Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Potenzielle Nutzer frühzeitig einbeziehen

25.10.2000


... mehr zu:
»KMU »Sensortechnik »Thermoelement
AiF präsentiert Best-Practice-Beispiele für industrielle Gemeinschaftsforschung

Mit einem Seminar zur Erfolgssteuerung und -kontrolle in der industriellen Gemeinschaftsforschung stellt die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) die Ergebnisse eines dreijährigen Pilotprojektes vor. Eine AiF-Arbeitsgruppe hat in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) 66 zufällig ausgewählte abgeschlossene Forschungsvorhaben aus 20 industriellen Forschungsvereinigungen untersucht. Von ihnen haben unter anderem fünf Projekte zu vier Unternehmensneugründungen mit 55 neuen Arbeitsplätzen geführt. Beispiele für die vorbildliche Vorbereitung, Durchführung und Umsetzung der Projekte, darunter die beiden folgenden, präsentiert die AiF ihren Forschungsvereinigungen am 26. Oktober in Bonn.

Welch große Bedeutung für die Anwendung von Forschungsergebnissen die Zusammenarbeit von mittelständischer und Großindustrie haben kann, zeigt ein Projekt zur Verminderung von Werkzeugverschleiß beim Durchsetzfügen von Aluminiumwerkstoffen. Im Auftrag der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung hat der Lehrstuhl für Ur- und Umformtechnik der TU Dresden ein innovatives Fügeverfahren entwickelt. Es ermöglicht die kostengünstige und qualitätsgerechte Verbindung von Aluminiumblechen. Wegen seines geringeren Gewichts im Vergleich zu Stahlblechen ist das Interesse an Aluminium besonders bei der Automobilindustrie groß. Beim Einsatz der Fügetechnik greifen die Autohersteller im Wesentlichen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und deren Innovationen zurück, so auch bei diesem Projekt: Drei mittelständische Unternehmen haben ein Fügeportal entwickelt, mit dem die AUDI AG die Forschungsergebnisse aus Dresden bei der Serienfertigung ihres Modells A6 nutzt.

Das Projekt "Selbstkalibrierende Thermoelemente" im Auftrag der Forschengesellschaft für Mess- und Sensortechnik Dresden ist ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der Forschungsergebnisse in erweiterten Einsatzbereichen. Das Institut für Prozessmess- und Sensortechnik der TU Ilmenau hat hochtemperaturfeste Miniaturfixpunkt-Zellen (bis 1200 Grad Celsius) einschließlich einer Auswertesoftware für die selbstständige Nachkalibrierung entwickelt und in Temperatursensoren integriert. Diese neue Möglichkeit zur hochgenauen und langzeitstabilen Temperaturmessung brachte mehrere Aufträge aus der Industrie ein. Zudem beteiligte sich die Forschungsstelle an einem Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Erweiterung des Temperaturbereichs der Thermoelemente. In einem Nachfolgeprojekt untersucht sie gegenwärtig den Einsatz der Zellen im Kraftwerksbetrieb. Der erfolgreiche Abschluss der Arbeiten wird dazu beitragen, die Kohlendioxid-Emission bei der Verstromung fossiler Brennstoffe in Dampfkraftwerken zu reduzieren.

Insgesamt haben sich an der Vorbereitung der 66 untersuchten Projekte 592 Unternehmen (davon 480 KMU) und 147 Institute beteiligt. Für 46 Projekte hat die AiF 332 Unternehmen als Nutzer identifiziert - weitere werden hinzukommen. Über Normen profitieren zudem ganze Branchen wie die Bauwirtschaft und die Getriebe- und Dieselmotorenhersteller von den Forschungsergebnissen. 32 Projekte werden über Förderungen durch EU, Bund oder Länder und über Industrieaufträge weitergeführt. Die Befragungen zeigen aber auch, dass potenzielle Anwender noch konsequenter und frühzeitiger in die Forschungsplanung und -durchführung einbezogen werden müssen. Hier sind besonders die Industrievertreter in den Ausschüssen gefragt, die jedes AiF-Projekt begleiten. Aber auch die Forschungsstellen werden die Umsetzung ihrer Ergebnisse noch konsequenter verfolgen. Entsprechende Maßnahmen hat die AiF bereits eingeleitet. Der Erfolg wird in weiteren Analysen geprüft.

 

Pressearbeit: AiF, Silvia Behr, Bayenthalgürtel 23, 50968 Köln, Telefon: 02 21 / 3 76 80 - 55,
Fax: 02 21 / 3 76 80 - 27,
E-Mail: presse@aif.de, Internet: www.aif.de

Silvia Behr | idw

Weitere Berichte zu: KMU Sensortechnik Thermoelement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie