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MFH-Professoren erhalten 380.000 DM für Forschung im Bereich Nanotechnologien

28.09.2000


Freuen sich über die finanzielle

Unterstützung ihrer Forschungsarbeiten (v.l.n.r.) Prof. Dr. Fobbe

und Prof. Dr. Meisterjahn


Umweltfreundliche Korrosionsschutzverfahren und innovative Beschichtungen für Glasscheiben werden entwickelt

Die Märkische Fachhochschule (MFH) entwickelt sich zu einem der Kompetenzzentren für Nanotechnologie in Deutschland. Nachdem das Wissenschaftsministerium bereits 1998 einen Forschungsschwerpunkt "Nanoskalierende Materialien" an der Hochschule eingerichtet hat, erhielten jetzt die Professoren Dr. Helmut Fobbe und Dr. Peter Meisterjahn vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsprogramms "Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen insgesamt 380.000 DM für ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Nanotechnologien bewilligt. Damit flossen bis jetzt über eine Millionen DM in diesen Forschungsschwerpunkt.

Die Nanotechnologie gilt als eine der bedeutsamsten und aussichtsreichsten Innovationsquellen für den industriellen und wirtschaftlichen Fortschritt und zählt damit zu den wichtigsten Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts. Worum geht es bei dieser Technologie? Nanoskalierende Materialien werden vorzugsweise mittels des sogenannten chemischen Sol-Gel-Prozesses aus flüssigen Ausgangsstoffen hergestellt. Das Verfahren erschließt einen einfachen und preiswerten Zugang zu hochspezialisierten High-Tech-Werkstoffen und Oberflächenbeschichtungen. Mit Hilfe der Nanotechnologie können also Oberflächen von Werkstoffen aller Art funktionsgerecht veredelt werden. Kunststoffe werden dadurch kratzfest, Fenstergläser hitzebeständig, Oberflächen schmutzabweisend, Autoscheiben beschlagfrei, um nur einige Anwendungsbeispiele zu nennen.

Das Forschungsprojekt von Prof. Fobbe befasst sich mit der Entwicklung eines neuartigen, umweltfreundlichen Verfahrens zur Versiegelung metallischer Untergründe, anwendbar beispielsweise beim Korrosionsschutz metallischer Kleinteile im Automobilbau. Im Motorraum eines Kraftfahrzeuges treten Temperaturen von über 100 Grad Celsius bei extremer Feuchtigkeits- und Salzbelastung auf. Trotz dieser Extrembedingungen sollen Schrauben und Verbindungselemente auch nach langer Gebrauchsdauer keinen Rostbefall zeigen. Zurzeit wird dies in der industriellen Praxis mit Mehrfachbeschichtungen, den sogenannten Duplexsystemen erreicht, die zum Beispiel aus einer Kombination von galvanischer Verzinkung, dünnschichtiger Nachbehandlung und Lackierung bestehen. Die verwendeten Beschichtungsstoffe enthalten jedoch vielfach noch Schwermetalle, was in der Automobilindustrie zukünftig nicht mehr zulässig sein wird. Abhilfe verspricht nun ein neuartiges Verfahren zur Oberflächenbehandlung mittels chemischer Nanotechnologie. Im Rahmen der Projektarbeit entwickelt Prof. Fobbe eine praktikable, im industriellen Maßstab realisierbare umweltfreundliche Alternative auf wässriger Basis.

Um optisch transparente, elektrisch leitfähige Schichten geht es in dem Forschungsvorhaben von Prof. Meisterjahn. Ebenfalls basierend auf der chemischen Nanotechnologie soll der entsprechende Herstellungsprozess derartiger Schichten entwickelt werden. Optisch transparente, elektrisch leitfähige Schichten sind wegen ihrer vorteilhaften Eigenschaftskombination von besonderem Interesse für die glasverarbeitende Industrie. Die Anwendungsbereiche dieser Schichten erstrecken sich von beheizbaren Glasscheiben, über Display- und Antistatikanwendungen bis hin zu Wärmedämmung von Gebäuden durch entsprechend veredelte Fensterscheiben. Darüber hinaus eröffnen sie als transparente Elektroden den Zugang zu elektrochromen Schichtsystemen, die zur Steuerung der Lichtdurchlässigkeit und Abblendfähigkeit von Kraftfahrzeugverglasungen zum Beispiel der Fenster oder der Spiegel geeignet sind.

Der Forschungsschwerpunkt kann mit Hilfe der Fördergelder nun auch personell aufgestockt werden. Bereits seit April diesen Jahres wird im Rahmen des Assistentprogramms des Landes eine MFH-Absolventin beschäftigt, die in diesem Bereich promovieren möchte. Den beiden MFH- Professoren kommt es insbesondere darauf an, die Nanotechnologie auch in die Ausbildung der Studierenden zu integrieren, um der Industrie auch die entsprechend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatz dieser Zukunftstechnologie zur Verfügung zu stellen. Bislang wird dies von den wenigsten Hochschulen angeboten.

Dipl.-Soz.Wiss. Birgit Geile-Hänßel | idw

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