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Flexible Strategien für verantwortungsvollen Klimaschutz

06.05.2002


Europäische Akademie GmbH legt Studie vor:

Flexible Strategien für verantwortungsvollen Klimaschutz

Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH stellt heute in Berlin ihre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie zur rationalen Beurteilung der Klimaproblematik vor. Die Studie ist Ergebnis der mehrjährigen Arbeit einer unabhängigen, interdisziplinären Wissenschaftler-Gruppe der Europäischen Akademie und gibt Empfehlungen für eine wissenschaftlich fundierte und langfristig vorhersehbare Klimapolitik.

Zwar lassen die Ergebnisse aktueller Forschung für die künftige Entwicklung des Klimas besorgniserregende Schäden befürchten; allerdings ist die Bandbreite der prognostizierten Schäden sehr groß, so dass die Entwicklung von wissenschaftlichen fundierten Empfehlungen für die Politik problematisch bleibt.

Politisches und gesellschaftliches Handeln muss daher auch in Zukunft zwischen ungewissen Klimarisiken und ökonomischen Risiken - z.B. durch überzogene Interventionen - abgewägt werden. Die Festlegung tolerierbarer Klimaentwicklungen wird dadurch erschwert, dass schon heute u.U. weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen, von denen aber erst zukünftige Generationen profitieren werden - Generationen, über deren Interessen wir nur Vermutungen anstellen können.
Die Projektgruppe fordert vor diesem Hintergrund, Klimapolitik als generationenübergreifende Aufgabe zu verstehen, anstatt die Klimaproblematik heute für alle Zeiten lösen zu wollen. Hier schlägt die Studie das Konzept der "flexiblen Planung" klimapolitischer Ziele vor, das durch Alarmismus, Steuerungsoptimismus oder Resignation getragene Fehlentwicklungen vermeiden soll: Klimaschutzstrategien - wie beispielsweise der Umbau der Energiesysteme - sollten allmählich und vorhersehbar umgesetzt werden, damit neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder praktische Erfahrungen mit neuen Instrumenten (wie beispielsweise mit dem Emissionshandel) in die Zielplanung der Klimavorsorge einfließen können. Mit diesem Prozess "gesellschaftlichen Lernens" können klimapolitische Zielsetzungen laufend und bedarfs-gerecht modifiziert werden, ohne bestimmte Klimaschutzmaßnahmen oder kurzfristige ökonomische Maximen dogmatisch festzuschreiben.

Die Autoren empfehlen daher, kurzfristig solche Maßnahmen zu ergreifen, die kostengünstig sind und die - abhängig vom späteren Kenntnisstand - verschärft oder abgemildert werden können.


Publikation:

M. Schröder, M. Claussen, A. Grunwald, A. Hense, G. Klepper, S. Lingner, K. Ott, D. Schmitt, D. Sprinz (2002) Klimavorhersage und Klimavorsorge. Band 16 der Reihe Wissenschaftsethik und Technikfolgenbeurteilung (Hrsg. C. F. Gethmann). Springer-Verlag, Berlin Heidelberg. ISBN 3-540-43239-6

Die Studie wird am Montag, 6. Mai 2002, 17 Uhr, in Berlin vorgestellt; Adresse: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Plenarsaal, Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin; weitere Auskünfte unter der unten angegebenen Nummer.

Ansprechpartner:
Herr Dr. Stephan Lingner Tel.: (0)2641-973 306
Frau Sevim Kilic Tel.: (0)2641-973 313
Fax: (0)2641-973 320
E-Mail: europaeische.akademie@dlr.de
Europäische Akademie GmbH
Wilhelmstr. 56
D-53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Friederike Wütscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.europaeische-akademie-aw.de/

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