Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sportwissenschaftler entwickeln Hilfe gegen Fehlbelastungen - Intelligente Lauf-Schuhe

04.09.2013
Sportverletzungen durchs Laufen sind äußerst unangenehm. Oft bemerken Betroffene zu spät, wenn sie durch ungünstige Bewegungen eine Fehlbelastung verursachen.

Forscher am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft (Inspo) der Universität Stuttgart arbeiten deshalb mit dem Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) daran, einen „Smart Shoe“ mit Sensoren zu entwickeln, der genau davor warnen kann – und zwar während des Laufens.


Verletzungen – oft an der Achillessehne – sind relativ häufig. Ein intelligenter Lauf-Schuh soll frühzeitig davor warnen. Am Inspo laufen Pilotmessungen für die Entwicklungen eines derartigen Schuhs. Foto: Inspo

Prof. Wilfried Alt vom Inspo erklärt: „Unser Part dabei ist es, zu untersuchen, was am und im Schuh gemessen werden muss, um die Überlastung zu signalisieren.“ Seine Abteilung erforscht, welche Fehlbelastungen in Abhängigkeit von der individuellen Gelenkanatomie stehen. So ist unter anderem die Geschwindigkeit messbar, mit der sich das Sprunggelenk bewegt und wie sich dies auf die Achillessehne auswirkt. Dies soll später auch in den Smart Shoes möglich sein.

Aktuell laufen Pilotmessungen im Biomechaniklabor – im wahrsten Wortsinn, denn verschiedene Läufer werden mit Instrumenten verkabelt und legen dann los. „Die Instrumente sind aber noch viel zu groß“, erläutert Alt. Die nötige Sensortechnik ist zwar schon so weit gereift, doch die elektronischen Komponenten sind derzeit noch zu groß und schwer, um in einen Schuh integriert zu werden. Ein weiteres Problem ist die erforderliche Lebensdauer und Robustheit, um die vielen Schritte auszuhalten.

Ihre Messdaten schicken die Stuttgarter Forscher an den Pirmasenser Partner. Dieser miniaturisiert die erforderliche Sensortechnik und stellt dann nach den Uni-Vorgaben einen Messschuh her. „Der Läufer sollte das zusätzliche Gewicht nicht spüren“, erklärt Alt. Für die Sportler samt Schuh geht es dann auf Langstrecken und es wird wieder gemessen. Ziel ist es, am Ende einen Prototypen zu erhalten, der als Vorlage für Schuhsysteme dienen soll, die dann für Sportler, aber auch in der Reha möglichst individuell eingesetzt werden.

Denkbar ist es auch, Überbelastungen auf einem Display aufzuzeigen. Zudem können die Messungen auf andere Körperteile wie Knie oder Hüfte ausgedehnt werden. Und Alt denkt noch weiter, denn der Schuh könnte nicht nur warnen. Aufgrund der Messergebnisse wäre es möglich, dass sich ein spezielles Material und dessen mechanischen Eigenschaften im Innern so ändern, dass die Belastung reduziert wird. Das sei aber noch „ferne Zukunft“, sagt er. Deutlich zeitnaher sind da die Schritte für die ersten Pilot-Schuhe mit dieser Technik.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Wilfried Alt, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft (Inspo) an der Universität Stuttgart, Tel. 0711-685-63186, E-Mail: wilfried.alt(at)inspo.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Transport of molecular motors into cilia

28.03.2017 | Life Sciences

A novel hybrid UAV that may change the way people operate drones

28.03.2017 | Information Technology

NASA spacecraft investigate clues in radiation belts

28.03.2017 | Physics and Astronomy