Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitsgestaltung in virtuellen Unternehmen

12.01.2001


BMBF startet neues Forschungsvorhaben

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) schreibt jetzt

ein neues Fördervorhaben über die "Gestaltung der Arbeit in virtuellen Unternehmen" aus. Die Forschung soll sich mit Fragen und Problemen der Arbeit in virtuellen Unternehmen befassen sowie Konzepte und Lösungsansätze für eine menschen-gerechte Gestaltung von Arbeit in diesen neuen Strukturen entwickeln. Hierfür werden in den nächsten vier Jahren bis zu 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Das neue Vorhaben ist Teil des in diesem Jahr gestarteten Rahmenkonzeptes ’Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit’.

Gegenüber herkömmlichen Unternehmens- und Kooperationsformen wie Profit-Centern, Holdings, Konzernen, Arbeitsgemeinschaften und Konsortien zeichnen sich virtuelle Unternehmen durch neue Vertrag-, Arbeits- oder Managementstrukturen aus. Arbeit in virtuellen Unternehmen ist gekennzeichnet durch räumlich flexible verteilte Standorte, zeitliche Instabilität bzw. dynamische Zusammensetzung der Kooperationspartner, rechtliche und teilweise wirtschaftliche Selbständigkeit der Kooperationspartner nach innen sowie einen einheitlichen Marktauftritt des virtuellen Unternehmens nach außen.

Dieser neue Unternehmenstyp ist wissenschaftlich noch weitgehend Neuland. Arbeitswissenschaft und existierende Organisationstheorien geben keine ausreichenden Antworten auf die spezifischen Probleme, die aus der Koordination standortverteilter bzw. ortsungebundener Aufgabenbearbeitung resultieren. Das (BMBF) beabsichtigt daher, mit Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Frage nachzugehen, welche Voraussetzungen und Erfordernisse sich für die menschen-gerechte Arbeitsgestaltung sowie die damit verbundene technische Unterstützung in virtuellen Unternehmen ergeben.

Mit der neuen Fördermaßnahme sollen FuE-Fragenstellungen auf folgenden Ebenen, die in enger Verbindung miteinander stehen, bearbeitet werden

Auf der Mitarbeiterebene etwa die Frage, welche Qualifikationen/Kompetenzen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von organisationsübergreifenden Teams - auch auf längere Sicht gesehen - erforderlich sind und auf welche Weise sie vermittelt werden können. Wie lässt sich die Einbindung von relativ autonomen, oft an mobilen Arbeitsplätzen wirkenden Menschen in ihr Unternehmen und die Entscheidungsprozesse gestalten?
Auf der Managementebene stellt sich z. B. die Frage, wie sich Funktion und Rolle des wechselnden Managements in den neuen Strukturen verändern. Welche neuen, auch von den Beschäftigten nutzbaren, ausreichend flexiblen Controlling-Instrumente für die Arbeit in virtuellen Organisationen sind erforderlich, damit Planung, Steuerung und Kontrolle ermöglicht werden?
Auf der Unternehmensebene soll u. a. die Frage beantwortet werden, welche Formen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes einschließlich der entsprechenden Strukturen in virtuellen Organisationen denkbar sind. Welche Prozesse prägen die Unternehmenskultur in einer Organisation, deren Mitarbeiter überwiegend in organisationsübergreifenden Netzen tätig sind?
Auf der technologischen Ebene soll die Frage geklärt werden, welche Weiterentwicklungen bzw. Anpassungen der Technik erforderlich sind, um eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit in virtuellen Organisationen im Bereich der Kooperation und Flexibilität zu unterstützen.

Von der Fördermaßnahme werden Ergebnisse und Handlungsanleitungen erwartet, mit denen die Chancen für die Beschäftigungsentwicklung, für eine menschengerechte, sichere und gesunde Gestaltung der Arbeitswelt verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen gestärkt werden.

Projektvorschläge sollen zunächst in Form von Kurzdarstellungen eingereicht werden. Der letzte Termin hierfür ist der 30. April 2001. Nach einer Begutachtung der eingereichten Skizzen werden die Partner, deren Vorschläge positiv bewertet wurden, zur formellen Antragstellung aufgefordert.

Die Skizzen sind per Post einzusenden an den
DLR-Projektträger des BMBF
Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen
Südstrasse 125
53 175 Bonn
Tel: (02 28) 38 21- 1 21

Weitere Einzelheiten sind dem Text der Förderbekanntmachung auf der Homepage des Projektträgers (http://www.dlr.de/PT/AT) zu entnehmen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: Arbeitsgestaltung Fördermaßnahme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Zelluläres Kräftemessen
29.09.2016 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Laser-beschleunigte Protonen zur Krebstherapie
13.09.2016 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Heidelberg Laureate Forum: Eine Veranstaltung mit Zukunft

29.09.2016 | Veranstaltungen

Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane - Oktober 2016

29.09.2016 | Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schwerste Atome im Rampenlicht

29.09.2016 | Physik Astronomie

Zelluläres Kräftemessen

29.09.2016 | Interdisziplinäre Forschung

K 2016: Von OLED-Verkapselung bis Plagiatschutz

29.09.2016 | Messenachrichten