Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

König Zufall regiert den Fußball

22.05.2006


Das Unvorhersehbare soll besser berücksichtigt werden



Wissenschaftler des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Augsburg sind zu dem Ergebnis gekommen, dass beim Fußball der Zufall bei 38,9 Prozent aller Tore eine entscheidende Rolle spielt. Sie haben ein Beobachtungssystem entwickelt, mit dem nachgewiesen werden kann, inwiefern beim Zustandekommen von Toren Zufallsmerkmale im Spiel sind. Die Wissenschaftler haben 638 Tore europäischer Erstligen aus dem Jahr 2005 analysiert, vorwiegend aus Deutschland, Italien, Spanien, England, Frankreich und den Niederlanden. Bei 248 Toren konnten die Wissenschaftler die Beteiligung mindestens eines Zufallsmerkmals feststellen. Schlussfolgerung: Im Fußballspiel ist der Zufall ein wichtiger Faktor, der von Trainern und Spielern mehr berücksichtigt werden soll.



Ein Zufallsfaktor liegt vor, wenn das Zustandekommen des Tores nicht geplant oder nicht kontrollierbar ist. "Die Abwehrbeteiligung, wobei ein eigener Spieler ein Finger im Spiel hat, erwies sich mit 14,1 Prozent als das häufigste Zufallsmerkmal", erklärt Sportwissenschaftler Martin Lames gegenüber pressetext. Die Abwehrbeteiligung variiert vom klassischen Eigentor (3,6 Prozent) bis hin zum Verlust des Balles an den Assistgeber. Weiters führen auch Fernschüsse (12,4 Prozent), eine deutliche Ballberührung des Torwarts (8,0 Prozent) und verwandelte Abpraller (7,5 Prozent) regelmäßig zu einem ungeplanten Tor.

Im Vergleich zu früheren Untersuchungen aus den Jahren 1994, 1999 und 2004 zeigt die aktuelle Untersuchung einen leichten Rückgang am Anteil der Abwehr bei Zufallstreffern. Die Ursache dieses Rückgangs konnte in der Studie nicht nachgewiesen werden. Die anderen Zufallsfaktoren zeigten sich als relativ beständig. "Wir untersuchen den Einfluss von Zufallsmerkmalen bereits über zehn Jahren, und in all diesen Jahren ist die Rate konstant geblieben", erläutert Lames im pressetext-Gespräch. "Die Zufallsmerkmale erweisen sich als Naturkonstanten."

Lames hält es für sehr sinnvoll, dass Trainer und Spieler den Zufallsfaktor künftig besser berücksichtigen. "Um den Verlauf des Spiels besser einschätzen zu können, wäre es hilfreich, wenn die Beteiligten sich nicht nur auf geplanten Spielzügen konzentrieren, sondern auch das nicht Vorhersehbare mit ins Kalkül ziehen." Deshalb gehe es nicht nur darum, schematisch Angriffe vorzutragen, es gilt vielmehr auch, einfach Unordnung herzustellen, etwas zu riskieren und sich auf Unvorhergesehenes einzustellen.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.sport.uni-augsburg.de

Weitere Berichte zu: Abwehrbeteiligung Zufallsfaktor Zufallsmerkmal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

nachricht Neue Methode: Forschern gelingt es, wichtige RNA-Modifikation direkt zu markieren und aufzuspüren
30.04.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics