin-betriebenen Motors kann die Drohne bei unbemannten Überwachungsmissionen rund fünf Stunden lang bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern in der Luft bleiben und verbraucht dabei nur sieben Liter Treibstoff.

Erster Einsatz 2015

Ob und wann die 2Seas-Drohne tatsächlich ihre ersten Überwachungsflüge zwischen Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Belgien absolvieren wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Erste Testläufe, bei denen das UAV-Flugobjekt auch besonders raue Wetterverhältnisse und starke Seitenwinde überstehen musste, soll die Neuentwicklung aber bereits mit Bravour bestanden haben. "Als nächstes müssen wir noch an den Vibrationen und den Flugeigenschaften arbeiten. Wenn auch diese Tests positiv verlaufen, könnte die Drohne 2015 oder sogar schon früher ihren Einsatz antreten", so Scanlan gegenüber dem NewScientist.

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.southampton.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena

24.02.2017 | Bildung Wissenschaft

Stachellose Bienen lassen Nester von Soldatinnen verteidigen

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee

24.02.2017 | Maschinenbau