Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bulmahn stellt Forschungsprogramm zur Gestaltung der Arbeitswelt von morgen vor

03.01.2001


"Wir wollen mit der Forschung heute Arbeitsplätze für morgen gestalten und sichern"

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am heutigen Mittwoch in Berlin ein neues Forschungsprogramm "Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit" vorgestellt. "Der Übergang von der Industriegesellschaft in die Wissens- und Informationsgesellschaft stellt die Forschung vor neue Herausforderungen. Wissen und Information entscheiden zunehmend über wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und berufliche Perspektiven der Beschäftigten. Diese Veränderungen bewirken einen Wandel der im vorigen Jahrhundert geschaffenen Arbeitsstrukturen und -verhältnisse. Das Forschungsprogramm soll diesen Wandel aufgreifen, Lösungsvorschläge entwickeln und in die Praxis umsetzen", erklärte Bulmahn. Sie verspreche sich von dem Forschungsprogramm richtungsweisende Erkenntnisse für die Gestaltung der Arbeitswelt von morgen. Ziel sei es, eine sozialverträgliche Arbeitswelt zu gestalten, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werde und damit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitrage.

Die Bundesregierung stellt für das Forschungsprogramm bis zum Jahr 2005 150 Millionen Mark zur Verfügung. Es ist in enger Kooperation mit dem Bundesarbeitsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium entstanden. Hervorzuheben ist, dass es gemeinsam mit den Sozialpartnern, Vertretern aus der Wissenschaft und Praktikern aus der Wirtschaft umgesetzt wird. Bulmahn nannte dies eine "notwendige Voraussetzung für den Erfolg und die Akzeptanz des Programms". Sie stellte zugleich heraus, dass die Forschungsarbeiten an Problemen der Praxis ansetzen und vor Ort gemeinsam mit allen Beteiligten erprobt und umgesetzt würden. Es sei geplant, über best-practice-Beispiele die breite Anwendung von Forschungsergebnissen und Konzepten zu erreichen.

Das Forschungsprogramm konzentriert sich auf vier Handlungsbereiche:

· Das Programm soll dazu beitragen, neue Formen der Arbeitsorganisation zu entwickeln, die den Beschäftigten die Möglichkeit eröffnet, ihre Fähigkeiten zu entfalten und einzusetzen. Diese Fähigkeiten werden zur wichtigsten Quelle für Unternehmenserfolg und Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft. Es geht im Kern darum, ein Optimum zwischen hohem wirtschaftlichen Ertrag einerseits und selbstverantwortlichem Arbeiten andererseits zu finden. Denn nur zufriedene und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind erfolgreiche Mitarbeiter.

· Der Übergang von alten zu neuen Unternehmens- bzw. Organisationsstrukturen soll erfolgreich begleitet werden. Innovationsfreundliche Milieus und Unternehmenskulturen sollen gefördert werden. Vor allem das Herausbilden neuer Unternehmensformen bis hin zu virtuellen Unternehmen und die dadurch entstehenden Arbeitsformen sind zu untersuchen. Eine wichtige Fragen ist, wie die industriellen Beziehungen mit ihren speziellen Beteiligungsrechten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für diese Unternehmensformen neu gestaltet werden müssen.

· Eine zukunftsorientierte, innovative Arbeitsgestaltung muss die Risiken und Chancen für Menschen mit geringen Qualifikationen ausloten. Sie laufen besonders Gefahr, Verlierer der betrieblichen Gestaltungsprozesse zu werden. Hier geht es darum, neue Ansätze zur Integration dieser Menschen in den Arbeitsprozess zu entwickeln.

Darüber hinaus haben wir es aufgrund des demographischen Wandels mit einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung und einem drohenden Nachwuchsmangel zu tun. Hier geht es darum, Instrumente und Strategien zu entwickeln, um die betriebliche Innovationsfähigkeit sicherzustellen. Altersgemischte Teams im Betrieb können ebenso wichtig sein, wie eine generationsübergreifende Personalpolitik und ein intensiver Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen alten und jungen Beschäftigten.

· Während der Durchführung des Forschungsprogramms in den kommenden fünf Jahren werden sich die Unternehmensstrukturen, die Anforderungen an die Beschäftigten, die Erfordernisse und die Strategien für den Umgang mit neuen Formen von Arbeit verändern. Um diese Veränderungsprozesse aktuell aufgreifen zu können, ist das Programm als "lernendes" Programm angelegt. Zur Sicherung des notwendigen Dialogs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist bereits im Juni 2000 der Beirat "Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit" eingerichtet worden. Er dient der Programmbegleitung sowie der Beratung des Ministeriums und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, der Sozialpartner sowie der Wirtschaft zusammen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: Arbeitsgestaltung Arbeitswelt Unternehmensform

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt
19.04.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten