Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft in Mainz 2001: Ergebnis 2000 und Ausblick 2001

24.10.2001


Mit einem Wachstum von zehn Prozent und einer Steigerung der Wirtschaftserträge hat die Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 2000 ihre Position in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft als größte und erfolgreichste Forschungseinrichtung für angewandte Forschung in Europa gefestigt.



Die Fraunhofer-Gesellschaft hat das Jahr 2000 mit einem Gesamtvolumen von 781 Mio Euro abgeschlossen. Gleichzeitig stieg der Ertragsanteil von 63 auf 66 Prozent. Entscheidend dafür ist die Steigerung der Wirtschaftserträge auf 39 Prozent. Die institutionelle Grundzuwendung reduzierte sich auf 34 Prozent. »Damit überstiegen zum ersten Mal in der Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft die Wirtschaftserträge deutlich die Grundfinanzierung im Bereich Vertragsforschung«, berichtet Prof. Hans-Jürgen Warnecke, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Die öffentliche Projektförderung von Bund, Ländern und der Europäischen Union trägt mit rund 27 Prozent zum Gesamtergebnis bei.



Die Steigerung der Auslandserträge im Jahr 2000 um acht Prozent auf insgesamt 65 Mio Euro weist die Fraunhofer-Gesellschaft als eine zunehmend international operierende Forschungsorganisation aus.

Die Bereiche der Lebenswissenschaften und der Informations- und Kommunikations-Technologien zählen zu den vordringlichen strategischen Entwicklungsfeldern der Fraunhofer-Gesellschaft. Diese Erweiterung des Technologieportfolios soll die bestehenden Kernkompetenzen in den »klassischen« Feldern wie Produktionstechnik oder Materialwissenschaften ergänzen.

Der Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) erfuhr durch die Fusion mit dem Forschungszentrum Informationstechnik GMD eine erhebliche Verstärkung. Die neue Fraunhofer-Gruppe IuK bildet mit ihren 15 Instituten nach Volumen und thematischer Breite eine der größten und sichtbarsten Forschungsgruppen für IuK in Europa und der Welt. Die Fusion mit der GMD bringt für das Jahr 2001 eine Steigerung des Gesamtaufwands um rund 100 Mio Euro. Außerdem wuchs die Zahl der Mitarbeiter auf über 11 000 an.

Für die mittelfristige Entwicklung des Gesamtetats ergeben sich mit der Integration der GMD einige Änderungen, da die ehemaligen GMD-Institute im Durchschnitt zunächst einen geringeren Ertragsanteil aufwiesen als die alten Fraunhofer-Institute. So wird mittelfristig ein Ertragsanteil von zwei Dritteln anvisiert. Ziel ist es, mittelfristig rund 40 Prozent Wirtschaftserträge zu erreichen.

»Bei aller Verstärkung der Vorlaufforschung bleibt das Profil der Fraunhofer-Gesellschaft klar auf Vertrags- und Auftragsforschung fokussiert«, betont Präsident Warnecke. »Prägendes Element ist anwendungsorientierte Forschung und deren Umsetzung in Innovationen im Markt.«


Integration der GMD in die Fraunhofer-Gesellschaft

Nach der rechtlichen Zusammenführung des Forschungszentrums Informationstechnik GMD und Fraunhofer-Gesellschaft wird nun die inhaltliche und organisatorische Integration umgesetzt.


Die neue IuK-Gruppe bildet mit ihren 15 Instituten den größten Institutsverbund der Fraunhofer-Gesellschaft. Prof. Dr.-Ing. José L. Encarnação und Prof. Dr. Ulrich Trottenberg, die Vorsitzenden der IuK-Gruppe, haben sich das anspruchsvolle Ziel gesetzt, der deutschen Informations- und Kommunikationstechnik zu einer international führenden Position zu verhelfen – in der Forschung wie auch in der Anwendung. Unterstützt wird die inhaltliche Zusammenführung durch das Programm »Leben und Arbeiten in einer vernetzten Welt«, das vom BMBF in den Jahren 2001-2003 mit insgesamt 63 Mio Euro gefördert wird.

Das Programm umfasst 34 Verbundprojekte zu folgenden strategischen Zukunftsthemen:
  • New Generation Internet

  • Software-Engineering und innovative Systemarchitekturen

  • Multimodale Dialoge und neue Medien

  • Knowledge und Content Engineering

  • IT-Sicherheit

  • Computing und Biologie

  • Simulation und Virtuelles Engineering

  • Engineering und Enterprise-Systems

  • Innovative Anwendungen und IuK-basierte Dienstleistungen

Hinzu kommen fünf weitere Projekte aus dem Bereich Mikroelektronik. An den Projekten arbeiten etwa die Hälfte aller Institute der Fraunhofer-Gesellschaft mit. Eingebunden ist auch das Heinrich-Hertz-Institut, dessen Kompetenzen damit bereits in das Portfolio der Fraunhofer-Gesellschaft einfließen.


Top-Arbeitgeber für Ingenieure und Naturwissenschaftler

Trotz Fachkräftemangel in den Wachstumsfeldern ist die Bewerbersituation derzeit zufriedenstellend. Wie Umfragen zeigen, ist die Fraunhofer-Gesellschaft für Absolventen nach wie vor ein beliebter Arbeitgeber, obwohl sie noch immer keine marktgerechte Bezahlung bieten kann. Dies liegt vor allem daran, dass die Absolventen bei den Fraunhofer-Instituten rasche Entwicklungsmöglichkeiten mit vielfältigen Perspektiven haben und eine freie und aufgeschlossene Unternehmenskultur antreffen.


Sicherheitstechnik

Durch die schrecklichen Ereignisse seit dem 11. September ist das Thema Sicherheitstechnik in den Vordergrund gerückt. Technik kann erheblich dazu beitragen, das Leben sicherer zu gestalten. Zahlreiche Fraunhofer-Institute befassen sich seit vielen Jahren mit den unterschiedlichen Aspekten der aktiven und passiven Sicherheit – von der Vermeidung von Unfällen in Verkehr und Produktion über den Schutz vor Einbruch und Diebstahl in Gebäude oder Computernetze bis hin zur automatischen Identifizierung und Überwachung. Die Fraunhofer-Gesellschaft wird diese Aktivitäten bündeln und verstärken. Aktuelle Themenschwerpunkte, zu denen die Fraunhofer-Institute einen wichtigen Beitrag leisten können sind: Sicherheit im Flugverkehr durch verbesserte Screening-Verfahren, die Risikoanalyse von Gebäuden bis hin zu ganzen Stadtvierteln mit ihren Versorgungs-, Verkehrs- und Kommunikationsnetzen sowie das Notfall- und Katastrophenmanagement. Der Schutz vor biologischen und chemischen Anschlägen kann durch geeignete Sensorik in mobilen Analysensystemen zumindest verbessert werden. »Wir haben dem Innenminister die bei uns entwickelten oder in der Entwicklung befindlichen Systeme zur Erhöhung der Sicherheit nahe gebracht, und wir verfolgen das Thema weiter«, gab Prof. Warnecke bekannt. »Wir, die Wissenschaftler und Ingenieure, müssen letztlich dafür sorgen, dass Technik nicht nur funktionssicher, sondern auch missbrauchssicher wird«.


Die Fraunhofer-Gesellschaft in Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz ist erst seit wenigen Jahren Standort von Fraunhofer-Instituten. Nun sind es bereits zwei in Kaiserslautern: das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Das IESE arbeitet auf dem wichtigen Gebiet der systematischen und qualitätsgesicherten Software-Erstellung. Ein aktuelles Beispiel ist das Kompetenzzentrum ViSEK, ein virtuelles Software-

Engineering Kompetenznetzwerk, das morgen in Kaiserslautern eröffnet wird. Diese einzigartige bundesweite Software-Initiative, die vom Bundesforschungsministerium mit 6 Mio Euro gefördert wird, soll vorhandenes Forschungs-Know-how bündeln und der Industrie über ein webbasiertes Wissensportal zusammen mit unterstützenden Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden.


Das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik

ITWM arbeitet mit erstaunlichem Erfolg in der Anwendung der Mathematik bei Problemlösungen in der Wirtschaft, auch in Zusammenarbeit mit kleinen und mittelgroßen Betrieben. Viele Unternehmen wenden bei der Entwicklung neuer Produkte die uralte Methode von Versuch und Irrtum an. Dies ist enorm kostspielig und verschlingt Zeit und Material. Im Computer geht das erheblich schneller und billiger. Zudem lassen sich Vorgänge simulieren, die in realen Versuchen nicht durchführbar sind, wie etwa Versuche an Patienten, Unfälle oder gar Katastrophenszenarien. Ein Beispiel, das gerade den Nutzen für die mittelständische Wirtschaft besonders gut belegt, ist die Simulation der Saugfähigkeit von Textilien. Unter dem Motto »Putzlappen aus dem Computer« werden Wissenschaftler des ITWM heute mit dem Fraunhofer-Preis ausgezeichnet. Mehr dazu erfahren Sie in einer folgenden Presseinformation.

| Fraunhofer Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Ertragsanteil GMD Informationstechnik IuK Wirtschaftserträge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Getarntes Virus für die Gentherapie von Krebs
31.01.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics