Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Netzwerk zum Nutzen von Industrie und Forschung

30.03.2005


Zentrum Werkstoffe der Mikrotechnik (ZWM) am Forschungszentrum Karlsruhe zieht positive Bilanz


Falschmünzerei mit schwindungsfrei sinternder Keramik: Original und Fälschung - erkennen Sie den Unterschied? (von links: Kopie in ZircoDur® Original, Rohling vor dem Sintern) Forschungszentrum Karlsruhe


Vom Labor zum Nutzen für den Menschen: Kraftvoll zubeißen können diese Zahnkronen - dank der neuen schwindungsfreien Keramik ZircoDur®. Forschungszentrum Karlsruhe



Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördertes Forschungsprojekt hat positive Bilanz gezogen: Das "Zentrum Werkstoffe der Mikrotechnik" (ZWM) am Forschungszentrum Karlsruhe wurde nach knapp fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen. Das befristete und interdisziplinär angelegte Projekt ging Mitte 2000 als einer von drei Siegern aus einer bundesweiten Ausschreibung hervor und war am Forschungszentrum Karlsruhe angesiedelt. Es setzte sich zum Ziel, die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen zwischen der Mikrotechnik und den Werkstoffwissenschaften zu beschleunigen und diese nutzbringend einzusetzen.

... mehr zu:
»Mehrzahl »Mikrotechnik »ZWM

Der mit Vertretern aus Wissenschaft und Industrie hochrangig besetzte Lenkungsausschuss des Projektes bewertete das ZWM zum Ende seiner Laufzeit als vollen Erfolg. Insbesondere die intensive Verzahnung von Wissenschaft und Anwendung sei vorbildlich.

Für den Erfolg des ZWM sprechen einerseits die deutlich über 100 wissenschaftlichen Veröffentlichungen, andererseits die 350 bearbeiteten Industrieaufträge mit einem Gesamtvolumen von fast 2,5 Mio ¤. Offenkundig trifft das ZWM mit seinem Angebot und seiner Vernetzung von Wissen, Kompetenzen und Verfahren einen aufnahmebereiten Markt. Allerdings sind solche Einnahmen nur dann zu realisieren, wenn die Kunden - in der Mehrzahl süddeutsche Firmen aus Branchen der Hochtechnologie - einen entsprechenden Mehrwert erhalten. Dieser "Gewinn" zeichnet sich hier in Form eines Vorsprunges an Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit aus.


Besonders erfreulich ist, dass das Wirken des ZWM zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beigetragen hat. Im Landkreis Karlsruhe sind in zwei neu gegründeten Firmen inzwischen neun neue Arbeitsplätze entstanden - Arbeitsplätze, die sich langfristig am Markt bewähren und die Wirtschaftskraft Baden-Württembergs steigern werden. Zu den Firmengründern gehören die "KaVo Dental GmbH", die ein neues Material für die Zahnprothetik fertigt sowie die "SYSCA AG - Systeme und Service für die Chemische Analytik". Letzteres Unternehmen baut die so genannten ’elektronischen Nasen’.

Projektleiter Dr. Holger Moritz vom Institut für Mikrosystemtechnik am Forschungszentrum Karlsruhe, ist mit der geleisteten Arbeit sehr zufrieden: "Es ist schön zu erleben, wie sich die eigene wissenschaftliche Arbeit in kurzer Zeit in einen direkten Nutzen für unsere Mitmenschen wandelt. Vor einigen Jahren hat die schwindungsfrei sinternde Keramik uns mit schöner, aber wirtschaftlich nutzloser ’Falschmünzerei’ erfreut - heute können wir erleben, dass bereits die ersten Patienten mit Kronen aus diesem Werkstoff ihr täglich Brot kauen."

Ein weiteres Indiz für die Nützlichkeit der betriebenen Forschung ist auch die Bereitschaft der Kunden, für die Leistungen des ZWM zu bezahlen. Ohne einen echten Bedarf an den Entwicklungen des Forschungszentrums Karlsruhe würden die in der Mehrzahl scharf kalkulierenden Unternehmen der High-Tech-Produktion wohl kaum derartig hohe Beträge entrichten. Positives Fazit von Dr. Moritz: "Damit findet wissenschaftliche Arbeit nicht wie oftmals behauptet im Elfenbeinturm, sondern zum Nutzen für den Anwender statt."

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Silke Bohrmann 29. März 2005

Dr. Joachim Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

Weitere Berichte zu: Mehrzahl Mikrotechnik ZWM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik