Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Augenbewegungen verraten Lügner

12.07.2010
Eye-Tracking-System kann Lügendetektoren ablösen

Forscher an der University of Utah haben ein System entwickelt, um Lügner anhand ihrer Augenbewegungen zu erkennen. "Die Ergebnisse unserer Experimente sind großartig und teilweise genauer als jene von Polygraphen", sagt der Psychologe John Kircher. Dementsprechend groß schätzt das Team das Potenzial des Eye-Tracking-Systems als Alternative zum klassischen Lügendetektor ein. Die Kommerzialisierung der Technologie erfolgt über das Unternehmen Credibility Assessment Technologies.

Lügen strengt an

Während ein Polygraph, also ein klassischer Lügendetektor, die emotionale Reaktion der Testperson misst, beobachtet der Eye-Tracking-Ansatz die kognitive Aktivität. Als Messgrundlage dienen einige Wahr-oder-Falsch-Fragen an einem Computer. Das System ermittelt Parameter wie die Pupillenweitung, die Reaktionszeit und wie lange die Testperson braucht, Fragen abzulesen.

Den Forschern zufolge ist Lügen mental anstrengender, als die Wahrheit zu sagen. Wer die Unwahrheit sagt, verrät sich beispielsweise durch geweitete Pupillen sowie langsames Lesen und Beantworten von Fragen. Diese Hinweise sind den Psychologen zufolge aber oft minimal, sodass genaue Messungen und statistische Modelle für die Auswertung erforderlich sind. Umso mehr freuen sich die Forscher über die vielversprechenden Tests. "Unsere innovative Methode steckt ja noch in einer frühen Entwicklungsphase", betont Kircher.

Einfach billiger

Das Team verspricht sich vom Eye-Tracking-Ansatz viele Vorteile gegenüber Lügendetektoren. Test werden demnach in einem Fünftel der Zeit möglich und erfordern nicht, dass die Person direkt an ein Gerät angeschlossen wird. Ferner geht das Team davon aus, dass sich die Kosten für Lügentest deutlich senken lassen. Zudem könne einfach ein Techniker die Durchführung übernehmen, während bei Polygraphentests speziell geschultes Personal nötig seien.

Noch ist den Forschern zufolge weitere Entwicklungsarbeit nötig. Von der Lizenzierung der Technologie an Credibility Assessment Technologies erhofft man sich, leichter die nötigen Geldmittel auftreiben zu können. Also potenzielle Kunden sieht das Team auch Regierungsstellen, die Polygraphen zum Screening potenzieller Mitarbeiter nutzen. Dazu zählen in den USA unter anderem das Verteidigungsministerium, das Heimatschutzministerium und die Zollbehörde.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utah.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie