Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboterbär unterstützt Krankenschwestern

28.08.2009
Teddybär-Design soll Beruhigung der Patienten dienen

Forscher des japanischen Institute of Physical and Chemical Research (RIKEN) haben in Zusammenarbeit mit Tokai Rubber Industries (TRI) einen Roboter entwickelt, der vor allem der Unterstützung von Krankenschwestern dient.


Das Design des RIBA soll Patienten beruhigen (Foto: riken.jp)

Das Gerät namens RIBA ist imstande, Patienten mit einem Gewicht von maximal 61 Kilogramm aus Betten, Rollstühlen oder auch von der Toilette zu heben und sie an einen anderen Ort zu transportieren. Bei dem Gerät handelt es sich um den Nachfolger des bereits 2006 entwickelten Pflegeroboters RI-MAN (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/060320028/) , der allerdings nur 18,5 Kilo stemmen konnte und somit für die praktische Verwendung untauglich war. "In Japan ist das Problem in der Pflege noch dringender, weil man dort weniger Migration hat. Aber ich glaube, auch in Europa werden langfristig einige Aufgaben an Roboter abgegeben werden", sagt Alexander Kleiner, Roboterexperte und Informatiker an der Uni Freiburg, im pressetext-Gespräch.

Die Maschine im Bärenstil ist mit langen, gelenkigen Armen ausgestattet und nutzt eine Reihe von Berührungssensoren. Um die Patienten beim Transport durch den mechanischen Pfleger möglichst zu schonen, ist der gesamte Roboter mit einer weichen Haut aus Urethanschaum überzogen. Zusätzlich geben die Arme des Bärenroboters unter Druck leicht nach, ganz ähnlich wie dies menschliche Arme tun. Das Bärendesign wählten die Entwickler, da menschenähnliche Roboter die Patienten eher erschrecken als beruhigen würden, heißt es vonseiten RIKEN. "Das trifft zu. Es gibt auch eine aktuelle Entwicklung des US-Militärs, wo ein Roboter im spielerischen Design eingesetzt wird, um Verletzte zu bergen. Das Design soll beruhigen", so Kleiner.

Das Gerät ist zudem mit Gesichts- und Spracherkennung ausgestattet, wodurch es auch auf gesprochene Befehle reagiert. Durch die Verwendung visueller und akustischer Umgebungsinformationen erkennt RIBA auch Krankenschwestern, die in seiner Umgebung arbeiten und reagiert auf sein aktuelles Umfeld. Die verbauten Elektromotoren arbeiten leise, um im Krankenhaus keinen unnötigen Lärm zu produzieren und die Fortbewegung erfolgt mittels drehbaren Rädern, wodurch der Roboter auch enge Passagen meistert.

Japan ist ebenso wie Europa mit einer zunehmenden Überalterung der Bevölkerung konfrontiert. Hinzu kommt eine wachsende Knappheit an Pflegepersonal. Roboter werden als ein Weg gehandelt, diese Probleme in den Griff zu bekommen. So wurde kürzlich auch bereits ein mechanischer Medikamentenverteiler (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090710024/) vorgestellt. Derzeit arbeitet in Japan deshalb eine ganze Reihe staatlicher wie auch privater Forschungseinrichtungen an der Entiwcklung von Robotern für den Gesundheitssektor. "Japaner sind sehr technikbegeistert. Dort werden solche Entwicklungen meistens schneller angenommen", sagt Kleiner. Bis Patienten auch hierzulande von einem Bärenroboter getragen werden, dürfte also noch etwas Zeit vergehen.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=urbASu_nLwQ

Dominik Erlinger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.riken.jp
http://www.informatik.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie