Hybrid aus Zeppelin und Helikopter entsteht

Ein Projekt von Elektronikstudenten an der Hochschule Aalen hat das Ziel, die Flugprinzipien von Helikopter und Zeppelin zu kombinieren. Vier getrennte heliumgefüllte Zeppelin-Kammern in Donut-Forum und vier unabhängige Luftschrauben werden zum „QuadZeppCopter“ vereint.

„Die Gesamtstruktur eröffnet einzigartige Flugeigenschaften, wie das bewegungslose Verharren in der Luft und die Steuerbarkeit in alle Richtungen“, beschreibt Projektbetreuer Manfred Bartel. Angedacht ist ein Einsatz des Fluggeräts für Luftaufnahmen, denn hier verspricht das System Vorteile gegenüber aktuellen Lösungen.

Die Helium-Donuts sorgen dafür, dass das Fluggerät einfach stabil und horizontal in fixierter Höhe gehalten werden kann. Im Gegensatz zu einem klassischen Zeppelin oder einem Flugzeug hat es aber keine durch seine Form vorgegebene Flugrichtung, sondern kann wie ein Helikopter einfach in beliebige Richtungen fliegen. Das verdankt es einer rotationssymmetrischen Anordnung der vier unabhängigen Helium-Donuts und Luftschrauben.

Die Vierfach-Ausführung sorgt gleichzeitig für Redundanz und somit Absturzsicherheit. „Fällt beim QuadZeppCopter ein Luftschraubenmotor oder ein Helium-Donut aus, wird das Gerät mithilfe einer autonom ausgeführten Notfallstrategie gezielt gelandet“, beschreibt Bartel gegenüber pressetext. Im normalen Betrieb wäre ein autonomes Ausführen vordefinierter Aufträge ebenso möglich wie eine interaktive Funksteuerung von einer Bodenstation aus.

Als mögliches Einsatzgebiet für den QuadZeppCopter werden Luftaufnahmen beispielsweise von archäologischen Fundstätten oder Bauwerken gesehen. Ob Bilder oder Videos, das Fluggerät soll Aufnahmen einfacher und günstiger ermöglichen als die derzeit genutzten Kräne oder Flugzeuge. „Viele potenzielle Einsatzorte sind für Kräne unerreichbar“, meint Bartels und verweist darauf, dass auch an Orten, die Kränen zugänglich sind, die Bodenbeschaffenheit unter anderem durch Witterungsabhängigkeit Probleme bereiten kann. Gegenüber Flugzeugen bietet das System den Vorteil, dynamisch geringe Positionsänderungen in beliebiger Richtung zu ermöglichen, statt ausgedehnte Schleifenflüge erforderlich zu machen. Doch auch für andere Aufgaben könnte der QuadZeppCopter genutzt werden. „Untersucht man den Stand der Technik, sind besonders die Bereiche Aufklärung und Sicherheit als weitere Anwendungsgebiete zu erwähnen“, meint Bartel.

Das Fluggerät soll mithilfe von Industrieunternehmen verwirklicht werden, unter anderem hat sich das Team für Unterstützung in der Zeppelinkonstruktion an Zeppelin NT gewandt. Als reines Hochschulprojekt ist die Arbeit am QuadZeppCopter dabei nicht gedacht.

„Sobald ein Prototyp die erwünschten Eigenschaften demonstriert hat, wird mit den beteiligten Studenten und Mitarbeitern ein Vermarktungsunternehmen gegründet“, so Bartel. Solche Strategien seien gefordert, um Hochschulabsolventen einen schnellen Einstieg in die Selbständigkeit in hoch innovativen technischen Gebieten zu ermöglichen.

Media Contact

Thomas Pichler pressetext.deutschland

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