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Digitale Fingerabdrücke verraten Kinderporno-Produzenten

25.04.2006


Kameras verursachen individuelle Rauschmuster


Digitaler Fingerabdruck durch Kamera-Chips



Wissenschaftler der Universität Binghamton haben herausgefunden, dass digitale Bilder sich über individuelle Rauschmuster der verwendeten Kamera zuordnen lassen. Mit diesen digitalen Fingerabdrücken, die für das menschliche Auge im Normalfall unsichtbar sind, sollen Produzenten von kinderpornografischen Bildern in Zukunft leichter überführt werden können. Dazu haben die Wissenschaftler rund um Projektleiterin Jessica Fridrich einen speziellen Algorithmus entwickelt, der das Rauschmuster sowie die zweifelsfreie Zuordnung ermöglicht.



Ähnlich wie bei der forensischen Analyse von Kugeln, die einer gefundenen Waffe zugeordnet werden können, ermöglicht die neue Technik erstmals auch eine gezielte Beweisführung, wenn eine Digitalkamera und/oder mehrere Digitalaufnahmen sichergestellt werden konnten. "In vielen Kinderpornografie-Prozessen haben Angeklagte bestritten, dass die Aufnahmen mit ihren Kameras gemacht wurden. Auch gab es einige Fälle, wo Angeklagte versuchten, die Bilder zu manipulieren, um einer Verurteilung zu entgehen", erklärt Fridrich. Das neue Verfahren schaffe in beiden Fällen Abhilfe. So könnten über die ausgefilterten Rauschmuster sowohl Aufnahmen auf eine Kamera zurückgeführt werden als auch Manipulationen - etwa über nicht übereinstimmende Muster - besser nachgewiesen werden, so Fridrich weiter.

In Testversuchen konnten die Forscher rund 2.700 digitale Fotos zu neun unterschiedlichen Kameras zuordnen und kamen eigenen Angaben zufolge auf eine Erfolgsquote von 100 Prozent. Verursacht wird das digitale Rauschen durch die in den Geräten implementierten Chips, die bei der Produktion einen zufälligen, aber individuellen Fingerabdruck erhalten. Fridrich ist davon überzeugt, dass das Verfahren für Ermittler und Gerichte bereits in naher Zukunft als wichtiges beweiserbringendes Instrument dienen könnte. Zusammen mit ihren Kollegen glaubt sie zudem, dass die Bildanalyse künftig auch bei eingescannten Fotos sowie Videos genutzt werden kann.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.binghamton.edu

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