Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hitzestress im Stadtquartier

21.12.2006
"KLIMES" analysiert die Folgen des Klimawandels für Menschen in der Stadt

Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur in Freiburg, der Stadt mit der höchsten Lufttemperatur in Deutschland, zu spüren. Die zunehmend dichtere Bebauung von Städten und Verkehrsflächen reduziert den Austausch von Luft-massen. Das Ergebnis ist ein ganzjähriger Wärmeüberschuss, der so genannte Wärmeinseleffekt, der sich zunehmend verschärft. Insbesondere im Sommer verursacht dies erhöhte Wärmebelastungen für den Menschen und führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert nun im Rahmen der Initiative "Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" das dreijährige Verbundprojekt KLIMES (Planerische Strategien und städtebauliche Konzepte zur Reduzierung der Auswirkungen von klimatischen Extremen auf Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten).

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus den Bereichen Stadtklimatologie, Städ-tebau und Geoinformatik an den Universitäten Freiburg, Kassel und Bochum führt die Forschungsarbeiten unter ständigem Dialog mit Anwendern in Freiburg und Kassel sowie der Öffentlichkeit durch. Sie bestehen aus experimentellen Untersuchungen und Simulationsberechnungen zum thermischen Komfort in Stadtquartieren, die als typische planerische und städtebauliche Aufgaben in unserer Klimaregion künftig anstehen. Zusätzlich berücksichtigen die Simulati-onsrechnungen die Entwicklung des regionalen Klimas, insbesondere die Aus-prägung von extremen Hitzeperioden.

Nach neuesten Resultaten von Simulationsrechnungen zum Klimawandel ist in Mitteleuropa mit einer deutlichen Zunahme von extremen Hitzeperioden im Sommer zu rechnen. Intensiviert wird diese Situation lokal durch den städtischen Wärmeinseleffekt, so dass Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten zukünftig häufiger, über längere Zeiträume und stärker als bisher beeinträchtigt werden. Die Hitzewellen in den Jahren 2003 und 2006 sind dafür deutliche Beispiele.

Im Rahmen des Vorsorgeprinzips muss die Stadtplanung nach Einschätzung der Forschergruppe schon jetzt darauf reagieren und Städte so strukturieren, dass die zukünftig drastisch erhöhten thermischen Belastungen für Menschen in städ-tischen Frei- und Innenräumen auf ein erträgliches Maß reduziert werden.

Die Ergebnisse von KLIMES werden nach ihrer Diskussion mit Experten und der Öffentlichkeit in praxistauglichen Entwurfsbausteinen für klimawandelgerechten Städtebau zusammengefasst.

Kontakt
Prof. Dr. Helmut Mayer, KLIMES Koordinator
Meteorologisches Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3590
Fax: 0761/203-3586
E-Mail: helmut.mayer@meteo.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de/

Weitere Berichte zu: Hitzeperiode KLIMES Klimawandel Stadtquartier Wärmeinseleffekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie