Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hallesche Projektgruppe erforscht Prionenerkrankungen bei Mensch und Tier

12.07.2001


Am 18. Juli 2001, 11:00 Uhr, wird im Anhalter Zimmer des Universitätsgebäudes "Burse zur Tulpe", Universitätsring 5, Halle/Saale, im Rahmen eines Pressegespräches das Forschungsverbundprojekt "Ursachen und Folgen der Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE)" vorgestellt. Dazu sind alle interessierten Medienvertreter herzlich eingeladen.

Unter dem Fachbegriff "Transmissible Spongiforme Enzephalopathien" sind die übertragbaren Gehirnerkrankungen bei Mensch und Tieren zusammengefasst, zu denen BSE bei Rindern, die Creutzfeldt-Jacob-Krankeit beim Menschen oder die Scrapie bei Schafen gehören. Die Entstehung und Übertragung dieser Gehirnerkrankungen - dabei verändert sich das Gehirn in schwammartiger Weise - wirft bislang zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Es handelt sich um eine neuartige Krankheitsursache, unter Beteiligung von Prionen, deren Aufklärung einen hohen Forschungsbedarf erfordert.
Hier will sich die hallesche Wissenschaft mit dem eingangs genannten Verbundprojekt einbringen, das aus 10 Einzelprojekten besteht. Beteiligt sind vier Institute der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Biotechnologie, Biochemie, Medizinische Mikrobiologie, Tierhygiene) und die Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie und Proteinfaltung, die jeweils mit weiteren Institutionen landes- und bundesweit interdisziplinär kooperieren.

Im Projektverbund werden Fragestellungen der Grundlagenwissenschaften (z. B. Proteinfaltung, Prionentransport und -anreicherung, TSE-assoziierte-Gene) und der angewandten Wissenschaften (z. B. Frühdiagnostik der TSE bei Mensch und Rind, TSE-Mausmodelle, Scrapie-Resistenz beim Schaf) bearbeitet und miteinander vernetzt. Koordinator des Projektes ist der Veterinärmediziner Prof. Dr. Hartwig Prange vom Institut für Tierzucht und Tierhaltung mit Tierklinik an der Landwirtschaftlichen Fakultät der halleschen Universität. Der Wissenschaftler ist mit mehreren Stellungnahmen zum BSE-Problem an die Öffentlichkeit getreten und hat das legendäre Rindfleischessen in dem bekannten halleschen Wirtshaus "Zum Schad" initiiert.
(Eine Stellungnahme zum BSE-Problem ist unter der Internetadresse http://www.verwaltung.uni-halle.de/dezern1/presse/aktuell/2bse.pdf nachzulesen.)

"Die BSE-Hysterie ist in unserer Gesellschaft abgeklungen, so dass ein sachgerechter Umgang mit dieser Rinderkrankheit möglich wird, der sich unter anderem durch die sogenannte Kohortentötung bei einem BSE-Fall anstelle der anfänglichen Herdentötung niederschlägt. In Zukunft ist mit einer Reglementierung des erkrankten Einzeltieres zu rechnen, sofern die Fallzahlen der nicht von Tier zu Tier übertragbaren Krankheit noch geringer werden" erklärt Prof. Prange. In Deutschland seien inzwischen über 900.000 Rinder - so viele wie in keinem anderen Land - getestet worden. Dabei habe es unter rund 35.000 gesunden Schlachtrindern im Durchschnitt einen BSE-Fall gegeben. Dazu der Veterinärmediziner weiter: "Die BSE ist somit in den Rinderbeständen gering verbreitet, für den Menschen besteht angesichts der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen praktisch keine Gefährdung. Die getroffenen Schutzmaßnahmen sind sehr teuer und stellen eine hohe volkswirtschaftliche Belastung dar."

Das Land Sachsen-Anhalt will innerhalb des Verbundes positiv beurteilte Projekte nach deren Begutachtung fördern. Mit der Finanzierung ist ab dem Jahre 2002 bei einer Laufzeit von drei Jahren zu rechnen; sie soll Qualifikationen junger Wissenschaftler ermöglichen.

Prof. Dr. Hartwig Prange, Ingrid Godenrath

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hartwig Prange
Tel.:. (0345) 55 250 00
Fax: (0345) 55 271 05
E-Mail: prange@landw.uni-halle.de

Ingrid Godenrath | idw
Weitere Informationen:
http://www.verwaltung.uni-halle.de/dezern1/presse/aktuell/2bse.pdf

Weitere Berichte zu: BSE Enzephalopathien TSE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt
25.05.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Breitbandservices von DNS:NET erweitert

20.06.2018 | Unternehmensmeldung

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics