Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zehn Arbeitsgruppen bildeten Forschungsverbund: Nanostrukturen für Herstellung neuer Materialien

09.02.2001


Mit rund zwei Millionen Mark hat das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung (MSWF) des Landes Nordrhein-Westfalen in den vergangenen drei Jahren ein Verbundprojekt gefördert, in dem Chemiker,
Physiker und Ingenieure fachübergreifend neue Nanomaterialien im Hinblick auf ihre Anwendungsmöglichkeiten untersucht haben. Beteiligt waren zehn Arbeitsgruppen der RWTH Aachen, die Universitäten Bielefeld, Bonn, Essen und Münster sowie die Fachhochschule Münster, Abteilung Steinfurt. Gestern (Freitag, 9. Februar) endete die Forschungsinitiative "Nanowissenschaften - NRW" mit dem Abschlusstreffen an der Universität Essen. Als Vertreter des Ministeriums machte Staatssekretär Hartmut Krebs bei diesem Anlass die herausragende Bedeutung der Nanotechnologie für die künftigen Entwicklungen deutlich. Dem habe das Land mit der Aufnahme des Verbundprojektes in das Innovationsprogramm Forschung Rechnung getragen.

Alle zehn Arbeitsgruppen, die in den vergangenen Jahren von der Förderung profitieren konnten, verfügen über umfangreiche Erfahrungen in jeweils spezifischen Fragen der Nanotechnologie, die ihren Namen von der Maßeinheit Nanometer - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter - herleitet, sich also mit kleinsten Strukturen befasst. In dem Verbundprojekt konnten die Wissenschaftler diese Erfahrungen bündeln. Bei ihrer Forschungsarbeit bedienen sie sich neuester Verfahren der Anorganischen Chemie und der Supramolekularen Chemie, Herstellungsmethoden für ultradünne Schichten und z. B. Rastertunnelmikroskopie mit atomarer Auflösung werden weiterentwickelt. Einen zusammenfassenden Überblick über die Tätigkeiten der Arbeitsgruppen sowie über die Perspektiven der Nanowissenschaften im internationalen Forschungszusammenhang gab bei dem Treffen in Essen der Sprecher der Forschungsinitiative, der Münsteraner Experimentalphysiker Professor Harald Fuchs. Im Folgeprogramm wurden einige der Projekte ausführlicher vorgestellt, etwa die an der Universität Essen im Institut für Anorganische Chemie unter Federführung von Professor Günter Schmid betriebenen Untersuchungen zur Herstellung von Computer-Chips aus Gold-Clustern. Solche Chips wären kleiner, schneller und präziser als die heute verwendeten Silizium-Chips, bei denen für einen Schaltvorgang 100 000 Elektronen bewegt werden müssen. Bei den aus jeweils 55 Atomen bestehenden Gold-Clustern genügt ein einziger Schaltvorgang - vorausgesetzt, die Cluster befinden sich in einer regelmäßigen zweidimensionalen Anordnung. Diesem Ziel sind Schmid und seine Mitarbeiter in den vergangenen Jahren ein entscheidendes Stück näher gekommen.

An den Grundlagen für zukünftige Sensoren, Elektronik und anderes arbeitet auch der Essener Physiker Professor Rolf Möller. Seine Arbeitsgruppe untersucht mit Hilfe der Rastertunnelmikroskopie die Anordnung organischer Moleküle aus "sauberen" (glatten) Metalloberflächen. Durch die Selbstorganisation der Moleküle kann man auf solchen Oberflächen Nanostrukturen aufbauen. Einen wichtigen Platz nehmen hier die Fullerene ein, Moleküle aus 60 Kohlenstoffatomen in Form von "Nano-Fußbällen". Die Essener Physiker haben insbesondere das Zusammenspiel zweier verschiedener Metalle untersucht, die gleichzeitig auf eine Oberfläche aufgebracht wurden. Auch wenn einzelne Moleküle schon als Transistor funktioniert haben, "befindet sich", sagt Rolf Möller, "die Molekularelektronik noch im Forschungs-Stadium".


Redaktion: Monika Rögge, Telefon (02 01) 1 83 - 20 85
Weitere Informationen: Professor Dr. Günter Schmid, Telefon (02 01) 1 83- 24 01;
Professor Dr. Rolf Möller, Telefon (02 01) 1 83 - 31 31

Monika Roegge | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie