Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Forschungsinitiative soll zur Krankheitsvorsorge durch Ernährung beitragen

02.01.2001


Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die "großen Volkskrankheiten" wie Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs?

Bulmahn: "Neue Forschungsinitiative soll zur Krankheitsvorsorge durch Ernährung beitragen"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat ein neues Förderprogramm mit dem Titel "Netzwerke der Molekularen Ernährungsforschung: Lebensmittel zur Gesunderhaltung des Menschen - Krankheitsprävention durch Ernährung" gestartet. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, erklärte dazu: "Dass Ernährung und Gesundheit eng zusammenhängen, ist heute allgemein bekannt. Wir wollen jetzt genauer wissen, wie Essen krank oder gesund machen kann, welchen Einfluss die Ernährung auf die ’großen Volkskrankheiten’ wie Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen haben kann. Die Frage ist, ob und inwieweit sich diese Krankheiten durch eine verbesserte Ernährung oder verbesserte Lebensmittel verhindern, aufhalten oder gar rückgängig machen lassen. Dies soll jetzt verstärkt erforscht werden." Dafür werde sie zunächst für drei Jahre bis zu 30 Millionen Mark zur Verfügung stellen.

Das BMBF setzt dabei auf eine fachübergreifende Zusammenarbeit in Forschungsnetzwerken. Hier sollen Medizin, Biologie, Ernährungswissenschaften, Lebensmittelchemie und Lebensmitteltechnologie gemeinsam die Möglichkeiten der Vorsorge ausgewählter Krankheiten erforschen. Der Technologie- und Wissenstransfer wird hierbei durch die Beteiligung aus der Lebensmittelindustrie und der Ernährungsberatung deutlich erleichtert.

Bulmahn: "Ziel des Programms ist auch, dass die neuen Erkenntnisse schnell bei den Lebensmittelherstellern, den Arztpraxen, in der Ernährungsberatung und somit beim Verbraucher ankommen. Ernährungsberatung und Lebensmittel sollen noch besser auf die speziellen Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerungsgruppen und Risikopatienten zugeschnitten werden können." Dies führe, so die Ministerin, nicht zuletzt zu einer Kostenreduzierung im Gesundheitswesen, in dem rund ein Drittel aller Kosten durch Krankheiten, die direkt oder indirekt durch die Ernährung mitbeeinflusst werden, verursacht würden.

Insbesondere sollen auch die neuen Methoden und Ansätze der modernen Humangenomforschung in stärkerem Maße für diese Fragestellungen genutzt werden. Die aktuellen Entwicklungen in der Humangenomforschung ermöglichen die komplexen Wirkzusammenhänge und die dabei auftretenden individuellen Unterschiede auch auf molekularer Ebene aufzuklären. Bio- und Gentechnologie können darüber hinaus zur Sicherung einer gesunden Ernährung spezieller Bevölkerungs- und Risikogruppen beitragen.

Moderne Biowissenschaften und die Integration von lebensmittel- und ernährungswissenschaftlichen Disziplinen werden bisher noch zu wenig genutzt und die Kooperation zwischen den verschiedenen Forschungsinstituten und Organisationen ist verbesserungsbedürftig. "Dieses wollen wir mit den neuen Forschungsnetzwerken jetzt ändern," erklärte die Bundesforschungsministerin.

Diese Maßnahme soll auch der Nachwuchsqualifizierung dienen. Zukunftsweisende Konzepte für die Hochschulausbildung sollen durch die Zusammenführung von Inhalten und Ansätzen der verschiedenen relevanten Fachgebiete entwickelt werden.

Iris Marzian | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie