Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ForNano: Daumennagelgroßes Analyselabor in greifbarer Nähe

05.07.2002


Ein ganzes Analyselabor auf einem daumennagelgroßen Chip: dieses ehrgeizige Ziel strebt der neue Forschungsverbund "Miniaturisierte Analyseverfahren durch Nanotechnologie in Biochemie, Chemie und Physik" ForNano in den nächsten drei Jahren an. Neun Arbeitsgruppen aus den beiden Münchener Universitäten und der Universität Würzburg arbeiten zusammen mit Industriepartnern an neuen Laboranalyseverfahren. Der Bayerischen Forschungsstiftung ist dieses zukunftsträchtige Projekt 3 Mio Euro wert.

Anwendungen der miniaturisierten Analyseverfahren finden sich vor allem in der Medizin, der Pharmazie, der Biotechnologie und der Umweltanalytik. Die neuen Techniken werden nicht nur schneller sein als herkömmliche Nachweismethoden, sie sind auch empfindlicher und gehen sparsamer mit teuren Reagenzien um.
ForNano hat zwei Forschungsschwerpunkte: Zum einen werden Chips entwickelt, die verschiedene Analysemethoden auf der Fläche eines Daumennagels integrieren und dabei den Transport und die Kombination von Reagenzien auf kleinstem Raum ermöglichen. Zum andern werden vollkommen neue, auf kleinstem Raum funktionsfähige Nachweismethoden erforscht. Beispielsweise wird in einem Projekt das Eindringen eines einzelnen Virus in eine Zelle mit eleganten optischen Verfahren verfolgt (vgl. Science 294, 1929, 2001). Prof. Jörg P. Kotthaus, Sprecher von ForNano, verspricht sich viel von diesem Projekt: "Für die Medizin ist das ein Riesenschritt vorwärts, denn bisher wurde ein Virus ja nur an seinen Folgen erkannt. Wirklich zu sehen, wie er in die Zelle eindringt, wird ganz neue Möglichkeiten der Bekämpfung eröffnen."

Mit im Boot sind auch eine ganze Reihe industrieller Partner: Advalytix AG, garching analytics GmbH, nanoplus GmbH, Nanotype GmbH, Nanoscape AG, NIMBUS GmbH. Sie steuern nicht nur Geld und Sachmittel bei, sondern arbeiten auch zusammen mit den interdisziplinären Teams aus Physikern, Chemikern, Medizinern und Materialwissenschaftlern.


Kontakte:

Prof. Jörg P. Kotthaus
Sprecher
LMU München
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel (089) 21 80 - 37 38 
Jorg.kotthaus@physik.uni-muenchen.de


Dr. Monika Kaempfe
Koordination
LMU München
Schellingstraße 4
80799 München
Tel (089) 21 80 - 57 91 
monika.kaempfe@physik.uni-muenchen.de

Dipl.-Chem.Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.abayfor.de/

Weitere Berichte zu: Analyselabor ForNano Reagenz Virus Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften