Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mini-Fluggerät ahmt Flügelschlag von Insekten nach

07.04.2008
Einsatz bei Objektbewachung oder militärischer Aufklärung

Eine Gruppe von Wissenschaftlern am Mechanical Systems Laboratory an der University of Delaware hat einen Mechanismus entwickelt, mit dem es möglich ist, Flügelschlagbewegungen von Vögeln nachzuahmen und mit dieser Technik Mini-Flugzeuge zu lenken. Das berichtet der NewScientist. Die sogenannten "Micro Air Vehicles" (MAV) sind kleine Fluggeräte, die beispielsweise zur Messung von Emissionen oder zur Erfassung von meteorologischen Daten zum Einsatz kommen. Ebenso finden sie Anwendung bei der Überwachung von Staus aus der Vogelperspektive oder Aufklärung im Rahmen militärischer Anwendungen.

MAVs können Flügelspannweitern von weniger als 15 Zentimeter aufweisen. Sie sind in der Konstruktion auf ihr Aufgabengebiet und die damit verbundene Nutzlast, die befördert werden muss, ausgelegt. Durch die kompakte Bauweise haben sie zwar den Vorteil leicht und klein zu sein, dafür sind sie extrem windanfällig. Bereits leichte Böen machen ihnen zu schaffen. Mithilfe der von dem Wissenschaftler Sunil Agrawal federführend entwickelten und nun zum Patent angemeldeten Methode, wird es möglich, diese Windstöße auszugleichen und das Fluggerät auf Kurs zu halten.

Die Forscher ahmen mit ihrer Technologie die Natur nach. Kleine Vögel und vor allem Insekten haben die körperlichen Voraussetzungen, ihre Flügel stoßartig zu schlagen, wodurch ihre Anfälligkeit für Windböen sinkt. Ingenieure hatten bislang Probleme, diese ruckartigen Bewegungen mechanisch zu imitieren. Dennoch musste die Konstruktion klein und leicht sein, was das Vorhaben schwierig machte. Zudem ist der Flügelschlag nicht einfach ein Auf und Ab, sondern eine komplexe Abfolge von Bewegungen. Agrawal hat nach Angaben des Wissenschaftsmagazins diese Probleme mithilfe der neuen Methode gelöst. Sein komplexes Fluggerät werde zudem mit einem einzigen Antriebsmechanismus betrieben.

... mehr zu:
»Fluggerät »Mini-Fluggerät

Mittlerweile hat sich rund um die Mini-Fluggeräte weltweit ein großes Forschungsgebiet entwickelt, hält Axel Heindorf, Wissenschaftler an der TU Braunschweig, gegenüber pressetext fest. Am Institut für Luft- und Raumfahrtssysteme arbeitet Heindorf mit einem Forscherteam ebenfalls an MAVs. In diesem Bereich führten die deutschen Wissenschaftler bereits zwei Projekte erfolgreich durch. Unter dem Namen "AutoMAV" wurde ein Mikroflugzeug in der Gewichtsklasse von 100 bis 300 Gramm entwickelt, gebaut und getestet. Die Konfiguration kann dabei der aktuellen Aufgabe angepasst werden, zudem erfolgt der Start bei niedrigen Geschwindigkeiten. Gedacht ist das Fluggerät zur Überwachung von Objekten und Geländen.

"Carolo" hingegen verfolgt einen weiterführenden Weg. Dieser autonom operierende Flugroboter hat als Prototyp eine Spannweite von 40 Zentimetern und wiegt 350 Gramm. Die maximale Flugzeit beträgt 45 Minuten, wobei Carolo eine Geschwindigkeit von 70 Kilometer pro Stunde erreicht. Damit liegt die Reichweite bei mehr als 50 Kilometern. Im kommenden Juli findet in Braunschweig mit der EMAV 2008 eine internationale Konferenz statt. Neben wissenschaftlichen Vorträgen findet auch ein Wettbewerb für automatische Kleinstflugzeuge statt.

Andreas List | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://mechsys4.me.udel.edu
http://www.emav2008.org

Weitere Berichte zu: Fluggerät Mini-Fluggerät

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie