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Schnarchen, schlechter Schlaf und Angst um Arbeitsplatz

08.09.2000


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Atemstillstand im Schlaf und seine Folgen für das Befinden erforscht

Schlafapnoe ist der medizinische Begriff für den kurzzeitigen Atemstillstand im Schlaf. Durch solche Stillstände wird die Sauerstoffversorgung des Körpers und vor allem des Gehirns gestört. Deutliches Zeichen für eine solche Apnoe ist das Schnarchen, allerdings ist nicht jedes Schnarchen gleich bedrohlich. Eine Studie von Priv.-Doz. Dr. Winfried Randerath, Arzt für Lungenheilkunde und Schlafforscher der Universität Witten/Herdecke an der Hagener Klinik Ambrock, konnte jetzt zeigen, dass die Betroffenen in ihrer körperlichen und geistigen Leistungsfähig stark eingeschränkt sind, tagsüber in Sekundenschlaf verfallen können und sich deshalb auch große Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen (Deutsche Medizinische Wochenschrift, Bd. 125).

Kurzfristig reagiert der Körper nämlich auf den Sauerstoffmangel, indem er aufwacht. Der betroffene Patient merkt das vielfach nicht, fühlt sich am nächsten Morgen sogar zum Teil einigermaßen ausgeschlafen. Trotzdem ist aber die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit enorm eingeschränkt: Die Betroffenen berichten von plötzlichen Einschlafattacken mitten am Tage. Ein Drittel erlitt eine oder mehrere Episoden dieses gefährlichen Sekundenschlafes am Steuer im Monat, 13 % sogar mehr als fünf pro Monat. Diese Schlafattacken sind natürlich beim Autofahren und bei der Arbeit enorm gefährlich - und das nicht nur für den Erkrankten!

Darüber sind sich die Betroffenen im klaren und schätzen sich vermindert leistungsfähig ein. Deutlichstes Zeichen: Mehr als fünf Prozent der Apnoe-Patienten fürchtet sich ausgesprochen um seinen Arbeitsplatz, nur 13 % sind von solchen Sorgen ganz frei.

Doch die Hagener Ärzte können helfen: Mit einer Atemmaske wird den Patienten in der Nacht Luft zugeführt, die Atemwege mit einem leichten Luftüberdruck offen gehalten. Diese sog. nCPAP-Behandlung (nasale kontinuierliche Positivdruck-Beatmung) ist wegen der Maske beim Schlafen hinderlich. Deshalb muss der Leidensdruck bei den Patienten schon sehr hoch und die Tagesschläfrigkeit sehr ausgeprägt sein, bevor sie sich dieser Behandlung unterziehen. Daraus erklären sich die Mediziner auch die erschreckend lange Zeit, in der sich die Patienten nicht behandeln lassen: Etwa fünf Jahre quälen sich die meisten mit der Apnoe, bevor sie den Arzt aufsuchen.

Weitere Informationen bei Prof. Dr. Karl-Heinz Rühle und Priv.-Doz. Dr. med. Winfried J. Randerath, 02331/974-0, oder -201 Sekretariat Fr. Kipp

Kay Gropp |

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