Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökolandbau als Weg aus Welthungerkrise

18.02.2002


Ärmere Farmer profitieren am meisten durch organische Anbaumethoden

Wissenschaftler der Universität von Cardiff haben in einer Studie festgestellt, dass Bauern in Entwicklungsländern am meisten vom biologischen Landbau profitieren. Demnach konnten vor allem in Gebieten, in denen die Felder unter schwierigen Bedingungen aber mit traditionellen Methoden, ohne Chemikalien oder Gentechnik, bewirtschaftet werden, Bauern enorme Ernteerfolge verzeichnen. Die Studie wurde von der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) auf der internationalen Messe für Naturkost "Biofach 2002" in Nürnberg präsentiert.

Studienautor Nicolas Parrott vom Department of City and Regional Planning an der Universität von Cardiff nennt in seiner Studie "The Real Green Revolution" eine Reihe von Beispielen, bei denen Öko-Landbau besonders effektiv in Erscheinung tritt: So fällt die Baumwollernte im indischen Madhya Pradesh um 20 Prozent höher aus, als die ihrer "konventionellen" Nachbarn. In Madagaskar ließ sich die Reisernte aus dem Anbau mit ökologischen Methoden der SRI (System of Rice Intensification) sogar verdoppeln. In Brasilien konnte der Maisanbau durch den Einsatz von natürlichen Dünger zwischen 20 und 250 Prozent gesteigert werden.

"Entgegen der weit verbreiteten Meinung belegt die Studie, dass ökologische Landwirtschaft auch in den Entwicklungsländern sehr gut funktioniert", so Oliver Knowles, Sprecher von Greenpeace England bei der Präsentation der Studie. Dabei warnte die Umweltorganisation vor der Gefahr, dass große Agrarkonzerne mit Patenten auf Pflanzen und Saatgut den Bauern die landwirtschaftliche Produktion zunehmend diktieren. "Greenpeace und IFOAM fordern daher, besonders in den Entwicklungsländern die ökologische Landwirtschaft finanziell zu fördern", so Knowles.

"Das Welthungerproblem lässt sich nicht mit Genpflanzen bekämpfen, sondern mit der Förderung einer Landwirtschaft, die soziale und kulturelle Strukturen der Region, sowie das Wissen der Bauern berücksichtigt", meint der Experte. Es müsse daher dem Trend entgegengewirkt werden, dass weltweit operierende Konzerne die Agrarmärkte beherrschen. Global wird mehr als ein Viertel des Bodens landwirtschaftlich genutzt. Doch in den vergangenen 50 Jahren degradierten zwei Drittel dieser Fläche durch Erosion, Versalzung und Nährstoffabbau. Maßgeblich dazu beigetragen hat die von den Agrarkonzernen propagierte "Grüne Revolution", die die Hungersnot in den Entwicklungsländern durch Hochertragssorten, Kunstdünger und den Einsatz von Gentechnik bekämpfen sollte. "Stattdessen werden die Grundlagen wie fruchtbare Böden, sauberes Wasser und viele Pflanzenarten zerstört", so Knowles.

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/BRENNPUN/F0107N11.PDF
http://www.cardiff.ac.uk/news/releases/0202/020214-1.html
http://www.ifoam.org

Weitere Berichte zu: Entwicklungsland Gentechnik IFOAM Ökolandbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Lösung gegen Schwefelsäureangriff auf Abwasseranlagen
23.02.2018 | Technische Universität Graz

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics