Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlafen Sie gut! Neuartige Kopfkissen-Encasings verbinden Hygiene und Schlafkomfort

24.02.2014
Encasings sind hauptsächlich als Milbenschutzbezüge von Matratzen, Kopfkissen und Bettdecken für Allergiker bekannt.

Die partikeldichten Zwischenbezüge sind darüber hinaus jedoch überall dort eine wichtige Hygienemaßnahme, wo ein häufiger Bettenwechsel stattfindet. In Krankenhäusern und Pflegeheimen, aber auch in Hotels, wäre der verstärkte Einsatz von speziellen Kopfkissen-Encasings sinnvoll. Diese sind keimdicht beschaffen und werden wie dieBelegung getauscht und hygienisch aufbereitet. Dadurch wird sichergestellt, dass vom Kopfkissen keine Keime von einem Gast bzw. Bewohner auf einen anderen übertragen werden.


Bei den neu entwickelten Kopfkissen-Encasings werden keimdichte Gewirke mit speziellen Membran-Materialien kombiniert.

Alexander Raths © Shutterstock.com


Durch die Untersuchungen im Akustiklabor konnte hinsichtlich der Unterdrückung unangenehmer Geräusche eine optimale Materialkombination gefunden werden..

©Hohenstein Institute

Bislang hatten die am Markt befindlichen Encasings wegen der enthaltenen beschichteten Membrane allerdings auch entscheidende Nachteile: der Schlafkomfort hielt sich aufgrund von störenden Knistergeräuschen und dem verzögerten Luftauslass beim Umlagern in Grenzen. Wissenschaftler der Hohenstein Institute in Bönnigheim haben nun im Rahmen eines Forschungsprojektes (AIF-Nr. 16947N) neuartige Kopfkissen-Encasings entwickelt. Durch den Einsatz keimdichter Gewirke mit speziellem Membranmaterial weisen diese zum einen eine deutliche Geräuschdämpfung auf. Zum anderen sind sie atmungsaktiver als bisherige Produkte, d. h. sie nehmen den Schweiß des Schläfers effektiver auf und leiten ihn vom Kopf bzw. Körper weg.

Das Team von Dr. Jan Beringer analysierte dazu vorweg alle Kritikpunkte bisheriger Kopfkissen-Encasings und konstruierte in der Folge ein neuartiges, ganzheitlich optimiertes Produkt. Der Textilforscher ist sicher, dass die neuen Kopfkissen-Encasings auf eine breite Akzeptanz stoßen werden. „Bislang wurden Kopfkissen-Encasings in den entsprechenden Einrichtungen trotz ihrer eindeutigen Vorteile in punkto Hygienesicherheit eher zurückhaltend eingesetzt. Die Abwägung der Kosten-Nutzen-Effekte führte oftmals zum Verzicht auf herkömmliche Kopfkissen-Encasings.“, so Dr. Beringer, „kein Wunder, es waren generell Beschwerden über laute Knistergeräusche, den „Airbag-Effekt“ durch den verzögerten Luftauslass oder allgemein beeinträchtigten Schlafkomfort wie beispielsweise übermäßiges Schwitzen zu verzeichnen.“

Besonderes Augenmerk richteten die Wissenschaftler auf die Reduzierung der lauten Knistergeräusche, die beim Umlagern direkt am Ohr entstehen und den Schlaf und damit auch die Erholung oder Genesung stark einschränken. Eine erhebliche Reduzierung der Geräuschentwicklung konnte durch die optimierte Abstimmung der verwendeten Gewirke auf den Einsatzzweck hin erzielt werden. Das grundlegende Konstruktionsprinzip besteht dabei in der Wahl eines möglichst feinen Flächengebildes. Im Rahmen des Projekts kamen Gewirke als Flächengebilde zum Einsatz. Die Anordnung der Membran unter dem Gewirke stellte die textiltechnologische Lösung für die ebenfalls verlangte Hygienesicherheit dar.

Die Kombination der optimierten Gewirke mit speziell dafür ausgewählten Membranen als Schutzbarriere gegen Keime sorgte dafür, dass es nicht mehr zu störenden Knistergeräuschen beim Umlagern kommt. In einem weiteren Schritt wurde die Kombination Gewirke/Membransystem hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den thermophysiologischen Komfort (Wärmeisolation, Wasserdampfdurchlässigkeit) und hautsensorischen Komfort (Weichheit, Anschmiegsamkeit) optimiert. Abschließend fand eine Überprüfung der Beständigkeit der ermittelten Textilkonstruktion unter Einsatz gewerblicher Aufbereitungsbedingungen statt. Zur Leasingtauglichkeit der neuentwickelten Kopfkissen-Encasings gehört es, dass durch die Bedingungen bei der gewerblichen Wiederaufbereitung keinerlei Verlust der Encasing-Eigenschaften entsteht.

In Pflegeheimen können durch Kopfkissen-Encasings vor allem in der Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege die hygienischen Bedingungen beim Bewohnerwechsel effektiv verbessert werden. Hotelgäste können dank Encasings ohne Hygienebedenken in ihr Hotelbett steigen. Für Dr. Beringer und sein Team hat sich der Einsatz gelohnt: „Dieses in allen Belangen optimierte Kopfkissen-Encasing ist unser Beitrag für mehr Komfort und Hygiene in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und auch Hotels. Auch können die Verantwortlichen auf diese Weise viel zu einem guten Schlaf und somit Erholung bzw. Genesung ihrer Patienten oder Gäste beitragen.“

Weitere Informationen:

http://www.hohenstein.de/de/inline/pressrelease_54784.xhtml?excludeId=54784

Rose-Marie Riedl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie