Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sturm- und Unwetterwarnsystem: Prototyp im Feldversuch

15.07.2002


Sturm- und Unwetterwarnsystem "Weather Information on demand (WIND)" von Fraunhofer ISST, Versicherungskammer Bayern und meteomedia Deutschland GmbH wurde erfolgreich getestet.



Das Unwetter vom 10. Juli in Berlin und Brandenburg hat es uns wieder deutlich vor Augen geführt: Betroffene werden oft nur unzureichend vor drohenden Unwettergefahren gewarnt. Vorsichts- oder Schutzmaßnahmen erfolgen dann nicht mehr rechtzeitig, was immer wieder zu fatalen Konsequenzen bis hin zu Todesfällen führt. Bei solchen schweren Unwetterereignissen - die laut Klimaforschern in Europa an Intensität und Häufigkeit zunehmen - fragt man sich immer wieder, ob Einsatzkräfte und Betroffene nicht rechtzeitiger gewarnt werden können.



Die Antwort lautet: Ja, es ist möglich. Dies deuten erste Ergebnisse des Feldversuchs an, den das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik unter dem Projekttitel WIND - Weather Information on Demand zusammen mit der Versicherungskammer Bayern (im Auftrag der öffentlichen Versicherer) und dem Unternehmen meteomedia Deutschland GmbH "Jörg Kachelmann" durchführt.

Etwa 3000 Kunden der Versicherungskammer Bayern steht ein Unwetterwarnsystem zur Verfügung, das das Fraunhofer- Institut für Software- und Systemtechnik auf Basis informationslogistischer Technologien entwickelt hat. Die dazu notwendigen Wetterinformationen sowie aktuelle Meldungen der Meteorologen liefert der "Kachelmann"-Wetterservice mit seinem engmaschigen Messnetz von zur Zeit etwa 600 Stationen.

"Das Besondere an WIND ist die sehr individuelle Informationsversorgung mit hochqualitativen Wetterdaten", betont ISST-Projektleiter Ulrich Meissen. "Schließlich braucht der Kunde Unwetterwarnungen, die ihn tatsächlich betreffen - also nicht etwa solche aus dem Nachbarlandkreis." Die Benutzeroberfläche von WIND erlaubt es nicht nur, Wetterereignisse wie Sturm, Nebel oder Frost, sondern auch den Ort und die Erreichbarkeit auszuwählen. Ebenso lassen sich Ausgabemedien wie Fax, E-Mail, Pager, Telefon oder Handy auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers abstimmen.

"Wir haben viel Energie in die Entwicklung des Unwetterwarnsystems gesteckt", sagt Projektleiter Ulrich Meissen. "Die Reaktionen der Personen, die den Dienst seit Mai nutzen, sind positiv" freut er sich und fügt nachdenklich hinzu "Der größte Lohn bestünde natürlich darin, dass der breite Einsatz des Systems Schäden reduzieren und die Gefährdung von Menschenleben verhindern könnte".

Ansprechpartner:
Dipl. Wirtschaftsingenieur Ulrich Meissen
Telefon +49 (0) 30/2 43 06-4 50
Telefax +49 (0) 30/2 43 06-1 99
E-Mail ulrich.meissen@isst.fhg.de

Ines Jansky | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden
26.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie