Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues interdisziplinäres Projekt zur Emotionsforschung

26.04.2005


Lange Zeit wurde angenommen, dass Handlungen und Entscheidungen einen guten Verlauf nehmen, wenn sie möglichst emotionsfrei angelegt sind. Neuere Studien offenbaren das Gegenteil: "Fehlen emotionale Einstellungen gänzlich, so finden in der Regel keine angemessenen Handlungen beziehungsweise Entscheidungen statt", erklärt Prof. Dr. Achim Stephan vom Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück. Der Philosoph und Kognitionswissenschaftler arbeitet mit Professor Dr. Dr. Henrik Walter, Labor für Neuroimaging und klinische Neurophysiologie der Universität Frankfurt am Main, in einem interdisziplinären Forschungsprojekt zusammen. Gemeinsam wollen sie die Rolle der Gefühle im Rahmen menschlicher Weltorientierung, das heißt in sozialen Kontexten, bei Bewertungen und Entscheidungsfindungen untersuchen. Dafür stellt die VolkswagenStiftung 650.000 Euro zur Verfügung.



"animal emotionale. Gefühle als Missing Link zwischen Erkennen und Handeln" lautet der Titel des Projektes, das im Rahmen der Förderinitiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert wird. Die zentrale These der beiden Wissenschaftler lautet: Es gibt einen für höhere kognitive Leistungen unverzichtbaren "affektiven Weltbezug", und dieser bildet eine wichtige Grundlage für jegliche Weltorientierung bei fühlenden Lebewesen. "Darunter verstehen wir zum Beispiel das zunächst intuitive Bewerten von Situationen durch positive oder negative Körpergefühle, die sorgfältigerem Nachdenken den Weg weisen können", erläutert Stephan. Menschliche Emotionen werden in eng verzahnter Weise aus den Perspektiven der Philosophie des Geistes und der affektiven Neurowissenschaft untersucht.



Die Forscher gehen davon aus, dass Emotionen an sich bereits über kognitive Anteile wie beispielsweise eine Bewertungs- und Urteilsfunktion, über Elemente aus Wahrnehmungs- und Erinnerungsprozessen verfügen. Im Mittelpunkt stehen Emotionen wie Furcht, Wut, Freude, Trauer und die zum Teil stark kulturell gefärbten Gefühle Scham, Stolz, Neid und Eifersucht. Untersucht wird unter anderem, wie emotionale Zustände reguliert und kontrolliert werden können. Darüber hinaus geht es darum, die Rolle von Emotionen bei der Regulation sozialer Beziehungen zu analysieren. Über die Messung der Hirnaktivität soll der Einfluss verschiedener Hirnregionen auf wertende Entscheidungsprozesse wie moralische und nicht-moralische Urteilsbildungen bestimmt werden.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Achim Stephan, Universität Osnabrück,
Institut für Kognitionswissenschaft,
Katharinenstraße 24, D-49069 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 6226, Fax +49 541 969 6210
e-mail: acstephan@uni-osnabrueck.de

Oliver Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-osnabrueck.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Getarntes Virus für die Gentherapie von Krebs
31.01.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics